Fotos: Daniel Krenzer

Fotoreportage: Von Urlaubern keine Spur – Frankfurter Flughafen wie leergefegt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Frankfurt - Normalerweise platzt der Frankfurter Flughafen in den Osterferien aus allen Nähten. Doch von Urlaubern ist auf unserem Rundgang am Montag aufgrund der Coronakrise nichts zu sehen. Es herrscht eine bedrückende Stille.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Krenzer

Schon bei der Anreise zum Flughafen ist zu spüren, dass etwas anders ist. Anstatt sich die obligatorische halbe Stunde an einem Montagmorgen in einer Autoschlange anzustellen, um von der B 45 hinter Hanau auf die A 3 zu kommen, herrscht freie Fahrt. Auf der berüchtigten Autobahn ist dann aber wie immer viel los – vermutlich würden sich selbst nach einer weltzerstörerischen Katastrophe die letzten verbliebenen Autos dort stauen. Eines fehlt allerdings: Flugzeuge, die im Landeanflug nur knapp über der Fahrbahn entlangdonnern.

Spechthämmern statt Turbinenlärm

Stattdessen stehen viele von ihnen in Reih und Glied auf der Startbahn Nordwest, die aktuell außer Betrieb ist und zahlreichen Lufthansa-Maschinen vorübergehend als Parkplatz dient. Die Turbinen sind mit roten Planen abgedeckt, statt des Motorenlärms ist von der Aussichtsplattform neben der Feuerwache aus das Hämmern eines Spechts zu hören.

Am Terminal 1 sind die beiden großen Parkhäuser geschlossen. Im Kurzparkerbereich, wo ansonsten oft selbst das kurze Aussteigenlassen nur in zweiter Reihe während eines Hupkonzerts möglich ist, sind zwei Drittel der Stellplätze frei. Eine Gruppe Polizisten steht mit Mundschutz in der Nähe eines Eingangs zum Ankunftsbereich. Einzelne Menschen ziehen einen Koffer hinter sich her, zwei Shuttlebusse passieren ohne einen einzigen Fahrgast.

Viele Check-In-Schalter sind geschlossen

Auf einer Sitzreihe liegt eine junge Frau und schläft, den Mundschutz hat sie bis über die Augen gezogen – wohl um für ein bisschen mehr Dunkelheit zu sorgen. Einzelne Menschen stehen herum und schauen auf die großen Anzeigetafeln, auf denen mehr Zugabfahrten als Abflüge abzulesen sind. Viele Check-in-Schalter haben nicht geöffnet, und nur an einem herrscht so etwas wie Betrieb. In einer weit ausgedehnten Schlange stehen etwa 15 Menschen an. Sie müssen ausgerechnet nach New York, wo das Virus aktuell weltweit am stärksten wütet.

Weit mehr als die Hälfte der Menschen, die im Flughafen unterwegs ist, trägt eine Maske über Mund und Nase. Das ist den beiden Spatzen egal, die vergnügt im leeren Sitzbereich herumhopsen und es sichtlich genießen, nicht andauernd aufgescheucht zu werden. Nur das Futterangebot war schon mal besser...

Terminal 2 ist dicht

Während an Terminal 1 wenig los gewesen ist, ist es an Terminal 2 gespenstisch. Mittlerweile wurde dieser Bereich des Flughafens vorübergehend komplett geschlossen – die wenigen Starts und Landungen lassen sich locker an einem einzigen Terminal abwickeln. Im sonst so vollen Parkhaus gewähren uns zahlreiche grüne Pfeile freie Wahl. In keiner der langen Parkreihen stehen mehr als zwei Fahrzeuge, ansonsten herrscht gähnende Leere. Kein Mensch ist zu sehen. Der Zugangsbereich zum Terminal wirkt, als sei hier seit Tagen niemand mehr vorbeigekommen. Einer der drei Parkautomaten ist defekt, aber das stört hier niemanden.

Das könnte Sie auch interessieren