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So erlebt ein Corona-Patient aus der Region gerade die Infektion in häuslicher 14-Tage-Quarantäne

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Martin (Name von der Redaktion geändert) ist Ende 30, und er gehört zu den bislang noch wenigen Menschen in Osthessen, die positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Im Telefongespräch mit unserer Zeitung verrät er, wie es ist mit Corona infiziert zu sein. An dem Fall wird auch deutlich, wie groß die Dunkelziffer-Gefahr sein kann.

Zurück zu den nicht spürbaren Symptomen: Noch nicht einmal Hustenbonbons habe er gelutscht. „Vielleicht mal wegen des trockenen Halses einen Tee getrunken.“ Dass das Virus sich bei ihm nicht in Symptomen bemerkbar gemacht habe und er den Test nur aufgrund des Tipps eines Freundes gemacht habe, stimmt den Enddreißiger aber auch nachdenklich. „Die Dunkelziffer an Infizierten wird sehr hoch sein“, vermutet er.

„Wir sollten alle aufeinander Rücksicht nehmen.“

Und Martin sagt weiter: „Ich habe schon Bedenken. Also ich kann aktuell nur jedem – also auch allen Menschen, die denken, dass sie nicht infiziert sind, weil sie wie ich keine Symptome haben – nur empfehlen, sich nicht in die Nähe von Schwangeren oder älteren Menschen zu begeben. Wir sollten alle aufeinander Rücksicht nehmen.“

Und wie geht es nun für Martin weiter? Nach seinem Kenntnisstand darf er nach Ablauf der 14-tägigen Quarantäne wieder das Haus verlassen und auch wieder arbeiten gehen. Der Osthesse wird aber dann wohl zunächst das Gespräch mit seinem Arbeitgeber suchen – und möglicherweise auch über den übernächsten Montag hinaus weiter erst einmal im Home Office arbeiten.

Hintergrund: So verläuft im Landkreis Fulda das Prozedere in Corona-Verdachtsfällen

1. Für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Fulda gibt es seit Montag vergangener Woche eine zentrale Untersuchungsstelle, in der die Tests durchgeführt werden. Diese Zentrale wird vom Ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben. Damit werden die niedergelassene Ärztinnen und Ärzte deutlich entlastet. Durch die Zentralisierung der Entnahme gefährden Verdachtsfälle keine Patienten in Krankenhäusern und Praxen.

2. Die Entscheidung, wer getestet wird, wird nach den klaren Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) getroffen. Im Landkreis Fulda erfolgt das durch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116-117. Nach der Abklärung werden Verdachtsfälle zur zentralen Untersuchungsstelle gebeten, wo sie getestet werden. Siehe dazu auf der RKI-Website: COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen.

Personen ohne Symptome werden in aller Regel nicht getestet. Allerdings werden diese Personen vom Gesundheitsamt durchaus quarantänisiert, wenn sie sich innerhalb der vorangegangenen 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten. Das Gesundheitsamt weist generell darauf hin, dass es wichtig ist, dass alle Menschen ihre Kontakte auf ein Minimum reduzieren.

3. Die Beendigung einer Quarantäne erfolgt ebenfalls nach den RKI-Kriterien. Nach aktuellem Wissensstand ist eine Entisolierung frühestens 10 Tage nach Symptombeginn und Erfüllung aller folgenden Kriterien vertretbar: a) Fieberfreiheit seit mindestens 48 Stunden, b) Symptomfreiheit seit mindestens 24 Stunden bezogen auf die akute COVID-19-Erkrankung sowie c) zwei negative SARS-CoV-2-PCR-Untersuchungen im Abstand von 24 Stunden gewonnen aus oro-/nasopharyngealen Abstrichen. Im Einzelfall kann in enger Absprache von Klinik, Labor und Gesundheitsamt von diesen Kriterien abgewichen werden. / sar

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