In Weyhers (Kirchengemeinde St. Bonifatius) wurde die Erstkommunion am 28. Juni gefeiert.
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In Weyhers (Kirchengemeinde St. Bonifatius) wurde die Erstkommunion am 28. Juni gefeiert.

Überall ein bisschen anders

Erstkommunion im Kreis Fulda: Wann und wie die Feiern nachgeholt werden

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Die traditionelle Erstkommunion im April war der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Nach den Lockerungen organisieren die Gemeinden die Messen nun für sich. Manche haben schon gefeiert, anderen wiederum steht die Feier noch bevor.

Fulda - „Die Pläne erstellen die Gemeinden selbst“, erklärt Matthias Reger, stellvertretender Pressesprecher des Bistums Fulda, und fügt hinzu: „Wie die Feiern stattfinden, das hat sehr viel mit den örtlichen Gegebenheiten zu tun.“ Empfehlungen habe das Bistum an die Gemeinden herausgegeben. Dennoch benötige jede Gemeinde ihr eigenes Hygiene- und Schutzkonzept.

„Wir haben die Erstkommunion an Fronleichnam nachgeholt“, berichtet Pfarrer Dr. Günter Etzel von der Gemeinde Lehnerz. Noch länger zu warten, das habe man den Kindern „nicht antun wollen“.

Gemeinde Lehnerz feiert Erstkommunion an Fronleichnam

Die Entscheidung, die Erstkommunion nicht während des Lockdowns am Weißen Sonntag im April, sondern Anfang Juni zu feiern, sei gemeinschaftlich getroffen worden. Man habe sich zu einem Elternabend – „mit Abstand natürlich“, betont der Pfarrer – getroffen und habe darüber beratschlagt.

Max Göpferts Erstkommunion musste wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden.

Die Erstkommunion an Fronleichnam nachzuholen, sei den Familien freigestellt worden. „14 von insgesamt 18 Kindern haben mitgemacht, die übrigen vier Kinder werden mit dem nächsten Jahrgang feiern“, erklärt der Pfarrer und fügt hinzu: „Wir wollten keinen Sondertermin im Herbst.“

Feier live im Internet gestreamt

Abgelaufen ist das Ganze so: Die Kinder haben sich auf Hockern im Altarraum platziert; jeweils einige der Familienangehörigen saßen mit ausreichend Abstand auf den Kirchenbänken. Ein Kamera-Team habe den besonderen Tag festgehalten und live im Internet gestreamt. Schließlich mussten sich die Familien in Hinblick auf die Teilnehmerzahl begrenzen.

Die Reaktionen auf diese Form der Erstkommunion seien durchweg positiv gewesen – sowohl von den Eltern als auch von den Kindern. „Die Kinder waren so gelöst“, erinnert sich Etzel. „Die Gesichter haben gestrahlt.“

Gemeinde Horas will Erstkommunion im August nachholen

Der Gemeinde Horas steht die Nachhol-Erstkommunion noch bevor. Sie ist für den 23. August geplant. Gemeindereferent Marek Bielinski erklärt, dass die Feier ursprünglich im Pfarrzentrum hätte stattfinden sollen. Da dieses allerdings zu klein sei – der nötige Abstand der Feiernden müsse eingehalten werden – werde man umdisponieren müssen: „Wir werden in St. Lukas am Aschenberg feiern“, sagt Bielinski.

Momentan laufen die Vorbereitungen für die Feier im August. Bielinski erklärt: „Die Beichte haben die Kinder schon abgelegt. Nach den Sommerferien werden zwei Proben für den eigentlichen Gottesdienst stattfinden.“

Beilage

In diesem Jahr werden wir wieder die Kommunionkinder in unserer Print-Zeitung vorstellen. Da sich aufgrund der Corona-Pandemie die Feiern bis in den Herbst ziehen, haben wir uns dazu entschlossen, zwei Beilagen zu veröffentlichen. Die erste soll nach den Sommerferien erscheinen, die zweite zum Ende der Herbstferien. Daher laden wir alle Kirchengemeinden ein, ein Foto sowie die Namen der Kommunionkinder an kommunion @fuldaerzeitung.de zu senden. Wichtig dabei ist, dass Sie vorab das Einverständnis der Eltern für die Veröffentlichung der Bilder und Namen in der Zeitung einholen. Bei Fragen können Sie sich auch gerne an die genannte E-Mail-Adresse wenden.

Über die musikalische Begleitung des Gottesdienstes mache man sich noch Gedanken. „Wir wollen keine stille Messe, wir wollen feiern.“ Aus diesem Grund werde es wahrscheinlich ein bis drei Personen geben, die die Messe musikalisch begleiten werden.

Brief und Kerze zum eigentlichen Weißen Sonntag

Insgesamt 13 Kinder werden in Horas die Erstkommunion nachholen. Wie viele Familienmitglieder sie einladen dürfen, darüber wird derzeit beratschlagt. Der Gemeindereferent ist deshalb etwas besorgt: „Es gibt jeden Tag neue Nachrichten zu Corona. Wir müssen die Änderungen bis zum Ende der Ferien abwarten.“

Die Stimmung bei den Kindern sei dennoch gut. „Sie freuen sich und warten schon.“ In Kontakt sei man mit ihnen ständig gewesen – wenn auch lediglich digital. Am eigentlichen Weißen Sonntag habe man den Kindern einen Brief und eine Kerze vor die Tür gestellt. Bielinski erinnert sich: „Viele Kinder hatten Tränen in den Augen.“

Gemeinde Eiterfeld setzt auf Individualkommunion

Von einem ganz anderen Weg berichtet Maria Martina Fischer, Gemeindereferentin von Eiterfeld. Zusätzlich zu insgesamt acht Terminen im August und September, an denen die Erstkommunionen von 65 Kindern der Gemeinden Eiterfeld, Ufhausen, Wölf, Großentaft, Rasdorf, Arzell und Steinbach nachgeholt werden sollen, gebe es das Zusatzangebot der Individualkommunion. Fischer beschreibt dies als „sehr persönlich und berührend.“ Die Kinder empfangen dann allein, in Zweier- oder Dreier-Gruppen die Kommunion – mit Musikstücken, die in der Erstkommunion vorbereitet wurden oder mit Sologesang.

Rund ein Drittel der Kinder hätte dieses Angebot bereits wahrgenommen oder würde dies noch tun. „Ich erlebe große Vorfreude“, sagt die Gemeindereferentin.

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