Im Vonderau Museum wird eine Ausstellung zur Fuldaer Foaset vorbereitet.
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Im Vonderau Museum wird eine Ausstellung zur Fuldaer Foaset vorbereitet.

Erste Einblicke

Vonderau Museum bereitet Dauerausstellung zur Foaset in Fulda vor - Eröffnung am 11.11.21?

Im Fuldaer Stadtschloss sind künftig die Besonderheiten des osthessischen Fastnachts-Brauchtums zu sehen. Wie die Stadt mitteilt, laufen derzeit die Planungen für eine eigene Dauerausstellung.

Fulda - „Udeti – savita!“, „Matte-biddel“, „Uah – uhh!“ oder „Wei – wei!“ – was für Außenstehende fremdartig bis kurios klingt, sind für Fastnachter in Fulda altvertraute „Mutterlaute“: Die Schlachtrufe der sogenannten Randstaaten gehören seit Jahrzehnten zur „Fulder Foaset“ wie die Fasanenfedern zur Prinzenkappe. Künftig wird auch das Fuldaer Vonderau Museum diesen Eigenheiten und Besonderheiten des osthessischen Brauchtums eine Dauerausstellung widmen.

Das teilt die Stadt in einer Mitteilung mit. Die Planungen und Vorbereitungen für die Ausstellung laufen aktuell trotz Corona demnach auf Hochtouren. Während der Fastnachtskampagne 2021/22, die hoffentlich wieder gefeiert kann, soll die Ausstellung im Kellergeschoss des Stadtschloss-Nordflügels eröffnet werden und dort ihr Domizil bekommen.

Fastnacht in Fulda: Vonderau Museum bereitet Ausstellung vor - Verantwortliche geben Einblicke

Jetzt wurden erste Exponate sowie zwei Medienstationen, die für die Fastnachtsausstellung entwickelt wurden, vorgestellt. Museumsleiter Dr. Frank Verse präsentierte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) im Beisein von Christian Wighardt vom Förderverein Fastnachtsmuseum und der Foaset-Expertin Annette Hamperl die Medienstationen.

Die eine Station bietet ein interaktives Fastnachtsglossar mit Informationen rund um die Fuldaer Fastnacht; in der anderen stellen sich die Fuldaer Randstaaten vor. Die Fertigstellung dieser Station wurde von Vertretern der Randstaaten unterstützt, die Texte, Fotos und Ausstellungsobjekte kostenlos zur Verfügung stellten. Design und technische Umsetzung der Stationen erfolgte durch Isabel Hahner von der Firma mecom vision.

Der Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld zeigte sich begeistert von der Konzeption und vom Engagement der Vereine für das Projekt im Vonderau Museum in Fulda: „Die Foaset ist ein wesentlicher Teil der Fuldaer Kultur, und gerade in diesen Zeiten – in denen alle Veranstaltungen abgesagt wurden – erleben wir schmerzlich, wie viel Anteil die Fastnacht auch an dem hat, was den Fuldaer Gemeinschaftssinn ausmacht“, sagte Wingenfeld.

Die Ausstellung soll laut Stadt keine Ordensschau sein, vielmehr gehe es darum, anhand von Einzelstücken, Besonderheiten und Historie zu zeigen.

Christian Wighardt, der auch stellvertretend für den Fastnachts-„Archivar“ Bernd Heil gekommen war, betonte, dass die Fastnachtsgeschichte Fuldas ein Teil der Stadtgeschichte sei. In den geplanten Museumsräumen im Stadtschloss werde man die Wechselbeziehung zwischen Stadthistorie und Fastnacht anhand eines Zeitstrahls darstellen. Bei den Exponaten der einzelnen Vereine gehe es nicht um eine Ordensschau, sondern darum, anhand prägnanter Einzelstücke die Besonderheiten der Randstaaten und ihrer Historie anschaulich zu machen.

Entstehungsgeschichte der Fuldaer Foaset wird gezeigt: So sieht die Ausstellung im Vonderau Museum aus

Annette Hamperl erläuterte die Idee hinter den Medienstationen im Vonderau Museum. Hier werden insbesondere für den Foaset-Neuling die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte bestimmter Fuldaer Fastnachtsbräuche erläutert. Aber auch altgediente Fastnachter werden in den 156 Stichworten des Glossars noch Entdeckungen machen können – wie zum Beispiel die Fuldaer Klapphornverse – Vorläufer der Büttenreden –, den Brauch des Fastnachtshuhns oder die Vereins-Patenschaften – ein älterer Fastnachtsverein wird jeweils „Pädder“ für eine Neugründung.

Dr. Verse ergänzte, dass der eigentliche Plan, diese Medienstationen in Form einer kleinen Sonderausstellung zum Höhepunkt der Fastnachtssaison im Vonderau Museum als Dankeschön für die bisher von allen Seiten geleistete Unterstützung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wegen der Beschränkungen in der Corona-Pandemie leider ausfallen müsse.

„Die heutige Präsentation soll daher nun zumindest den aktuellen Stand der Planungen wiedergeben und als kleiner Motivationsschub und zur Information aller Unterstützer dienen“, erläuterte der Museumsleiter. Zugleich kündigte er an, dass die Informationen aus der Medienstation zu den Randstaaten in Kürze auch online abrufbar sein werden. (han)

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