Am 14. Oktober 2018 ist das schreckliche Unglück auf dem Flugfeld der Wasserkuppe passiert. / Foto: dpa

Flugunglück auf der Wasserkuppe – Pilot (57) wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wasserkuppe - Nach dem Flugzeugunglück auf der Wasserkuppe hat die Staatsanwaltschaft Fulda den 57-jährigen Piloten wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Er habe seine Sorgfaltspflicht nicht beachtet und Fehlentscheidungen getroffen.

Drei Menschen starben bei dem Flugunfall auf der Wasserkuppe im Oktober 2018. Dem 57-jährigen Piloten wird nun fahrlässige Tötung und fahrlässige Gefährdung des Luftverkehrs vorgeworfen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Bei dem Unglück war am 14. Oktober 2018 ein Leichtflugzeug über die Landebahn hinausgerast und hatte eine Frau (39) und ihre beiden Kinder (11 und 12 Jahre) getötet. Der Pilot hatte nach einem Landeversuch auf Hessens höchstem Berg versucht durchzustarten, was ihm aber misslang. Die Maschine durchbrach eine Schranke und erfasste die Passanten auf einem angrenzenden Fußweg.

Zur Begründung der Anklage teilte die Staatsanwaltschaft mit: Der Pilot aus Ludwigshafen habe seine Sorgfaltspflichten nicht ausreichend beachtet und dadurch den Tod der drei Menschen verschuldet. Die Maschine sei beim Flug von Mannheim in die Rhön überladen gewesen. Der Pilot habe es vor dem Flug versäumt, das Gewicht der mit vier erwachsenen Passagieren besetzten Maschine zu checken. Eine Überprüfung habe sich angesichts der Anzahl der Passagiere förmlich aufgedrängt.

Die Maschine vom Typ Cessna 172N hätte nur 1043 Kilogramm wiegen dürfen, wie die Staatsanwaltschaft berichtet. Letztlich sei sie mit 32 Kilogramm überladen gewesen. Aufgrund der damit verbundenen Leistungseinbußen der Maschine hätte der Pilot nicht fliegen dürfen.

Zudem habe der Pilot beim Landeanflug Fehler begangen, befand die Staatsanwaltschaft. Er habe den vorgegebenen Landeanflug verkürzt. Möglicherweise sei ihm auf der Gegenpiste nach einem Start ein Flugzeug entgegengekommen. Beim Aufsetzen sei er viel zu schnell gewesen. Die Entscheidung zum Durchstarten der Maschine sei dann letztlich zu spät erfolgt.

Die Maschine schoss über das Ende der Landebahn hinaus und kollidierte mit einem Pfeiler und einer Schranke, die sich hinter dem Propeller verkeilte. „Danach überquerte sie die dort befindliche Straße und erfasste mit immer noch laufendem Propeller die jenseits der Straße auf einem Gehweg laufende Mutter mit ihren Kindern, die hierdurch jeweils multiple schwerste und unmittelbar tödliche Verletzungen erlitten“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, Christine Seban.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Dr. Seban, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, dass das Strafmaß bei einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe liegt. Wann darüber entschieden wird, ob und wann das Verfahren eröffnet werden kann, ist – vor allem angesichts der Coronakrise – aktuell noch völlig offen.

Pilot drohen bis zu fünf Jahre Haft

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Dr. Christine Seban, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, dass das Strafmaß bei einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe liegt. Wann darüber entschieden wird, ob und wann das Verfahren eröffnet werden kann, ist – vor allem angesichts der Coronakrise – aktuell noch völlig offen. / dpa, jev

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