Fotos: Marius Scherf

Felix Rüger siegt beim Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Heute ist es nicht mehr selbstverständlich, dass junge Menschen zum Buch greifen. Doch beim gestrigen Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs erweckten die Schulsieger, die gegeneinander antraten, einen ganz anderen Eindruck. Der Gewinner heißt Felix Rüger.

Von unserem Redaktionsmitglied Marius Scherf

Damit darf der Schüler der Rabanus-Maurus-Schule den Landkreis im Bezirksentscheid vertreten. Jeder der zwölf Finalisten brachte ein Buch seiner Wahl mit, und jedes war anders. Die Geschichten handelten von fantasievollen Begebenheiten und wundersamen Geschichten.

Emma Regenbrecht, die erste Vorleserin, las etwa aus dem Buch „Wunder“ der US-amerikanischen Schriftstellerin Raquel J. Palacio vor, in dem es um einen Jungen geht, der aufgrund zahlreicher Gesichts-OPs noch nie in der Schule war, nun aber sich dort zurecht finden muss – auch mit den Blicken seiner neuen Klassenkameraden.

Große Bandbreite an ausgewählten Büchern

Von sprechenden Katzen-Clans, die ums Überleben kämpfen oder Vampire, die sich heute nur noch von Blutkonserven ernähren, wurde genauso erzählt wie aus Klassikern wie „Ronja Räubertochter“ oder „Die Schatzinsel“.

Aber nicht nur die Bandbreite der ausgewählten Bücher war groß, was Lust zum Lesen machte, sondern auch die Art, wie jeder Vorleser wörtliche Rede im Text betonte oder erzählerische Passagen hervorhob.

Betonung, Stimmlage und Lesefluss sind wichtig

Zwölf Schülerinnen und Schüler aus zwölf Schulen des Landkreises haben in dem großen Saal das Kanzlerpalais vorgelesen. Dieser war von Schulkameraden, die zur Unterstützung mitgekommen waren, und vielen, sichtlich stolzen Eltern gut gefüllt.

Barbara Fritz, Chefin der Rathausbuchhandlung, ist die Organisatorin des Wettbewerbs in Fulda und erklärte auch die Kriterien, nach denen die Teilnehmer bewertet wurden: „Neben der Betonung und der Stimmlage achten wir auch auf den Lesefluss. Vor allem wollen wir aber sehen, dass die Kinder sich wirklich mit den Texten beschäftigt haben.“

Unbekannter Text wurde vorgelesen

Um die vielen Schüler besser bewerten zu können, durften jeweils drei hintereinander eine Passage aus ihrem Buch vortragen. Anschließend steckten die Jurymitglieder bestehend aus Janna Ritter, Manuela Krahl und Barbara Fritz zur kurzen Beratung ihre Köpfe zusammen und entschieden sich schon hier für den jeweils besten der Drei. Wer hat nun am besten betont und am flüssigsten gelesen? – darüber wurde auch unter den Zuschauern hin und her diskutiert.

Die Gewinner aus fünf Dreiergruppen mussten schließlich aus einem ihnen unbekannten Text vorlesen.

Entscheidung fiel denkbar schwer

Doch am Ende durfte sich die Jury nur für einen Sieger entscheiden, der Fulda im Bezirksentscheid zwischen März und April repräsentieren darf.

Die Entscheidung zwischen Ronja Neitzel von der Marienschule und Felix Rüger, dem letztendlichen Sieger, fiel aber denkbar schwer, berichtete Barbara Fritz.

Für Dr. Thomas Heiler, Leiter des Kuturamtes Fulda, war aber etwas anderes entscheidend. „Ihr seid alle Sieger, weil ihr euch dem Lesen verschrieben habt. Die Lust am Lesen zu wecken – das ist uns am Wichtigsten.“

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