Foto: Arnulf Müller/Bistum Fulda

So feiert Michael Gerber sein erstes Weihnachtsfest als Bischof von Fulda

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - 2018 hat Bischof Dr. Michael Gerber die Christmette in einem kleinen Dorf im Schwarzwald gehalten – so wie seit vielen Jahren. 2019 bricht er mit dieser Tradition. Es ist sein erstes Weihnachten als Bischof von Fulda – und als solcher hat er Heiligabend die Messe im Dom gehalten.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

Weihnachten und Ostern – das sind die Feiertage, an denen auch Leute in die Kirchen strömen, die sonst nicht kommen. Bischof Gerber ist glücklich über jeden, der da ist, wie er sagt. „Ich freue mich sehr, mit den unterschiedlichsten Menschen zu feiern. Es gibt ja ganz verschiedene Motive, warum man eine Messe besucht. Für mich persönlich ist es ein großer Schatz, regelmäßig in den Gottesdienst zu gehen. Ich sehe darin eine Chance für die Menschen.“

Seine Predigt für die Christmette im Dom hat er erst am vierten Advent, also kurz vor Weihnachten, verfasst. „Ich mache das immer eher kurzfristig , da kann ich auch aktuelle Entwicklungen berücksichtigen“, erklärt der 49-Jährige.

Keine großen Geschenke im Hause Gerber

Weihnachtsgeschenke sind Gerber gar nicht so wichtig. „Große Geschenke waren bei uns zu Hause nicht so üblich. Das hielt sich immer in Grenzen“, sagt er. Wenn er von den Weihnachtsfesten im Kreise seiner Familie spricht, spürt man, dass das für ihn ganz besondere Erfahrungen waren.

„Meine Eltern haben mich da sehr geprägt. An Heiligabend haben wir gesungen und Geschichten vorgelesen. Danach ging es gemeinsam in die Christmette.“ Auch hätten seine Eltern manchmal Bekannte eingeladen, die an Weihnachten sonst alleine gewesen wären.

Strohballen statt Kirchenbänken

„Und als ich 15 war, haben wir in einer Art Tagungshaus gefeiert, damit die Hausverwalterin, die meine Eltern kannten, auch mal über die Feiertage zu ihrer Familie fahren konnte. Das war wirklich ein sehr schönes Erlebnis.“

Eine andere besondere Weihnachtserfahrung durfte er in einer Schönstattkapelle bei Freiburg machen: „Für Heiligabend wurde dort der gesamte Chorraum ausgeräumt, statt den Kirchenbänken gab es Strohballen und eine große Krippenlandschaft“, erinnert sich Gerber. Beim Hirtenfeuer seien alle zusammengekommen, die Kinder durften sich als Engel, Hirten, Könige, Ochs und Esel verkleiden und die Weihnachtsgeschichte spielen.

Beeindruckende Menschen als Fuldaer Bischof kennengelernt

Für Gerber bedeutet die Geburt Jesu das Versprechen, dass die Menschen nicht alleine sind: „Gott ist Mensch geworden. Er ist jemand, zu dem ich Du sagen darf.“ Schon an der Krippe hätte Jesus die Menschen „in Beziehung“ gebracht. „Die Hirten, die Sterndeuter – sie alle kannten sich nicht.

Und es machte etwas mit ihnen. In der Bibel heißt es ja: ,Sie gingen auf einem anderen Weg zurück in ihr Land.‘ Das ist nicht nur geografisch gemeint. Diese Erfahrung ließ sie wachsen.“

In seinem ersten Jahr als Fuldaer Bischof habe er beeindruckende Menschen kennenlernen dürfen, junge Leute, die sich engagieren, aber auch alte Priester, die in der DDR schon Pfarrer waren. „Und ich kann nach dem ersten Jahr sagen, dass noch viele weitere kommen werden“, betont er.

Gerber: Gute Gespräche sind die besten Geschenke

Den Nachmittag des 24. verbrachte bei der Weihnachtsfeier des Caritasverbands im Kreise von Menschen, die zum Teil alleinstehend und vielleicht auch einsam sind. Danach freut er sich auf die Gespräche mit seiner Familie, die er zwischen den Jahren im Schwarzwald besuchen wird. Gute Gespräche sind für ihn nämlich die besten Geschenke, die man sich machen kann.

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