Immobilienmarkt im Kreis Fulda: Baustelle im Neubaugebiet.
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Beim Vergleich zwischen Eigenheim und Mietwohnung kommt das eigene Haus meist günstiger weg.

Was ist günstiger?

Eigenheim oder zur Miete wohnen? Weniger Hauskauf in der Corona-Krise

  • Daniel Krenzer
    vonDaniel Krenzer
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Wer das passende Haus oder die passende Wohnung nicht findet oder einfach etwas ganz nach den eigenen Wünschen möchte, der entscheidet sich – einen entsprechenden finanziellen Spielraum vorausgesetzt – für einen Neubau. Oft ist das durchaus sinnvoll.

Region - Miete oder Eigenheim – dieser Frage stellen sich viele Menschen mindestens einmal in ihrem Leben. Finanziell schneidet das Eigenheim dabei in der Endabrechnung zumeist besser ab – außer der Wohnende ist im Genuss eines sehr günstigen Mietvertrages. Das gilt laut diversen Studien sogar noch immer in den meisten Städten – laut Institut der deutschen Wirtschaft ist selbst in Frankfurt ein Hauskauf auf Dauer gut ein Viertel bis Drittel günstiger als jahrzehntelanges Mieten.

Eigenheim oder zur Miete wohnen? Weniger Hauskauf in der Corona-Krise

In jungen Jahren denken viele noch nicht an ein Eigenheim. Schließlich ist oft noch gar nicht klar, wo man sich einmal niederlassen möchte. So ein Eigenheim ist in den seltensten Fällen ohne Weiteres transportabel. Laut Daten des Finanzdienstleisters Dr. Klein sind Immobilienkäufer in Deutschland durchschnittlich 39 Jahre alt, die allermeisten sind zwischen 30 und 50. Die Verbraucherzentralen empfehlen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent, das ist ein Batzen Geld, der erst einmal erwirtschaftet sein möchte.

Alt statt neu?

Gerade in ländlichen Gebieten gibt es häufig leerstehende Immobilien in den alten Ortskernen, während am Rand Neubaugebiete erschlossen werden. Um dem Aussterben der Kerne mit Blick auf den zu erwartenden Bevölkerungsrückgang vorzubeugen, beteiligen sich viele Kommunen an Förderprogrammen wie „Jung kauft Alt“.

Das Ziel ist es dabei, junge Menschen finanziell dabei zu unterstützen, bestehende Immobilien zu erwerben und nach modernen Standards zu sanieren – ein Schritt, vor dem viele Eigenheimsuchende wegen der teils schwer kalkulierbaren Kosten zurückschrecken.

Die Kommunen stehen dabei vor einem Spagat: Es fehlt aktuell an Wohnungen, weshalb sich die Förderung von Neubaugebieten aufdrängt. Andererseits dürfte in wenigen Jahrzehnten aufgrund sinkender Einwohnerzahlen der Bedarf an Wohngebäuden nach und nach zurückgehen.

In Corona-Krise sind für viele persönliche Risiken höher

Die niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre sind ein zusätzlicher Anreiz, das Wagnis des Eigenheims auf sich zu nehmen. Die Corona-Krise hingegen ist ein Hemmnis. Denn auf der einen Seite haben sich für viele die persönlichen finanziellen Risiken durch die schwierige wirtschaftliche Lage des Arbeitgebers erhöht. Auf der anderen Seite sind die Preise für Grundstücke und den Hausbau nicht spürbar gesunken. Und es kann dabei zu Verzögerungen kommen, da durch die Hygienebestimmungen in der Pandemie die Bautrupps meistens klein gehalten werden – und dadurch manche Arbeiten mehr Zeit als zuvor einnehmen.

Video: Ein Tipp beim Hauskauf

Bundesweit gibt es laut ersten Auswertungen in diesem Jahr spürbar weniger Baugenehmigungen als in den Vorjahren. Und die Krise bringt einige, die ihr Eigenheim noch nicht abbezahlt haben, in wirtschaftliche Schwierigkeiten. „Wir erwarten, dass 2021 deutlich mehr Zwangsversteigerungen auf den Markt kommen werden“, sagte Axel Mohr vom Verlag für Wirtschaftsinformation dem „Tagesspiegel“.

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