Fotos: Alina Hoßfeld

Fotogalerie: Tierischer Besuch im Seniorenheim – DRK-Therapiehunde erfreuen Bewohner

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Für strahlende Augen und ein Lächeln auf den Lippen sorgen Mira und Aila, als sie den Wohnraum betreten. Es sind ungewöhnliche Gäste. Die beiden Therapiehunde des DRK haben am Montag vor Heiligabend die Bewohner des Seniorenzentrums St. Lioba besucht.

Von unserem Redaktionsmitglied Alina Hoßfeld

„Es ist schön, wie die Menschen aufblühen, wenn sie die Hunde sehen“, sagt Christian Erwin, der Geschäftsbereichsleiter im DRK-Rettunsgdienst ist und die Teams begleitet. „Es erinnert die Senioren an ihre Tiere, die sie früher zu Hause hatten und weckt Erinnerungen“, fügt er an.

Mindestens einmal im Monat ist geplant, die Seniorenheime des DRK zu besuchen. „Die Hunde sind dann immer für eine Stunde bei den Bewohnern. Die vielen Eindrücke und Gerüche strengen die Hunde nämlich an“, erklärt Erwin die begrenzte Zeit.

Hunde zaubern Lächeln auf die Gesichter

„In Fulda sind die Therapiehunde des DRK neu. Vier Teams, also je ein Hund mit seinem Herrchen oder Frauchen, fangen jetzt im kommenden Jahr an“, erklärt Carola Ossenkopp-Wetzig, Koordinatorin für die Therapiehunde. Die ersten Besuche finden allerdings jetzt schon zu Weihnachten statt. Im Januar werden die vier Teams mit der Arbeit anfangen und Senioren, Menschen mit Behinderungen sowie soziale Einrichtungen besuchen.

Bei den Besuchen können die Menschen die Hunde füttern, streicheln oder mit ihnen spielen. „Die Senioren blühen auf. Für sie ist das immer wieder eine neue Erfahrung. Plötzlich können sie Dinge, die sie vorher nie gemacht haben“, erzählt Erwin. Er nennt einen Bewohner, der im Bett liegt und sich nicht viel bewegt. „Wenn die Hunde kommen, sieht man sofort ein Lächeln auf seinem Gesicht, er hält die Hand hin und gibt dem Hund Leckerlis“, sagt er.

Ausbildung dauert 40 Stunden

Eines der vier neuen Teams ist Hündin Mira mit Herrchen Dirk Nüchter. Der vier Jahre alte Schäferhund-Mix wurde in diesem Jahr als Therapiehund ausgebildet und durfte am Montag die Senioren besuchen. „Ich habe eine sinnvolle Aufgabe für meinen Hund gesucht“, erzählt der 39-Jährige. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Senioren über den Besuch freuen und die Hunde füttern und streicheln“, fügt er an.

Für eine Ausbildung muss der Hund mindestens zwei Jahre alt sein, jedoch höchstens fünf Jahre. Die Ausbildung dauert 40 Stunden und findet an zwei Wochenenden statt. Zu Beginn muss ein Eignungstest durchgeführt werden.

Zum Abschluss muss eine Prüfung, bestehend aus Theorie und Praxis, bestanden werden. Hierbei wird getestet, ob die Hunde schreckhaft sind, sich anfassen lassen oder auch mit Geräuschen umgehen können. Außerdem werden sie auf das Laufen neben einem Rollator, einem Rollstuhl oder einer Gehilfe vorbereitet.

„Ruhig bleiben ist das A und O“

„Ruhig bleiben ist das A und O. Hunde dürfen auf keinen Fall nervös oder aggressiv werden“, erklärt Ossenkopp-Wetzig. Sie ist mit ihrer Hündin Aila schon seit 2018 dabei. Seit diesem Jahr ist sie Koordinatorin der Therapiehunde in Fulda. „Ich habe selber ein Kind mit Behinderung und habe schnell gesehen, welch positiven Einfluss Aila auf meinen Sohn hat. Das wollte ich mit anderen teilen“, erzählt sie.

Anne Winterfeld, Leitung Betreuung im Seniorenzentrum St. Lioba, und Einrichtungsleiterin Myriam Sohn urteilen: „Die Aktion ist toll. Viele denken an ihre Haustiere zurück und dann geht das Erzählen los. Die spontanen Reaktionen der Bewohner sind interessant. Sie lachen, schwelgen in Erinnerungen und lassen die Nähe zu den Hunden zu.“

Carola Ossenkopp-Wetzig besucht mit Aila auch die Pestalozzi-Förderschule in Fulda. „Dort habe ich mir ein Programm mit den Kindern überlegt. Wir wollen mit den Hunden die Wahrnehmung und Motorik fördern. Die Kinder dürfen Aila bürsten, mit ihr spazieren gehen und Wettrennen machen“, erzählt die 47-Jährige.

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