Fotos: Lea Marie Kläsener

Erster Inklusionspreis der Stadt: Polizeikinderchor ist der Sieger

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Die Stadt Fulda hat einen neuen Preis ausgelobt: den Inklusionspreis. Die ersten Sieger wurden geehrt und können sich über insgesamt 3000 Euro Siegerprämie freuen. Den ersten Platz belegte der Polizeikinderchor Fulda.

„Inklusion bedeutet nach unserem Verständnis sehr viel mehr als nur Integration – die Strukturen sollen so sein, dass jeder teilhaben kann“, sagte Bürgermeister Dag Wehner (CDU), der die Preisverleihung moderierte. „Wir müssen Barrieren abbauen, strukturelle und die in den Köpfen.“ Der Preis soll laut Wehner Leistungen und Projekte in den Fokus rücken, die Inklusion ermöglichen. Die neun Bewerber um den Preis seien alle hervorragende Beispiele dafür.

Den ersten Platz belegte der Polizeikinderchor Fulda unter der Leitung von Ute Heil, der 1250 Euro gewann. „Wir machen nichts, was nicht selbstverständlich ist“, sagte Heil. „Deshalb stehe ich hier ein wenig beschämt.“ Sie betonte, dass Menschen respektvoll miteinander umgehen müssen. „Das ist die Basis, um Barrieren abzubauen.“ Im Chor sei nie die Rede vom Wort Inklusion gewesen : „Es ist für uns keine Frage, dass Kinder dabei sind, die beispielsweise nicht rennen können.“ Die Musik vereine die Kinder.

Platz zwei gewann der Verein „Jeder ist anders – Inklusionssport Fulda“, der jährlich das inklusive Fußballturnier Fulda-Cup organisiert. Er gewann 750 Euro. Jacobus Quell – das „Kampagnengesicht“, wie Vereinsvorsitzender Robert Maluche ihn nannte – erzählte vom diesjährigen Turnier. „Menschen mit und ohne Handicap sollten zusammenkommen. Da war der Elfmeterrekord, den wir aufgestellt haben, Nebensache.“

Den dritten Platz teilten sich die Musikschule Ebert und die Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda (IGbFD). Beide gewannen 500 Euro. Die Musikschule wurde für ihr inklusives Mini-Musical „Im Land der bunten Farben“ ausgezeichnet. „Die Musik kann Brücken schlagen“, sagte Leiterin Christine Ebert.

Der Vorsitzende der IGbFD Hanns-Uwe Theele erzählte, dass die IGbFD mit ihrem Inklusionskompass – für den sie gestern ausgezeichnet wurde – bereits von Staatsminister Axel Wintermeyer (CDU) nach Wiesbaden eingeladen wurde, „um das Projekt hessenweit weiterzutragen“. In allen Lebenslagen sollten Menschen mit dem Kompass Hilfe finden – nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch ältere. „Es gibt in Fulda weit über 100 tolle Projekte – für die stehen wir hier heute“, sagte er.

Begeistert war das Publikum von vier Mitgliedern des Percussionensembles „Get Rhythm“ unter Leitung von Klaus Schenk, das mehrere Zugaben spielte. / lea

Hintergrund

Der Inklusionspreis der Stadt Fulda wurde dieses Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben. Im Mittelpunkt stand das Thema „Inklusion im Alltag – Teilhabe ermöglichen“.

Bewerben konnten sich Vereine, Initiativen, Einzelpersonen und andere Akteure, die sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung einsetzen.

Eine vom Magistrat einberufene unabhängige Jury hat über die Verleihung des Inklusionspreises entschieden. Ihr gehören neben Bürgermeister Dag Wehner (CDU) unter anderem Vertreter der Fraktionen und des Behindertenbeirats an.

Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

1. Platz Polizeikinderchor Fulda

2. Platz Jeder ist anders – Inklusionssport Fulda e.V.

3. Platz Interessensgemeinschaft barrierefreies Fulda e.V. und Musikschule Ebert

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