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Elmar Schick ist im Alter von 96 gestorben – NS-Zeit in Fulda erforscht

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Ein bedeutender Fuldaer Historiker ist tot: Elmar Schick ist mit 96 Jahren gestorben.

„Die Stadt Fulda trauert um einen der profiliertesten Erforscher der Lokalgeschichte und einen vielseitig engagierten Pädagogen“, schreibt die Stadt Fulda in einer Pressemitteilung. „Ich bin glücklich, dass die Stadt Elmar Schick zu Beginn dieses Jahres mit dem Kulturpreis der Stadt noch eine besondere Ehrung verleihen konnte“, sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU).

„Mit seinen regionalen Forschungen zur Zeit des Nationalsozialismus hat sich Elmar Schick bleibende Verdienste erworben. In seinen Werken zu den dunkelsten Kapiteln der Stadt- und Regionalgeschichte bezog er unmissverständlich Stellung und nannte die Verbrechen der regionalen Täter und Mitläufer beim Namen“, sagt der OB.

Seit 1958 als Autor tätig

Seine Eltern waren Gegner des NS-Regimes, er selbst war im Zweiten Weltkrieg Marinesoldat. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitete er als Lehrer in Maberzell, Eichenau, Almendorf und Lehnerz.

In dieser Zeit sei auch sein Interesse für die NS-Geschichte gewachsen, berichtete der 96-Jährige, als er den Kulturpreis der Stadt bekam. „Es gab damals in Fulda nur wenige Lehrer, die keine braunen Flecken an der Hand hatten. Von 50 Lehrern waren vielleicht nur fünf nicht in der NSDAP“, sagte der langjährige Leiter der Johannes-Hack-Schule Petersberg.

1958 begann er seine Tätigkeit als Autor zu verschiedenen Themen: Ortschroniken, Historie von Kirchen, Biografien. Seine bekanntesten Werke, mit denen er die Machtergreifung detailliert beschrieben hat, sind: „Stationen der Machtübernahme der NSDAP im Fuldaer Land“ und „Täter und ihre Opfer“. Er habe die Erlebnisse vor Ort und ganz konkret beschrieben – „und dabei auch immer die NS-Zeit im Blick gehabt“, sagte Wingenfeld. / ic, kir

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