2012 hatte das Unternehmen Vomberg ein Areal im Fliedener Gewerbepark erworben.
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2012 hatte das Unternehmen Vomberg ein Areal im Fliedener Gewerbepark erworben.

Gelände liegt brach

Flieden zieht vors Landgericht: Gemeinde fordert Vomberg-Areal im Gewerbepark zurück

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
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Seit Monaten fordert die Gemeinde Flieden das seit Jahren brachliegende Vomberg-Gelände im Gewerbepark von dem Unternehmen zurück. Nun zieht sie damit vor das Landgericht Fulda.

Flieden - Im Januar 2012 veräußerte die Gemeinde Flieden ein Gewerbegrundstück in der Größe von circa acht Hektar im damals neu erschlossenen Gewerbepark an der Autobahn 66 an das Unternehmen Vomberg aus dem Main-Kinzig-Kreis.

Ziel der über einen Zeitraum von etwa einem halben Jahr geführten Gespräche und Verhandlungen zwischen dem Gemeindevorstand und den Geschäftsführern war der Neubau der Firmenzentrale des Unternehmens Vomberg im Gewerbepark in Flieden. Neben einem Lager und der zugehörigen Logistik sollten darüber hinaus ein Verwaltungstrakt, ein Schulungszentrum nebst Kantine sowie ein Fachmarkt entstehen. Darüber hinaus umfasste das Gelände großzügige Flächen für künftige Erweiterungen.

Flieden zieht vor das Landgericht Fulda - Vomberg-Areal liegt brach

„Leider wurden die Pläne bis heute nicht verwirklicht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Obwohl diese alle Voraussetzungen wie die Aufstellung eines passenden Bebauungsplans und die Errichtung der Erschließungsanlagen geschaffen habe, wurden auf dem Grundstück selbst außer einigen Erdbewegungen keine weiteren Bautätigkeiten unternommen. Ende 2017 kündigte der Geschäftsführer des Unternehmens, Andreas Roßmar, an, von seinen Plänen einer Neuansiedlung im Gewerbepark Flieden Abstand zu nehmen.

Die Bemühungen der Gemeinde waren von Beginn an allein auf die Errichtung des neuen Firmensitzes des Betriebs ausgerichtet. Die kommunalen Gremien unterstützten das Vorhaben; man erwartete damit in Flieden eine große Zahl an Arbeitsplätzen in unterschiedlichen Berufsfeldern. „Allein auf dieser Grundlage erfolgte der Verkauf des sehr großen Gewerbegrundstücks“, schreibt die Gemeinde. Stattdessen hatte der Schreinereigroßhändler 2017 außerdem erklärt, den heutigen Firmenstandort in Schlüchtern nicht verlassen zu wollen.

Bürgermeister Henkel: Herbe Enttäuschung

Da damit für die Gemeinde Flieden die elementare Grundlage für den Vertragsabschluss in 2012 entfallen ist, beschloss die Gemeindevertretung im Mai dieses Jahres den Rücktritt vom Vertrag. Weil Vomberg darauf nicht reagierte, hat die Gemeinde nun Klage vor dem Landgericht Fulda eingelegt. Ziel ist die Rückabwicklung des Vertrages.

Bürgermeister Christian Henkel (CDU) befindet: „Die Bevölkerung hat für das Vorgehen des Grundstückseigentümers kein Verständnis. Das Unternehmen wurde einst in Flieden von einer Fliedener Kaufmannsfamilie gegründet. Man hatte auch deshalb hohe Erwartungen an ihre Verlässlichkeit. Heute müssen wir jedoch leider feststellen, dass davon nichts übriggeblieben ist.“

Die Tatsache, die Verlegung des Firmenstandortes nicht weiterzuverfolgen, sei eine herbe Enttäuschung gewesen. „Die Weigerung jedoch, das dafür veräußerte Grundstück in der Konsequenz zurückzugeben, ist für die Menschen in Flieden völlig inakzeptabel“, wertet Henkel. „Deshalb werden wir alle Möglichkeiten nutzen, um das Grundstück zurückzuerhalten. Leider bleibt uns nun als letztes Mittel nur der Weg vor Gericht, den wir jetzt eingeschlagen haben.“ Für eine Stellungnahme war Geschäftsführer Andreas Roßmar nicht zu erreichen.

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