Halbe Spielfilmlänge

Fliedener und Kalbacher Krippenspiel-Film wird von mehr als 15.000 Zuschauern gesehen - Macher sind glücklich

  • Norman Zellmer
    vonNorman Zellmer
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Beeindruckende Bilanz des digitalen Krippenspiels der Pfarrgemeinden Flieden und Kalbach: Seit der Premiere vor zwei Wochen wurde der Film der Weihnachtsgeschichte mehr als 15.000 Mal angeklickt. Macher und Kirche ziehen eine positive Bilanz.

Flieden/Kalbach - „Das es so viele Klicks geworden sind, freut uns sehr“, resümiert Thomas Eckert erfreut, der mit Emanuel Werner für Regie, Aufnahme, Technik, Ton und Schnitt verantwortlich war. Er habe mit vielleicht 4000 bis 5000 Klicks gerechnet und fast ausschließlich positive Rückmeldungen auf den Film erhalten, in dem die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu erzählt wird. Lob habe es per E-Mail und Smartphone in Form von Kommentaren im Internet sowie in der Kirche, am Gartenzaun und sogar beim Einkaufen gegeben.

Das Video hatte das Duo Eckert/Werner in Zusammenarbeit mit mehreren Dutzend Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Kalbach und Flieden gedreht und anschließend geschnitten und vertont, weil im Herbst absehbar war, dass wegen in der Corona-Pandemie und den Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Virus die Aufführung klassischer Krippenspiele in Gotteshäusern zu Weihnachten nicht möglich sein wird. Gedreht wurde innerhalb mehrerer Wochen im November und Dezember an zahlreichen Drehorten in Kalbach und Flieden – unter anderem wurden bei der Herbergssuche Gasthöfe einbezogen, die Verkündung der Volkszählung wurde am Fliedener Kirchplatz gedreht, der Schwebener Grillplatz wurde zum Stall mit Krippe. Der Krippenspiel-Film hält sich an die klassische Erzählung.

Fliedener und Kalbacher Krippenspiel-Film wird von mehreren Tausend Zuschauern gesehen - Macher sind glücklich

Entstanden ist ein aufwendig produzierter Krippenspiel-Film in halber Spielfilmlänge mit dazugehörigem Werbefilm. „Es ist ein interessantes Gesamtwerk herausgekommen“, sagt Eckert, der Autodidakt im Filmgeschäft ist und im Frühjahr erste Erfahrungen mit Online-Gottesdiensten und deren Live-Übertragung ins Internet gesammelt hatte. Unter anderem kam am Filmset eine Drohne zum Einsatz; es wurde ein Greenscreen eingesetzt, um hinterher andere Filmhintergründe einzusetzen; allein das Drehbuch mit Regieanweisungen und Dialogen für Darsteller und Erzählerin umfasst rund 100 Seiten. Zudem wurden historische und farbenfrohe Kostüme eingesetzt, die Musik und Gesänge wurden mit Musikern und Sängern separat aufgenommen, und es sind echte Tiere im Film zu sehen sowie mehrere Dutzend junge Statisten und Komparsen. Die Corona-Auflagen wurden freilich eingehalten.

Gruppenbild mit Tieren: Die Hauptdarsteller Elisabeth Werner und Felix Eckert posieren beim Dreh zum Krippenspiel-Film mit Schaf Lämmlein, Ziege Vroni und Esel Jakob vom Kalbacher Biohof Werner.

Krippenspiel-Film aus Flieden und Kalbach wird voller Erfolg

Damit der Film, den Eckert und Werner in ihrer Freizeit produziert haben, auch ohne Weiteres in den kommenden Jahren geschaut werden kann und zeitlos bleibt, wurden im Film keinerlei Corona-Bezüge hergestellt. Eckert ist stolz auf das Ergebnis: Der Film, der unter anderem auf den Youtube-Kanälen der Kirchengemeinden Flieden und Kalbach zu sehen ist und Premiere an Heiligabend feierte, als er in drei Kalbacher Kirchen gezeigt worden war, könne sich im Vergleich zu anderen Krippenspielen durchaus sehen lassen. Auch Michael Gerber, Bischof im Bistum Fulda, habe in einem Brief und einer Predigt das Filmprojekt gewürdigt.

Ähnlich positiv bewertet Fliedens Pfarrer Thomas Maleja das Projekt, für das er mit seinem Kalbacher Kollegen André Viertelhausen die Schirmherrschaft übernommen hat. Dass der Film, der viel Mühe gemacht und Kräfte gebunden habe, bislang so zahlreich geschaut wurde, habe er nicht erwartet; er sei positiv überrascht. Maleja berichtet von viel Lob von Zuschauern. Einige seien derart gerührt gewesen, dass gar Tränen geflossen seien. Die Zahl von 15.000 Klicks bedeutet für den Geistlichen, dass den Film mehr Menschen gesehen haben als die beiden Kirchengemeinden Gläubige haben, und dass die Kirche neue Wege gehen könne und müsse: Das Krippenspiel als Film sei eine neue Art des Evangelisierens. Das Film- und Digitalprojekt habe die Botschaft von der Menschwerdung Gottes über die Pfarreigrenzen von Kalbach und Flieden getragen.

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