Fotos: Rennstall, Charlie Rolff

Familie Hohmann optimiert fleißig für das Seifenkistenrennen am 17. August

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Wenn der zwölf Jahre alte Leon Hohmann am 17. August zum Seifenkistenrennen antritt, dann wird er deutlich schneller sein als 2016. Sein Vater Carsten Hohmann hat diverse Verbesserungen am Boliden versprochen.

Von unserem Redaktionsmitglied Laurenz Hiob

Was genau, will der zweifache Familienvater aber nicht verraten. Der 42-Jährige hat Probleme am Rollwiderstand diagnostiziert und will bis zum Renntag am Samstag in drei Wochen fleißig optimieren. Mit seinem Sohn Leon geht er auf die Kartbahn, wo vor allem das Kurvenfahren geübt wird. „Das brauchen wir am Stadtschloss“, sagt Carsten Hohmann, der sich der Unterstützung seiner Chefs, seiner Kollegen und der gesamten Familie sicher sein kann.

Bereits vor drei Jahren gewaltige Eigendynamik

So hatte bereits der erste Einsatz beim vergangenen Seifenkistenrennen vor drei Jahren eine „gewaltige Eigendynamik entwickelt“, erinnert sich Hohmann, der im Gebäudemanagement bei Teamsponsor Hubtex arbeitet.

„Mein Sohn hat in einer Anzeige fürs Rennen das Hubtex-Logo entdeckt und kurzerhand gesagt: ,Papa, ich fahre für deine Firma beim Seifenkistenrennen.‘ Davon wusste ich zwar nichts, aber meine Chefs waren auf Anhieb begeistert, dass die gesponserte Kiste aus dem eigenen Unternehmen kommen sollte, was weidlich genutzt wurde: Bei der Gestaltung wurde Designer Klaus Blechschmidt aus Gotha eingebunden, der normalerweise die Hubfahrzeuge zeichnet. Bei der Realisation half Lehrling Marius Schneider, der das Projekt von A bis Z mit CAD-Software umsetzte. Mit der Elektrik hatte Papa Hohmann als gelernter Elektriker keine Probleme, konnte sich aber trotzdem auf den fachmännischen Rückhalt im Unternehmen verlassen – „und vor allem in die Kiste mit den Musterteilen greifen“.

Die ganze Familie packt an

Beim Bau war schließlich die Familie gefragt. Schwiegervater Josef Gröger aus Gläserzell ist gelernter Schreiner und übernahm den Bau, Schwager Michael Gröger kümmerte sich als Fotograf um Videos und Bilder. Und als die Kiste am Ende ihren letzten Schliff bekam, ging’s wieder in die Firma. In der Lackiererei wurde tatsächlich geschliffen, gespachtelt, mehrfach grundiert und schließlich die Farbe auf die Kiste gebracht.

Formel-1-Sound aus dem Lautsprecher

Dann musste nur noch die Elektrik eingebaut werden: ein Radio mit USB-Buchse und Lautsprechern, um den Formel-1-Sound in die Kiste zu bringen. „Die Seifenkiste sollte sich ja schließlich anhören wie ein Rennwagen. Und dann waren wir hellauf begeistert, dass die im Fernsehen mitgeschnittenen Geräusche von den Schaltpunkten zufällig optimal zur Strecke passten“, erinnert sich Hohmann. So sei vor allem vor der Kurve in die Johannes-Dyba-Allee das Runterschalten und das ruckartige Anheben der Drehzahl zu hören gewesen – „als wenn der Leon tatsächlich gebremst und geschaltet hätte“.

Auf dem Armaturenbrett gibt es aber weitere Schalter, für Front- und Hecklicht, eine Unterbodenbeleuchtung, deren Farbe gewechselt werden kann, einen Warnsummer, eine Hupe, Ambiente-Licht für den Fußraum und natürlich einen Schlüssel zum Einschalten der Elektrik.

DTM-Rennen-Karten gesponsert

Die Batterie ist geladen, die Testfahrten auf einem asphaltierten Weg in Gläserzell werden in Kürze wieder aufgenommen. „Wir wollen schon unter den schnellsten Kisten sein“, formuliert Carsten Hohmann. Sohn Leon sitzt wieder am Steuer. Ob er bei einer erneuten Auflage 2021 wieder in die Kiste steigen wird, ist noch völlig offen. „Tochter Carla steht in den Startlöchern und möchte selbst gerne mal fahren“, weiß Hohmann. Und wenn sich Nachwuchs im Kollegenkreis findet, werde sich bei den Hohmanns „bestimmt niemand querstellen. Die Kiste wurde 2016 zwar dem Leon geschenkt, womit ich gar nicht gerechnet hatte“, aber irgendwie sei es ja eine Hubtex-Kiste.

Und überhaupt sei die Firma sehr generös gewesen, habe beispielsweise im Anschluss Eintrittskarten für ein DTM-Rennen für das gesamte Team springen lassen. „Bei unserem Projekt war die ganze Firma im Einsatz und hellauf begeistert. Gleiches gilt für die gesamte Familie. Wir freuen uns einfach auf den 17. August.“

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