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Präsidentschaftswahl in Frankreich: Le Pen siegt in vielen osthessischen Partnerstädten

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Von: Volker Nies

Frankreichweit hat Präsident Emmanuel Macron mit 58,5 Prozent gewonnen. Die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen erzielt 41,5 Prozent. In einigen Partnerstädten osthessischer Kommunen hatte die Herausforderin allerdings die Nase deutlich vorn.

Osthessen - In zwei südfranzösischen Schwesterstädten – dem Gersfelder Partner Bellegarde und der Lauterbacher ville jumelle Lézignan-Corbières liegt Le Pen sogar bei über 60 Prozent und damit knapp unter der Zwei-Drittel-Mehrheit. Auch im zweiten Wahlgang galt: Das politische Frankreich ist gespalten. Im Norden, im Süden und im Osten ist Le Pen sehr stark.

Lediglich in der Mitte und in Zentralfrankreich liegt der Präsident deutlich vorn. Diese Orientierung spiegelt sich in den Ergebnissen der Kommunen wider, die Partner in Osthessen haben. Ein weiterer Faktor ist: Je schwieriger die Lage einer Gemeinde ist, desto höher sind die Abstimmungswerte für die Rechtsextreme Le Pen.

Wahl in Frankreich: In vielen osthessischen Partnerstädten siegt Le Pen

In Bellegarde im Departement Gard, Nachbarstadt von Arles und Partner von Gersfeld, holt Marine Le Pen in der entscheidenden Runde 62,8 Prozent. Der Präsident kommt auf lediglich 37,2 Prozent. Schon im ersten Wahlgang hatte Le Pen mit 39,9 Prozent deutlich vorn gelegen. Einen Kantersieg erzielt Marine Le Pen auch in Lauterbachs südfranzösische Schwesterstadt Lézignan-Corbières. Die Stadt war ein Jahrhundert lang eine Hochburg der Sozialisten.

Jetzt siegt die Rechte Le Pen mit enormen 63 Prozent, Macron kommt auf nur 37 Prozent. Schon im ersten Wahlgang hatte die rechtsextreme Politikerin mit 38,6 Prozent vorn gelegen. In Mertzwiller (Elsass), Partner von Burghaun, ist die Rechtsextreme fast genauso stark wie in Lézignan. In der Stichwahl erringt sie 55,3 Prozent, Macron nur 44,7 Prozent.

In der elsässischen Kleinstadt hatte Marine Le Pen schon im ersten Wahlgang 38,8 Prozent erzielt und damit den ersten Platz unter den Bewerbern geholt. In Freiensteinaus Partnerstadt Tourouvre (Normandie) liegt Le Pen ebenfalls vorn – wenn auch knapp. Hier holt sie 52,8, Macron nur 47,2 Prozent. Schon im ersten Wahlgang hatte Le Pen mit 33,2 Prozent das Feld angeführt.

Die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen lag in einigen osthessischen Partnerstädten deutlich vorn.
Die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen lag in einigen osthessischen Partnerstädten deutlich vorn. © Ludovic Marin/dpa

Fuldas Partnerstadt Arles in der Provence gilt als Hochburg der Linken. Doch am Sonntag liegen die rechtsextreme Le Pen und der liberale Präsident fast gleichauf: Emmanuel Macron holt am Sonntag nur knapp 200 Stimmen mehr als Le Pen. Macron kommt auf 50,3, Le Pen auf 49,7 Prozent. Im ersten Wahlgang hatten Jean-Luc Mélenchon mit 28,0 und Marine Le Pen in Fuldas Partnerstadt mit 27,4 Prozent fast gleichauf vorn gelegen.

In Landerneau, der traditionell liberal-bürgerlichen, bretonischen Schwesterstadt von Hünfeld, liegt der Präsident noch deutlicher vorn. Macron kommt am Sonntag auf 71,7 Prozent, Le Pen auf nur 28,3 Prozent. Schon vor zwei Wochen hatte Macron in der Hünfelder Partnerstadt mit 35,5 Prozent vorn gelegen. (Lesen Sie hier: Besuch vom Stadtrat und sportliche Kräftemessen - Partnerschaft mit Landerneau lebt wieder auf)

Rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin holt oft über 60 Prozent

Im lothringischen Fameck, Partner von Schlüchtern, hatte der Präsident im ersten Wahlgang noch abgeschlagen auf Platz 3 gelegen, Jean-Luc Mélenchon war mit 39,2 Prozent deutlicher Sieger. Jetzt holt der Präsident in Fameck mit 58,4 Prozent einen Sieg auf dem Ergebnisniveau des ganzen Landes. Viele Hochburgen von Marine Le Pen liegen in Südfrankreich. Dennoch gelingt es dem Präsidenten, auch im Süden etliche Städte für sich zu gewinnen.

Im südfranzösischen Cahuzac-sur-Vère beispielsweise, Partner von Lauterbach-Maar, hat Macron – wie schon im ersten Wahlgang – die Nase vorn. Er kam auf 60,9 Prozent, Le Pen auf nur 39,1 Prozent. Schon in der ersten Runde hatte der liberale Präsident mit 26,0 Prozent in dem kleinen Ort gesiegt. Im traditionell bürgerlichen Billère in den Pyrenäen, Partner der Gemeinde Petersberg, errang der Präsident fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Er kommt auf 64,2 Prozent, Le Pen auf nur 35,8 Prozent. Bereits im ersten Wahlgang hatte Macron mit 28,5 Prozent die Nase vorn.

In Guilherand-Granges im Rhônetal, Partner von Bad Soden-Salmünster, liegt der Präsident – etwa wie im Landestrend – mit 58,9 Prozent vorn. Schon die erste Runde hatte Macron mit 30,1 Prozent für sich entschieden. Der Präsident Macron siegt auch in Ranville in der Normandie, Partner der Gemeinde Motten, Macron kommt auf 62,4 Prozent, Le Pen auf 37,6 Prozent. Schon im ersten Wahlgang hatte der Liberale in dem nordfranzösischen Ort mit 32,5 Prozent vorn gelegen.

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