Frankfurt-Cheftrainer Adi Hütter umarmt Stürmer Luka Jovic.
+
Noch Ende Februar 2021 sagte Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt: „Ich bleibe!“ Nun gab er seinen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach bekannt.

„Richtiger Zeitpunkt“

Ex-Eintracht-Spieler verstehen Wortbruch und Hütter-Wechsel zu Borussia Mönchengladbach

Der Wechsel von Trainer Adi Hütter von Eintracht Frankfurt zu Ligarivale Borussia Mönchengladbach sorgt für viel Unverständnis. Ende Februar sagte der Österreicher noch: „Ich bleibe!“ Wir haben Sportler aus der Region Fulda befragt.

Fulda/Frankfurt - Bevor der 51-jährige Adi Hütter mit der SGE am heutigen Samstag in der Fußball-Bundesliga auf seinen neuen Arbeitgeber, Borussia Mönchengladbach*, trifft, erklärt Patrick Schaaf, der in jungen Jahren für Mönchengladbach spielte und später dann auch mal für die Eintracht-Reserve kickte, dass er versteht, warum sich Adi Hütter zu einem Bekenntnis pro Eintracht hinreißen ließ.

Ex-Eintracht-Spieler verstehen Hütter-Wechsel zu Borussia Mönchengladbach

„In diesem Geschäft kann man nicht immer die Wahrheit sagen“, sagt der Kapitän der SG Barockstadt. „Egal wie man es macht, es ist immer falsch. Selbst wenn man keinen Kommentar abgibt, haben die Medien Interpretationsmöglichkeiten. Deshalb glaube ich, dass Hütter seine Aussage bewusst getätigt hat.“

„Er wird jetzt lieber jetzt als Lügner wahrgenommen, als im Vorfeld Unruhe aufkommen zu lassen.“ Wenn er die Champions League erreicht, werde der ein oder andere Frankfurter ihm am Ende wieder dankbar sein, meint der 31-Jährige und hofft als Gladbach-Fan, dass Hütter am Niederrhein durchstartet: Ich glaube, dass er dort in Zukunft bessere Perspektiven hat als in Frankfurt.“

Patrick Schaaf (links) und Oliver Bunzenthal, die beide einst für die SGE kickten, verstehen den Hütter-Wechsel zu Borussia Mönchengladbach.

Fußball-Trainer Oliver Bunzenthal, der als Spieler sieben Jahre bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag stand, sagt: „Als Trainer kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Er hat das Maximum erreicht, und irgendwann ist der Zeitpunkt als Trainer gekommen, etwas zu verändern.“ Für die Frankfurter sei der Abgang eine Katastrophe, der Trainer habe es aber geschafft, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. „Das Gegenbeispiel ist Löw. Er hat den Absprung definitiv verpasst.“

Fußballromantiker Christopher Schaus, Geschäftsführer von Wemag und des Eintracht-Fanshops in Fulda, versucht, den Abgang von Adi Hütter, dem er dankbar für das Erreichte ist, nüchtern zu sehen: „Reisende soll man nicht aufhalten, und er hat seine Entscheidung getroffen.“ Tobias Nophut aus dem Vorstandsteam von A-Ligist SV Wölf sagt: „Die Zeiten für Fußballromantiker sind vorbei. Ihm war bewusst, dass er eine Ausstiegsklausel besitzt. Mit diesem Wissen kann er sich eine solche Aussage schenken.“

Video: Hütter verteidigt Wechsel: „Ich weiß, dass ich kein Lügner bin“

Marco Gaul, Spielertrainer des TSV Künzell und Fan von Borussia Mönchengladbach, erklärt, dass heutzutage offenbar „weder Verträge noch Bekenntnisse etwas wert“ sind, freut sich aber auch auf Hütter: „Ein richtig guter Trainer, der bei der Eintracht super Arbeit geleistet hat.“

Björn Gauges, ehemaliger Kulturredakteur dieser Zeitung und Eintracht-Kolumnist, versteht nicht, dass „im Moment des womöglich größten Erfolgs seit vielen Jahren die komplette sportliche Führungsriege geht“. Adi Hütter habe in seiner Karriere vielleicht noch einmal die Chance, zu einem richtig großen Club zu gehen. „Und da geht er nach Gladbach?“ *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Das könnte Sie auch interessieren