Der Frankfurter Oberstaatsanwalt, gegen den ermittelt wird, vor Kameras und Mikrofonen.
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Der Oberstaatsanwalt, dem jetzt Korruption vorgeworfen wird, galt als energischer und hartnäckiger Ermittler. Als Sprecher der hessischen Generalstaatsanwaltschaft war er immer wieder auch in der Öffentlichkeit aufgetreten.

Auch Klinikum Fulda betroffen

Skandal um früheren Oberstaatsanwalt Alexander B. zieht Kreise: Bestechung, Nötigung und Betrug?

Der Justizskandal um den früheren Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander B., der auch Ermittlungen gegen handelnde Personen des Klinikums Fulda angestoßen hatte, ist offenbar größer als bislang bekannt.

Fulda/Wiesbaden - Gegen Alexander B. wird nun wegen Bestechlichkeit und Bestechung sowie Nötigung und Betrugs ermittelt. Das sagte die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) in Beantwortung einer FDP-Anfrage im Landtag (20/4193).

Der Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hatte die Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen geleitet. Wegen Korruptionsvorwürfen gegen ihn war er inhaftiert worden. Die Zentralstelle in Frankfurt wurde aufgelöst und Anfang Januar bei der Staatsanwaltschaft Fulda neu aufgestellt.

Frankfurt: Skandal um früheren Oberstaatsanwalt Alexander B. zieht Kreise

„Je tiefer man gräbt, umso mehr mögliche weitere Straftaten von B. kommen zum Vorschein“, sagte Marion Schardt-Sauer, justizpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion. Die Anfrage ergab, dass weitere Ermittlungsverfahren gegen B. laufen. So wird ermittelt, ob er Verantwortliche des Klinikums Fulda unter Androhung einer unangemessenen Ausweitung des Verfahrens und überzogener Zwangsmaßnahmen genötigt hat, einen Rechtsanwalt zu entpflichten.

Ebenso wird geprüft, ob er die Kassenärztliche Vereinigung zu einer vermehrten Erstattung von Strafanzeigen veranlasst hat und ob er unnötig Aufträge an Sachverständige gegeben hat sowie überhöhte Rechnungen als abgezeichnet hat. „Sollte sich das bewahrheiten, könnte der strafrechtliche Vorwurf gegen B. eine weitere Dimension erreichen. Das wäre schockierend“, so Schardt-Sauer. (vn)

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