2019 herrschte beim verkaufsoffenen Sonntag zum Fuldaer Stadtfest noch Hochbetrieb, 2020 muss bei der Aktion im Juli Corona-bedingt auf Abstand geachtet werden.
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2019 herrschte beim verkaufsoffenen Sonntag zum Fuldaer Stadtfest noch Hochbetrieb, 2020 muss bei der Aktion im Juli Corona-bedingt auf Abstand geachtet werden.

Aktionen in der Innenstadt geplant

Juli statt Juni: Citymarketing Fulda verschiebt verkaufsoffenen Sonntag um vier Wochen

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Der Einzelhandel in Hessen darf auch an den kommenden Sonntagen öffnen. Die Ausnahmeregelung wurde bis zum 5. Juli verlängert. Die Lockerung wird begrüßt, aber unterschiedlich genutzt: Manche Läden öffnen dennoch nicht. Das Fuldaer Citymarketing plant eine Sonntagsöffnung am 5. Juli.

  • In der Fuldaer Innenstadt sollten eigentlich am Sonntag, 7. Juni, die Läden geöffnet haben.
  • Das Citymarketing verschiebt den Termin nun auf den 5. Juli.
  • Generell dürfen die Läden wegen einer Ausnahmeregelung sonntags öffnen. Es machen aber nicht alle davon Gebrauch.

Fulda - Verkaufsoffene Sonntage in einer Kommune sind normalerweise an eine größere Veranstaltung gebunden. In Fulda sollte an diesem Wochenende das Stadtfest gefeiert werden – und am Sonntag die Geschäfte öffnen. Weder aus dem Fest noch aus der Öffnung zahlreicher Läden wird nun etwas. „Wir verzichten an diesem Sonntag. Dafür werden wir am 5. Juli die Stadt öffnen“, sagt Reginald Bukel, selbst Ladenbesitzer und Vorsitzender des Vereins Citymarketing Fulda. „Für den alten Termin war die Zeit zu knapp. Insbesondere die großen Häuser wie Erna Schneider, Karstadt oder Galeria Kaufhof brauchen Vorlauf für die Personalplanung. Sie müssen sich auch mit dem Betriebsrat abstimmen.“

Citymarketing plant Aktionen in der Innenstadt

Für Anfang Juli sind auch begleitende Aktionen geplant – in kleinem Rahmen und an verschiedenen Orten in der Innenstadt. Bukel denkt dabei an Straßenkünstler und Musiker, aber „keine Bands. Bei diesen würden sich die Menschen versammeln. Das wollen wir vermeiden.“ Unabhängig von dieser durch Citymarketing organisierten Aktion „kann es an den Sonntagen zuvor quartierweise zu Öffnungen kommen, ähnlich wie vor Pfingsten am Buttermarkt. Dahingehend gibt es Überlegungen. Das bleibt aber den Inhabern überlassen“, betont der Vorsitzende.

Einkaufswelt Petersberg: „Nicht überfüllt und sicher“

„Die Verlängerung der Ausnahmeregelung ist ein positives Zeichen der Landesregierung, damit der Handel verlorenen Umsatz nachholen kann“, sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins Einkaufswelt Petersberg, Dieter Schützeichel. Vor zwei Wochen hatten acht Mitgliedsgeschäfte am Sonntag geöffnet. Insbesondere die Läden mit großen Verkaufsflächen beteiligten sich, während andere Geschäftsinhaber darauf verzichteten. „In Corona-Zeiten haben die Sonntage nicht den Zulauf wie in den vergangenen Jahren. Im Mai waren viele Mitglieder zufrieden, andere sehr zufrieden.“ Die Läden seien nicht überfüllt gewesen, so dass jeder „in Ruhe und sicher einkaufen konnte – so wie es gewünscht war.“

Die nächste Gemeinschaftsaktion ist für den 14. Juni geplant, am 5. Juli wollen einzelne Geschäfte öffnen. Von einer generellen Freigabe hält Schützeichel nichts: „Es wäre schön, wenn wir viermal im Jahr öffnen könnten – dann ist es ein Ereignis.“ / kw

Corona-Spagat zwischen Stadt beleben und nicht überfüllen

Dass sich die Mühen für den Einzelhandel einer Stadt lohnen, davon ist der Geschäftsmann überzeugt. Fulda sei zu solchen Anlässen „immer proppenvoll. Natürlich haben nicht alle Besucher auch eingekauft. Eine solche Aktion zieht aber Familien und andere Käuferschichten in die Stadt. Eine volle Stadt bedeutet, dass viele Leute die Geschäfte sehen – und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt dort einkaufen.“ In Zeiten von Corona gelte es jedoch, einen Spagat zu schaffen zwischen „die Stadt zu beleben, sie aber nicht zu überfüllen“.

Am Fuldaer Buttermarkt nutzten gleich mehrere Einzelhändler eine Ausnahmeregelung und öffneten am Pfingstsonntag ihre Läden. Ihre Bilanz fällt so positiv aus, dass sie gerne auch den Sommer über sonntags öffnen würden.

Der Einzelhandel umfasst zahlreiche Branchen, in denen die Situation ganz unterschiedlich ist. So verzichtet der Lebensmittelhandel ganz auf die Sonntagsöffnung, während Möbelhäuser etwa davon regen Gebrauch machen. Ein Fuldaer Geschäftsinhaber, der seinen Namen nicht genannt haben wollte, verwies auf Mitbewerber. So lange diese nicht öffnen, wolle er auch geschlossen lassen. Er argumentiert aber auch mit der „zusätzlichen Belastung für die Mitarbeiter“.

Einzelhandel-Vertreter lehnt generelle Sonntagsfreigabe ab

Der Vertreter des Fuldaer Einzelhandels spricht sich dafür aus, auch für den Rest des Jahres an Sonntagen öffnen zu dürfen: „Es geht darum, gezielt kleinere Aktionen zu machen, auch um Neukunden zu gewinnen, und den Geschäften neue Wege zu eröffnen. Der Onlinehandel ist auch rund um die Uhr offen.“ Eine generelle Freigabe der Sonntage lehnt er jedoch ab: „Die Rahmenbedingungen für eine Genehmigung sollten aber gesenkt werden. Wenn die Anzahl auf drei Tage im Jahr beschränkt würde, wären wohl auch Kirchen und Gewerkschaften einverstanden.“

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