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RMV erhöht Preise zum 1. Januar um durchschnittlich 1,5 Prozent

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Neues Jahr, neue Preise: Der RMV erhöht die Tarife zum 1. Januar 2020 um durchschnittlich 1,5 Prozent. Der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnet dies als akzeptabel, ist aber trotzdem nicht zufrieden.

Wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilt, finde die Preisanpassung auf dem niedrigsten Niveau seit der Verbundgründung statt. Mehrere neue Angebote sorgten zudem dafür, dass viele Fahrgäste günstiger unterwegs sein könnten als bisher.

Günstiger wird es beispielsweise für rund 1,3 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind: Für 365 Euro fahren Seniorinnen und Senioren mit dem „Seniorenticket Hessen“ ein Jahr lang mit dem ÖPNV durchs ganze Bundesland. Es gilt ab 9 Uhr an Werktagen. Mit der Variante „Komfort“ für 625 Euro im Jahr können Berechtigte rund um die Uhr fahren und ab 19 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztags einen Erwachsenen und beliebig viele Kinder mitnehmen.

Die ab Januar geltenden Tarifbestimmungen regeln nun eindeutig die Mitnahme von E-Tretrollern in den Bussen und Bahnen des RMV: Tretroller mit Elektromotor werden wie Fahrräder behandelt. Diese können grundsätzlich kostenlos und in der Regel in allen Bussen und Bahnen des RMV mitgenommen werden. Die Verkehrsunternehmen dürfen die Mitnahme jedoch betriebsbedingt, wie zum Beispiel bei hoher Auslastung einschränken. Zudem haben Rollstühle und Kinderwagen Vorrang vor E-Tretrollern und Rädern.

RMV: Sprünge sind zu hoch

Der Fahrgastverband Pro Bahn kann die Tarifsteigerung akzeptieren, denn „entgegen früherer Jahre ist die Fahrpreiserhöhung der Einkommens- und Inflationsentwicklung angepasst worden“. Allerdings vermissen die Fahrgastlobbyisten nach wie vor den „großen Wurf“. Denn ein Manko bestehe fort: die „großen Sprünge bei den Preisstufen“.

Gerade der Preis für einen Einzelfahrschein sei im RMV-Tarif weiterhin relativ hoch. Für 3 bis 5 Kilometer Fahrtstrecke 3 bis 5 Euro zu bezahlen, dies werde von vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, welche bislang selten den ÖPNV nutzen, als große Hürde angesehen.

Pro Bahn sieht Benachteiligungen

Kritik äußert Pro Bahn auch am Missverhältnis der Preise von RMV und Bahn. So werde die höchste Preisstufe 7 (16,20 Euro pro Richtung) bereits für die Entfernung Gießen-Frankfurt fällig. Hingegen gebe es Fernverkehrstickets der Bahn im Supersparpreis, mit denen Fahrgäste billiger eine große Distanz zurücklegen könnten.

Und noch eine unerfreuliche Tendenz hat der Fahrgastverband ausgemacht: Aufgrund des vermehrten Angebots an Flatrate-Tickets wie Job-, Schüler-, Studenten-, Senioren- und Landesbediensteten-Ticket würden nun diejenigen stärker zur Kasse gebeten, deren Arbeitgeber kein Jobticket anbietet. Dies betreffe Menschen in kleineren Unternehmen, im Verkauf, im Einzelhandel, in einfachen Beschäftigungsverhältnissen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn sieht deshalb deutlichen Handlungsbedarf und fordert, dass das Land „im Einvernehmen mit dem kommunalen Gebietskörperschaften als Träger des RMV“ die Zuwendungsquote an den RMV erhöht. / ag

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