Fotos: Lea Hohmann

„Ein allerletzter Wunsch“: Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen eingeweiht

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Ein letztes Mal in die Rhön, ins Lieblingscafé oder ins Fußballstadion des Lieblingsvereins – die Wünsche und Träume von unheilbar kranken Menschen klingen oft recht einfach, sind aufgrund der Krankheit aber eine enorme Herausforderung. Der Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen gibt Erkrankten die Möglichkeit noch ein letztes Mal ihren Sehnsuchtsort zu besuchen.

Von Lea Hohmann

Am Montag wurde die Aktion, welche sich ausschließlich durch Spenden finanziert, vorgestellt. Bereits an über 17 Standorten in der Bundesrepublik erfüllen die Malteser mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen letzte Wünsche – nun auch im Raum Fulda.

Laut Thomas Peffermann, Diözesangeschäftsführer der Malteser in Fulda, verbinde der Herzenswunsch-Krankenwagen den Rettungsdienst mit der einfühlsamen Begleitung der Hospizarbeit. Kristina Schmidt, die das Projekt Herzenswunsch koordiniert, zeigte sich begeistert: „Es ist schön, dass wir mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen die Träume der Erkrankten erfüllen und damit auch eine Lücke im osthessischen Raum schließen können“.

Auf Bedürfnisse der Patienten abgestimmt

Sie haben noch einmal die Gelegenheit für einige Stunden Krankenhaus oder Hospiz zu verlassen und an einem ganz besonderen Ort ihrer Wahl ein letztes Mal schöne Momente zu erleben. Bereits vier Wünsche aus Osthessen wurden schon erfüllt – dabei ging es unter anderem an den Edersee, in die Rhön oder ins Kino.

„Der Herzenswunsch-Krankenwagen ist genau auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt. Wir haben die Möglichkeit die Erkrankten zu beatmen und sie mit notwendiger Medikation zu versorgen“, erklärte Dirk Rasch, Leiter des Rettungsdienstes.

Sehr viel Zuspruch

Das Projekt stößt auf jede Menge Zuspruch – rund 35 Ehrenamtliche erklärten sich innerhalb kürzester Zeit bereit die Aktion zu unterstützen, darunter auch einige Ärzte und Notfallsanitäter. Sie begleiten die Fahrten und unterstützen bei der Erfüllung des Herzenswunsches.

Die Arbeit habe trotz allem wenig mit dem klassischen Rettungsdienst zu tun. Zwar seien alle Möglichkeiten vorhanden, um einen sicheren, angenehmen Transport zu gewähren, an erster Stelle stehe jedoch die Wunscherfüllung des Patienten. Wie genau der letzte Ausflug stattfinden soll und welche Besonderheiten beim Transport berücksichtigt werden müssen, wird im Voraus mit den Maltesern besprochen. „Wir koordinieren die Aktion vom Erstkontakt bis hin zur Erfüllung und Umsetzung des Wunsches des Erkrankten“, so Rasch. „Die Themen Tod, Trauer und Sterben sollen zudem durch das Projekt ins Bewusstsein gerufen werden“, ergänzte Schmidt.

Segnung von Weihbischof Diez

Im Rahmen des Projektes arbeiten die Malteser mit dem Hospizdienst zusammen. Wer das Angebot der Malteser gerne in Anspruch nehmen möchte, kann sich bei Koordinatorin Kristina Schmidt unter der (0661) 86977254 melden.

Auch Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez zeigte sich bei der Segnung des Herzenswunsch-Krankenwagens außerordentlich dankbar: „Besonders in unseren heutigen Zeiten ist ein solches Projekt eine großartige Sache. Die Menschen sind dankbar, noch einmal etwas erleben zu können, was ihnen so viel gibt“.

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