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Einzelhandelskette erwünscht: Was zieht in den ehemaligen RhönEnergie-Hauptsitz?

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Sie ist eine Immobilie in Fuldas 1A-Lage. Doch seit Monaten steht der ehemalige Hauptsitz der RhönEnergie am Uniplatz leer. Jetzt sucht der neue Eigentümer, ein Unternehmen aus Köln, das Gespräch mit der Stadt. Fuldas Einzelhandel drängt auf schnelle Ergebnisse. Ein Teil ist offenbar bereits vermietet.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Ende 2017 hatte die Kölner Momentum Real Estate Gruppe die Immobilie an der Ecke Bahnhofstraße/Rabanusstraße/Uniplatz erworben. Damals versprach die Gruppe, sie sei bereits dabei, „attraktive Nachnutzungskonzepte mit namhaften Mietinteressenten zu erarbeiten“. In die Immobilie mit rund 5500 Quadratmeter Mietfläche solle Einzelhandel einziehen. Es hieß, Momentum wolle große Filialisten nach Fulda holen.

„Leerstände sind generell nicht gut“

Fast zweieinhalb Jahre später sind die Pläne der Kölner aber wohl noch nicht sehr viel weiter. Erst jetzt sucht Momentum Real Estate den Kontakt zur Stadt. Das berichtet Johannes Heller von der Pressestelle. Das Gespräch mit Verantwortlichen der Stadt habe noch nicht stattgefunden. Wunsch der Stadt: „Eine Nutzung für Einzelhandel – zumindest im Erdgeschoss – wäre aus Sicht der Stadt an dieser prominenten Stelle als Frequenzbringer für die gesamte Innenstadt wünschenswert. Leerstände – vor allem in prominenter Lage – seien generell nicht gut. „Insofern wäre eine baldige Wiedernutzung aus Sicht der Stadt willkommen.“

Großflächiger Einzelhandel erwünscht

Momentum äußert sich jetzt nicht. Aber: Offenbar ist ein Teil des Erdgeschosses bereits vermietet. Denn die Firma sucht bei einem Immobilien-Portal Mieter nur noch für eine Restfläche von 115 Quadratmetern. Baurechtlich wäre eine Nutzung des Gebäudes durch „großflächiger Einzelhandel grundsätzlich möglich und auch erwünscht“, sagt Heller. Vom ersten bis zum sechsten Obergeschoss sind laut Immobilienportal noch Flächen von 500 bis 750 Quadratmetern zu vermieten.

Starker Textilanbieter?

„Eine attraktive Nutzung der Immobilie ist für die Innenstadt ganz wichtig“, stellt Reginald Bukel (46), Vorsitzender des City Marketing Fulda, heraus. „Als Innenstadthandel wünschen wir uns hier eine Einzelhandelskette mit Magnetwirkung. Man denkt als erstes an Textilien, aber es muss nicht unbedingt ein Textiler sein“, sagt Bukel. „Wir brauchen etwas, für das Verbraucher in die Stadt fahren.“ Je schneller die Flächen wieder genutzt werde, desto besser.

Maximilian Traud (44), Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bahnhofstraße, sieht es ähnlich: „Die Vorbereitungen für die neue Nutzung dauern zu lange. Jeder Tag, an dem die Immobilie leer steht, ist nicht gut“, sagt er. Der Standort sei „eine absolute Toplage, für die ein wichtiger Frequenzbringer wie ein starker Textilanbieter gebraucht wird“. Bekleidung sei immer noch ein wichtiger Magnet: „H&M ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Bahnhofstraße von einem starken Textilanbieter profitieren kann“, berichtet Traud.

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