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Ernährung in Kindergärten – Hausverbot für Gummibärchen?

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Fast zwei Millionen Kinder essen bundesweit regelmäßig in Kindertagesstätten. Die Einrichtungen haben somit eine große Verantwortung in Sachen Ernährung des Nachwuchses. Wie sie damit umgehen, danach haben wir uns in der Region erkundigt.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Krenzer

Laut des Bundesministeriums für Gesundheit sind 3 von 20 Kindern und Jugendlichen übergewichtig oder gar adipös. Neben Bewegungsmangel ist eine ungesunde Ernährung häufig die Hauptursache dafür. Vor allem in weniger gebildeten Familien herrscht laut diversen Studien offenbar oft große Unwissenheit oder Desinteresse, welche Lebensmittel in welchen Mengen gut für Kinder sind. In den Kindertagesstätten ist eine gesunde Ernährung zumeist Teil der Konzeption.

Kita orientieren sich an Qualitätsstandards

Die Kindertagesstätten der Stadt Fulda orientieren sich dabei eng an den „Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder“, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung herausgegeben werden. „Im Interesse einheitlicher Qualitätsstandards in allen städtischen Kindertageseinrichtungen haben die einzelnen Kitas hier keinen individuellen Spielraum“, berichtet Pressesprecher Johannes Heller.

Auf diese Standards verweist zudem das Bistum Fulda als Träger zahlreicher Kindertagesstätten in der Region. Eine übergreifende Leitlinie gebe es hierbei jedoch nicht, jedoch spiele der Baustein Ernährung in der Konzeptionierung stets eine Rolle. „Neben der gesunden Ernährung legen die Einrichtungen einen besonderen Fokus auf das Erleben einer Tischkultur, die den Wert des gemeinsamen Essens widerspiegelt“, teilt Referatsleiterin Elvira Diel mit.

Mitbringen von Süßigkeiten teils unerwünscht

Viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte sowie ungesüßte Getränke gelten weithin als Konsens einer gesunden Ernährung. In manchen Einrichtungen geht es so weit, dass das Mitbringen von Süßigkeiten gänzlich unerwünscht ist. Vielerorts gibt es jedoch Ausnahmen. „Zu besonderen Anlässen wie Kindergartenfesten oder Geburtstagen gibt es auch mal Süßigkeiten“, berichtet Fuldas Pressesprecher Heller. Auch in den katholischen Einrichtungen des Bistums seien Ausnahmen möglich, dies regele aber jede Einrichtung intern.

Eltern werden auf Qualitätsstandards hingewiesen

„In Aufnahmegesprächen wird den Eltern die Konzeption der Einrichtung vorgestellt. Hierzu gehören bestimmte Vorgaben hinsichtlich der Ernährung“, führt Diel aus. Und auch Heller stellt fest: „Die Eltern werden schon bei der Aufnahme eines Kindes in die Kita auf das Verpflegungskonzept und die entsprechenden Qualitätsstandards hingewiesen.“

Den Eltern ist also demnach vorher bekannt, welche Regelungen in der jeweiligen Einrichtung gelten. Die Frage, was das eigene Kind in der jeweiligen Einrichtung essen darf – oder eben auch nicht –, kann bei der Auswahl der passenden Kindertagesstätte also durchaus eine Rolle spielen.

In Schlüchtern gibt es Ausnahmen

In den evangelischen Kindergärten der Kirchengemeinde Schlüchtern ist ebenfalls eine gesunde Ernährung in der Konzeption verankert. „In den Einrichtungen gibt es natürlich auch Ausnahmen – aber diese sollen wirklich Ausnahmen sein. So gibt es vereinzelt bei Geburtstagen oder an Fasching auch mal etwas Süßes“, berichtet Pfarrerin Annalena Wolf.

Mit den Eltern sei man in allen drei Einrichtungen immer wieder im Gespräch. „Sie werden dazu angehalten, sich an das gesunde Frühstück zu halten und werden durch Elternabende und Fachvorträge immer wieder informiert“, erläutert Wolf. Viele Eltern seien überzeugt vom gesunden Frühstück.

Für Geburtstagsbuffets gebe es teilweise Rezepte für gesunde kinderfreundliche Alternativen, die den Eltern zur Verfügung gestellt werden. „Es wird zudem mit Zahnärzten zusammengearbeitet“, erläutert Wolf. Das ist durchaus sinnvoll, denn etwa jedes dritte Kind in Deutschland hat Probleme mit Karies, Baktus und Co.

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