Die Dualen Studenten von FFT (von links), Adrian Fleck, Daniel Klassen und Martin Will stehen im Finale von Elon Musks Wettbewerb.
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Die Dualen Studenten von FFT (von links), Adrian Fleck, Daniel Klassen und Martin Will stehen im Finale von Elon Musks Wettbewerb.

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Elon Musk: Drei Studenten aus Fulda im Finale von internationalem Tunnelbau-Wettbewerb

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Renommierte Institutionen aus aller Welt wie das MIT in Boston und die ETH in Zürich treten im Wettbewerb von Elon Musk um die beste Idee an: Wer schafft es, Tunnel möglichst schnell und genau zu bauen? Drei Duale Studenten des Fuldaer Unternehmens FFT stehen jetzt im Finale.

Fulda - Es war erst nur ein Spaß, als Adrian Fleck (22) aus Fulda, Martin Will (24) aus Dipperz und Daniel Klassen (22) aus Burghaun mit dem Tunnelbau-Projekt für Elon Musk begannen. 400 Mannschaften traten an. Jetzt gehören die drei Fuldaer, die an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach Maschinenbau studieren, zu den besten zwölf Teams weltweit.

Die Vision von Tesla-Gründer Elon Musk hatte sie fasziniert: Musk sucht eine Tunnelbohrmaschine, die „schneller als eine Schnecke“ ist. Das ist gar nicht einfach, denn die Weinbergschnecke schlägt mit ihrem Tempo von drei Metern pro Stunde bisher jede Tunnelbohrmaschine. Mit einem Wettbewerb sucht Musk Erfinder, die das Bohren mit neuen Ideen revolutionieren. Musk glaubt, dass Tunnel den Flächenverbrauch und Staus in Städten reduzieren. Der Ehrgeiz der Fuldaer war geweckt.

Fulda: Drei Studenten im Finale von Elon Musks Tunnelbau-Wettbewerb

Ihre Entwicklung nannten sie Dirt Torpedo - Erd-Torpedo.

Teamleiter Adrian Fleck - in Osthessen als Bundessieger „Jugend forscht“ 2018 gut bekannt - stellte ein Team für den Elon-Musk-Wettbewerb zusammen aus weiteren Bachelor-Studenten aus Mosbach - darunter seinen beiden Mitstudenten von FFT. (Lesen Sie hier: Corona-Lockdown: Situation der Unternehmen hat sich „deutlich verschlechtert“ - Anträge für Hilfen zu komplex?).

Ihre Entwicklung nannten sie Dirt Torpedo - Erd-Torpedo. Er ist ungefähr so groß wie ein Kleinwagen. „Wir entwickeln den Torpedo neben unserem Alltag bei FFT und an der Hochschule. Es war nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Wir sitzen praktisch jeden Abend zusammen. Besprechungen zwischen Mitternacht und zwei Uhr sind Standard. Die letzten drei Wochen vor Abgabe haben wir pro Nacht nur vier Stunden geschlafen“, berichtet Fleck.

Region Fulda hilft

Die Region Fulda Wirtschaftsförderungsgesellschaft unterstützt das Fuldaer Team auf dem Weg der Realisierung ihres Projektes. „Der Erfolg des Fuldaer Teams zeigt die Innovationskraft unserer Region und ist im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit unseres Technologiestandorts ein außerordentlich positives Signal“, sagt Geschäftsführer Christoph Burkard.

„Wir werden das Projekt mit unseren Netzwerken unterstützen - etwa bei der Suche nach Partnern und Sponsoren. Hinter den Kulissen laufen bereits konkrete Planungen, über die wir bald informieren werden.“

Fuldaer Studenten testen bei Elon-Musk-Wettbewerb technische Grenzen aus

Die Maschine ist keine Spielerei, sondern es ist ein Gerät, das tatsächlich funktionieren wird. Ihre Entwicklung hat drei Kniffe: Die Maschine fräst sich wie eine Pfeffermühle in die Erde: Der Boden wird gleich zerkleinert und - zweiter Kniff - durch eine Art Staubsauger aus dem Tunnel geblasen. Fortbewegen wird sich die Maschine schubweise wie ein Regenwurm. Die Maschine betoniert auch nach und nach die Tunnelröhre. Die Navigation erfolgt per Laser. Ihr rekordverdächtiges Tempo: 5,4 Meter pro Stunde.

So ein Wettbewerb ist eine einmalige Chance, neue Dinge auszuprobieren.

Prof. Dr. Gangolf Kohnen

Ein Preisgeld gibt es nicht. Aber die Erfahrungen, die die drei sammeln, seien unbezahlbar, sagt Betreuer und Maschinenbau-Studiengangsleiter Prof. Dr. Gangolf Kohnen: „Die Studenten testen hier die Grenzen des technisch Möglichen aus. So ein Wettbewerb ist eine einmalige Chance, neue Dinge auszuprobieren.“ Auch Münchner Studenten bauen Tunnelbohrmaschine für Elon Musk*, wie Merkur.de berichtet.

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Im Finale geht es nun darum, in den nächsten Monaten tatsächlich einen Prototypen zu bauen, der nach Amerika verschifft werden kann. Das Finale findet im Sommer in der Mojave-Wüste bei Los Angeles statt. „Wir sind deshalb auf der Suche nach Industriepartnern, die uns bei der Fertigung oder Finanzierung einzelner Komponenten unterstützen oder den Transport in die Staaten organisieren“, sagt Fleck. Der Wert der Unterstützung, die sie brauchen, liegt bei rund 260.000 Euro. Die Region Fulda will ihnen helfen. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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