Der Prinzenwagen auf dem Fuldaer Rosenmontagszug 2020.
+
Der Prinzenwagen auf dem Fuldaer Rosenmontagszug 2020.

Keine Foaset wegen Corona?

Fuldaer Fastnachter wollen Ende August entscheiden

Die Corona-Krise trifft auch die Narren in der Region. Die Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG) und die Rand- und Bundesstaaten wollen Ende August entscheiden, was aus der kommenden Kampagne wird.

  • Fastnacht: Entscheidung über Kampagne 2020/21 soll Ende August fallen
  • FKG-Präsident Michael Hamperl gegen Frohsinn mit Abstandsregeln und Maskenpflicht
  • Planungen stehen trotz Coronavirus nicht still

Update, 23. Juni, 12.19 Uhr: Die Rand- und Bundesstaaten der Fuldaer Fastnacht wollen Ende August eine Entscheidung zur Kampagne 2020/21 treffen. Darauf haben sich die Fastnachter am Montagabend beim Randstaatenstammtisch in Horas verständigt. Der Stammtisch ist das Gremium aller Fuldaer Karnevalvereine.

Die Aschenberger Wolkenkratzer hatten eingeladen. Und die FKG, alle Randstaaten sowie Vertreter des GV Künzell und des CVP Petersberg berieten gemeinsam über die Fastnacht in Coronavirus-Zeiten.

Am Ende einer ausgiebigen Diskussion wurde ein Konsens erzielt. In einer Pressemitteilung der Karnevalisten heißt es: „Der Randstaatenstammtisch strebt eine gemeinsam getragene Lösung an, möchte jetzt aber noch nicht entscheiden, ob die Kampagne komplett abgesagt wird. Deswegen wurde für den 31. August 2020 ein weiteres Treffen vereinbart, um dann eine finale Entscheidung zu treffen.“

FKG-Präsident Michael Hamperl: Tendenz geht dahin, die Kampagne ausfallen zu lassen

Ursprungsmeldung vom 22. Juni: Was ist mit dem Ball der Stadt Fulda? Mit der Prinzenproklamation am 11. 11.? Wird es einen närrischen Rosenmontag mit großem Umzug geben – oder wird es bloß ein Montag wie jeder andere sein?

Wie Michael Hamperl, Präsident der Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG), gegenüber dem Marktkorb erklärt, können die Verantwortlichen derzeit noch nicht sagen, was aus der Fastnachtskampagne 2020/21 wird. „Eine Entscheidung treffen wir erst Ende August. Bis dahin kann sich noch viel ändern. Solange können wir die Entwicklung der Krise nach den Grenzöffnungen und den Lockerungen beobachten“, erklärt er. „Zudem sind dann bis zum Kampagnenstart am 11. 11. noch rund zehn Wochen Zeit.“

Gleichwohl zeigt sich Hamperl nur bedingt optimistisch: „Ich denke, die Tendenz geht dahin, die Kampagne ausfallen zu lassen. Wir warten aber ab.“

Die FKG lässt sich Zeit. Verständlich: Schließlich ist eine Absage schnell ausgesprochen. „Mit Absagen kennen wir uns aus, wir haben schon Rosenmontagsumzüge wenige Stunden vorher abgesagt“, erinnert Hamperl mit einem Schmunzeln. Deswegen wolle man nichts überstürzen. „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.“

Fastnacht mit Maskenpflicht und Abstandsregeln? Für die FKG schwer vorstellbar

FKG-Präsident Michael Hamperl

Allerdings kann sich der FKG-Präsident eine Fastnachts-Kampagne mit Maskenpflicht und Abstandsregeln nicht so recht vorstellen. „Das hat zwei Gründe: Zum einen soll die Fastnacht beziehungsweise der Charakter der Foaset in ihrem Ursprung erhalten werden“, führt er im Gespräch mit dem Marktkorb aus. „Zum anderen hat man als Veranstalter immer eine Grundverantwortung. Falls die Regeln nicht eingehalten werden, tragen wir die Verantwortung. Wenn auch nicht unbedingt gesetzlich, aber moralisch.“

Trotz der Coronavirus-Pandemie stehen die Planungen nicht still. Die Prinzenmannschaft steht bereits, und die Veranstaltungen sind terminiert. Aber der Prinz der kommenden Kampagne wünsche sich eine närrische Zeit, wie man sie gewohnt ist. „Das gebührt ihm selbstverständlich“, betont Hamperl.

Und er ist sich sicher: „Falls die Kampagne stattfindet, werden wir einen großen Zulauf haben, weil dann seit rund einem Jahr keine großen Veranstaltungen mehr stattgefunden haben.“ Und falls der Hessentag stattfindet, bietet die FKG an, beim Umzug mitzumachen. „Wir haben schließlich Erfahrung damit, Umzüge zu planen und zu veranstalten.“

jh

Das könnte Sie auch interessieren