Sauerstoffmangel im Aueweiher: Die THW-Pumpen sollen bis Montag laufen
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Sauerstoffmangel im Aueweiher: Die THW-Pumpen sollen bis Montag laufen

Fischsterben verhindern

Sauerstoffmangel im Aueweiher: THW-Pumpen sollen bis Montag laufen – keine toten Fische mehr gesichtet

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Nachdem die Feuerwehr Fulda seit rund einer Woche am Aueweiher im Einsatz ist und nun an ihre Grenzen kommt, um Wasser in den Weiher zu pumpen, wurde nun das THW Hessen angefordert.

  • Nachdem die Feuerwehr Fulda an ihre Grenzen gekommen ist, ist nun das THW Hessen am Aueweiher im Einsatz.
  • In den Weiher wird Wasser gepumpt.
  • Ziel ist es, den Sauerstoffmangel auszugleichen und das Fischsterben zu verhindern.

Update vom 22. August, 19.15 Uhr: Mit einem symbolischen Dankeschön in Form von hundert Gläsern „Stadthonig“ hat Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld am Samstag allen Einsatzkräften gedankt, die in den vergangenen Tagen ein „Umkippen“ der Fuldaer Aueweiher und ein massives Fischsterben in den Gewässern verhindert haben.

Der OB sprach von einem „tollen Zusammenspiel der Hilfsorganisationen“. Gleichzeitig wies der Oberbürgermeister noch einmal auf die Dringlichkeit einer grundlegenden und nachhaltigen Gewässersanierung der Aueweiher hin, wie sie die Stadt Fulda vor dem Hintergrund der Landesgartenschau 2023 längst angestoßen habe: „Es kann kein Dauerzustand sein, dass jeden Sommer Feuerwehr und THW das Gewässer vor dem Umkippen retten müssen.“

Die THW Fulda ist im Aueweiher im Einsatz.

Am Wochenende setzt das THW seinen Einsatz am Aueweiher fort. Angesichts der in diesem Jahr extrem ungünstigen Witterungsbedingungen lassen sich die für die Tier- und Pflanzenwelt im See wichtigen Sauerstoffwerte im Gewässer nur schwer stabilisieren, allerdings sind seit dem Einsatzbeginn keine toten Fische mehr gesichtet worden, teilte die Stadt am Samstag mit.

Inzwischen konnte das THW zusätzlich zu den vier bereits installierten Großpumpen (Leistung: 5000 Liter Wasserumwälzung pro Minute) noch weiteres Großgerät vom Ortsverband Wetzlar anfordern: Diese Pumpe wälzt allein 15.000 Liter pro Minute um.

Inklusive der kleineren Pumpen und der schwimmenden Plattformen, die mit Hilfe der DLRG installiert wurden, können derzeit 43.000 Liter Seewasser pro Minute umgewälzt und dabei mit Sauerstoff angereichert werden. Die THW-Aggregate erzeugen den dafür nötigen Strom von rund 350 Kw/h selbst. Nach derzeitiger Planung soll der Einsatz bis Montag fortgesetzt werden.

THW Hessen rückt am Aueweiher an – Pumpen laufen bis Freitag

Update vom 20. August, 14.09 Uhr: Am Donnerstagnachmittag teilte die Stadt Fulda mit, dass die Sauerstoff-Messwerte von noch nicht so gut sind, dass der Einsatz an den beiden Aueweihern bereits hätte beendet werden können. „Im Gegenteil: Das THW, das derzeit noch mit rund 30 Kräften vor Ort ist, rechnet damit, dass die Pumpen noch bis mindestens Freitagvormittag laufen werden“, teilte Stadtsprecher Johannes Heller mit.

Update vom 20. August, 11.19 Uhr: Niedriger Wasserstand, hohe Temperaturen, eine starke Algenblüte durch hohe Phosphatwerte und ein relativ trockener Sommer: Diese Konstellation führt seit Jahren an den Fuldaer Aueweihern zum Sauerstoff-Notstand im Gewässer.

In diesem Sommer ist die Lage besonders extrem. Jetzt rückte das Technische Hilfswerk (THW) mit großem Gerät an, um das Gewässer vor dem „Umkippen“ zu bewahren und damit die Tierwelt im und am See zu schützen. Nach Angaben des Angelvereins Fulda sind bereits mehrere Dutzend Fische verendet.

Stadt Fulda fordert THW Hessen an, um Fische im Aueweiher zu retten

Die THW wurde von der Stadt Fulda am Mittwoch angefordert, weil sie über Pumpen mit enormer Leistungskraft verfüge, die zum Beispiel bei Hochwasserkatastrophen zum Einsatz kommen, gab die Stadt Fulda in einer Pressemitteilung bekannt. Sie können bis zu 5000 Liter Wasser pro Minute umwälzen.

Die THW-Gruppen aus Hessen sind am Aueweiher im Einsatz.

Nach der Alarmierung rückten mehrere Spezialistentrupps aus verschiedenen THW-Ortsgruppen in Hessen aus, um den Einsatz an den Aueweihern zu stemmen. Wie THW-Truppführer Marcel Edelmann vor Ort mitteilte, waren am Mittwoch insgesamt „62 Helferinnen und Helfer des THW in Fulda im Einsatz“, dazu kamen Kräfte weiterer Organisationen wie etwa der Deutschen Lebensrettungsgsellschaft (DLRG), die versuchte, mit dem Einsatz eines Rettungsboots mit Außenbordmotor weitere Bewegung und damit Sauerstoffanreicherung in den südlichen Aueweiher zu bringen.

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Seit ca. 18:30 Uhr ist der Ortsverband Fulda am Fuldaer Naherholungsgebiet "Aueweiher" im Einsatz. Im Auftrag des Grünflächenamtes der Stadt Fulda (@stadtfulda) wird hier Wasser der beiden Weiher umgeschlagen. Um so dem Wasser Sauerstoff zuzuführen und dadurch ein massives Fischsterben in den Weihern zu verhindern. Aktuell sind die THW Ortsverbände aus Alsfeld, Erlensee, Fulda, Gelnhausen und Steinau an der Straße (@thwsteinau) im Einsatz. Der Einsatz wird nach jetzigen Stand die ganze Nacht andauern. #ehrenamt #ehrensache #ehrenamtverbindet #thwfulda #thwovsteinau #thwalsfeld #thwerlensee #thwgelnhausen #thwregionalstellegelnhausen #stadtfulda #aueweiher #aueweiherfulda #wirverhindernfischsterben #fischrettung #wirpumpenauchfürfische #sauerstoffzufuhr #wirmachendienachtzumtag Foto: Symbolbild zum Aueweiher (von @move_36)

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Das THW hat vier Großpumpen im Einsatz, mit denen insgesamt 20.000 Liter Wasser pro Minute in den beiden Seen umgewälzt werden. Zusätzlich werden pro Minute 3000 Liter Flusswasser aus der Fulda entnommen und eingeleitet. Der Einsatz des THW werde gegebenenfalls so lange dauern, bis sich das Gewässer stabilisiert habe.

Die DLRG ist ebenfalls im Einsatz auf dem Aueweiher.

„Umkippen“ des Aueweihers ist für Stadt Fulda ein Beleg, dringend Gewässer nachhaltig zu sanieren

Für die Stadt Fulda ist das erneut drohende „Umkippen“ des Gewässers ein erneuter Beleg für die Dringlichkeit einer nachhaltigen Gewässersanierung, wie sie mit Blick auf die Landesgartenschau 2023 angestoßen wurde. Die im Moment zur Genehmigung durch die Landesbehörden vorliegende Planung sieht unter anderem die Zusammenlegung der beiden Weiher und eine permanente Pumpanlage vor, die dem Wasser Phosphat entzieht und zugleich mit Sauerstoff anreichert. (sec)

Feuerwehr Fulda pumpt tausende Liter Wasser in den Aueweiher - Um Sauerstoffmangel auszugleichen

Erstmeldung vom 14. August, 17.25 Uhr:

Fulda - „Es ist heute morgen aufgefallen“, sagte Stefan Krings, Vorsitzender vom Angelsport-Verein Fulda am Freitag. Jemand aus dem Verein habe wahrgenommen, dass „ein paar tote Fische im Weiher“ schwammen. Dabei habe es sich um Barsche gehandelt, sagt der Vorsitzende. Daran könne man erkennen, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser niedrig sei. Der Grund: Barsche seien empfindlicher als andere Fischarten - wie etwa Karpfen oder Zander.

Fischsterben im Aueweiher: Feuerwehr Fulda im Einsatz

Durch Sauerstoff-Messungen, die jeden Tag am Aueweiher in Fulda stattfinden würden, sei die Gefahr des Fischsterbens durch Sauerstoffmangel im Wasser bestätigt worden. „Der Sauerstoffgehalt ist rapide abgesunken“, erklärt der Vorsitzende Krings. Der Grund ist laut dem Vorsitzenden der Regen. Er erklärt: „Der ganze Weiher ist voller Grünalgen und wenn es regnet, sterben die Grünalgen ab, werden dadurch unter Wasser gedrückt und entziehen dem Wasser schließlich den Sauerstoff.“

Feuerwehr Fulda pumpt tausende Liter Wasser in den Aueweiher

Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher.
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher. © Fuldamedia
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher.
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher. © Fuldamedia
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher.
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher. © Fuldamedia
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher.
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher. © Fuldamedia
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher.
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher. © Fuldamedia
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher.
Seit Freitag pumpt die Feuerwehr Fulda Wasser in Aueweiher. © Fuldamedia

Um weiteres Fischsterben zu verhindern, sei nun die Feuerwehr Fulda auf den Plan gerufen worden. „Es wird nun Wasser in den Weiher gepumpt, damit sich die Werte stabilisieren können. Dies dauere laut Krings etwa zwei bis drei Tage.

Fischsterben droht: Wasserpumpen in Fulda im Einsatz

In Betrieb seien derzeit an jedem Weiher - am unteren sowie am oberen - zwei Pumpen - also insgesamt vier. Diese wälzten pro Minute jeweils 1600 Liter Wasser um. Außerdem seien seit mehreren Tagen insgesamt sechs Umwälzpumpen am Laufen, sogenannte Aquajets. Auch sie pumpten jeweils 1600 Liter pro Minute in die Weiher.

Im vergangenen Jahr hat es keinen Einsatz für die Feuerwehr Fulda am Aueweiher gegeben, im Jahr 2018 hingegen gab es einen Einsatz.

Die Feuerwehr Fulda war mit insgesamt acht Einsatzkräften vor Ort.

Lesen Sie hier: Für die Rettung der Fische: Feuerwehr pumpt Sauerstoff in den Aueweiher. Und: Mysteriöses Fischsterben im Kinzigstausee: Hunderte Kadaver schwemmen ans Ufer.

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