Er ist eine Institution in der Rhön: Georg Koch betreibt seit 32 Jahren die Enzianhütte. Im Frühjahr 2021 hört der 62-Jährige auf.
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Er ist eine Institution in der Rhön: Georg Koch betreibt seit 32 Jahren die Enzianhütte. Im Frühjahr 2021 hören der 62-Jährige und seine Frau auf.

Paar übernahm die Hütte 1988

Enzianhütte braucht neuen Pächter: Georg „Schorsch“ Koch hört 2021 auf  

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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Die Rhön wird ab Frühjahr 2021 um eine Institution ärmer: Georg „Schorsch“ Koch hört nach 32 Jahren als Pächter der Enzianhütte bei Hilders-Dietges auf. 

Dietges - Schorsch und die Enzianhütte – diese beiden Begriffe gehören unweigerlich zusammen. Wer die Enzianhütte kennt, der kennt auch den Hüttenwirt. Der Poppenhausener hat das Ausflugslokal groß gemacht, immerhin prägt er es seit 32 Jahren. So lange sind er und Frau Birgit (55) das Pächterpaar auf der Hütte, die der Sektion Fulda des Deutschen Alpenvereins gehört.

Jetzt soll bald Schluss sein. „Meine Frau wollte ja letztes Jahr schon nicht mehr“, erklärt der 62-Jährige. „Wir sind ausgelaugt. Das Ding macht man mit Herzblut, man lebt das. Aber irgendwann muss es mal gut sein. Wir haben auch keine Ideen mehr.“

Aus nach 32 Jahren: Georg „Schorsch“ Koch hört auf der Enzianhütte auf - Neuer Pächter gesucht

Die Enzianhütte.

Die Hütte

Die Enzianhütte gibt es seit 62 Jahren. Sie steht auf dem Weiherberg nahe Hilders-Dietges auf 760 Metern Höhe.

1949 war sie als kleine Holzhütte als Vereinsheim des Deutschen Alpenvereins (DAV)Sektion Fulda gebaut worden, mittlerweile ist sie zu einem beliebten Ausflugsziel in der Rhön mit überregionalem Bekanntheitsgrad geworden. Die Hütte, wie es sie heute gibt, besteht seit 1956, wurde aber mehrfach renoviert. In dem Ausflugslokal gibt es außerdem 60 Schlafplätze in Mehrbettzimmern.

Seit 1988 sind Birgit und Georg „Schorsch“ Koch Pächter aus Poppenhausen der Hütte. Zehn Angestellte umfasst ihr Team.

Die Entscheidung, dass er im Frühjahr 2021 aufhört, habe er vor gut zwei Monaten gefällt. Es sei „viel Wehmut“ dabei, wenn er daran denkt. „Bei dem guten Wetter ist im Moment hier oben wieder richtig viel los. Und wenn die Sonne abends blutrot neben der Milseburg untergeht – das ist einfach richtig schön“, schwärmt er von seinem Arbeitsort.

Aber der Entschluss steht fest: Zum 1. März 2021 werden die Kochs aufhören. In die Suche ist der Hüttenwirt involviert. Er will sein „Lebenswerk“ in guten Händen wissen, einige Gespräche seien schon geführt worden, aber der oder die Richtige sei noch nicht dabei gewesen. „Man braucht Ahnung von Organisatorischem, von Verwaltung, Personal, aber auch von Küche und von Service. Das muss man mit Herzblut machen“, sagt er.

Nach der Übernahme im Jahr 1988: Ehepaar Koch hat sich als Hüttenpaar bewährt

Auf der Enzianhütte arbeiten zehn Festangestellte. Viele Feierlichkeiten werden dort oben begangen – runde Geburtstage, Hochzeiten – in einem Bettenlager und in Mehrbettzimmern haben 60 Gäste Platz. Hier fiel und fällt aufgrund der Corona-Pandemie einiges weg. Corona und Personal-Mangel, das seien Herausforderungen der Gastronomie, weiß der Hüttenwirt. Auch dies spielte in die Entscheidung mit rein.

Birgit und Schorsch: Ein Bild aus den Anfängen.

Ganz zur Ruhe setzen werden er und Frau Birgit sich wohl nicht, „irgendwas werden wir noch machen, aber keine Zwölf-Stunden-Tage mehr“, betont der Poppenhausener.

Als das Ehepaar Koch die Hütte 1988 übernahm, gab es dort viel zu tun. Die Kochs haben zusammen mit dem Alpenverein einiges renoviert – und sich in den Jahren als Hüttenpaar bewährt. Immer mehr Gäste kamen auf die Enzianhütte, die heute – vor allem mit der Sonnenterrasse mit herrlichem Blick– als die beliebteste Hütte der Rhön gilt. „Ich würde sagen, 99,5 Prozent der Gäste sind zufrieden. Alle überzeugst du nicht“, weiß er. Aber er fasst zusammen: „Es ist schon schön zu sehen, was man erreicht hat.“

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