Foto: Lea Marie Kläsener

Für Frieden im Libanon und in der Welt: Sternsinger stehen in den Startlöchern

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kreis Fulda - Rund 500 Sternsinger werden am Montag von Bischof Dr. Michael Gerber in einem feierlichen Pontifikat um 11 Uhr im Fuldaer Dom ausgesandt. Für die Singer aus Eckweisbach geht es in diesem Jahr sogar ins Kanzleramt nach Berlin.

Von unserem Redaktionsmitglied Marcus Lotz

„Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“ heißt das Motto der 62. Aktion „Dreikönigssingen“, bei der in allen 27 deutschen Bistümern Kinder und Jugendliche in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden. Im Jahr 2020 haben alle Hilfswerke der katholischen Kirche ihre Aktionen unter das Thema „Frieden leben“ gestellt. Bis in die kommende Woche hinein bringen die Sternsinger den Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ und sammeln für Not leidende Kinder in aller Welt.

Sternsingerzug zur Marienschule

Während des Gottesdienstes am Montag im Dom wird der Jugendkathedralchor unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber Weihnachts- und Sternsingerlieder singen; die Orgel spielt Domorganist Professor Hans-Jürgen Kaiser. Ab 10.15 Uhr ist Einsingen. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein Sternsingerzug zur Marienschule statt.

Eckweisbacher bei der Kanzlerin

Das im wahrsten Sinne des Wortes „große Los“ haben in diesem Jahr die Sternsinger der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael in Hilders-Eckweisbach gezogen. Wie fast jedes Jahr hatten sie an dem bundesweiten Sternsinger-Wettbewerb teilgenommen, dessen Gewinner nach Berlin fahren und zusammen mit mehr als 100 anderen Sternsingern den traditionellen Segen ins Bundeskanzleramt bringen.

„Wir hatten fest mit dem Trostpreis gerechnet“, erzählt Gemeindereferentin Eva-Maria Baumgarten. Umso größer sei die Freude gewesen, mit vier Sternsingern – zwei Mädchen und zwei Jungs – nach Berlin zu einem Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fahren zu dürfen. „Wir haben Ende November davon erfahren und mussten dann innerhalb von 24 Stunden zu- oder absagen.“

Zum Glück habe sich trotz Ferienzeit spontan eine Reisegruppe zusammengefunden. In Berlin geplant ist unter anderem eine Generalprobe, der Empfang im Kanzleramt mit Mittagessen sowie ein Fotoshooting. „Und natürlich werden wir Berlin noch ein bisschen unsicher machen“, kündigt Baumgarten an.

Nach Engelhelms jetzt Edelzell

In kleinerem Rahmen, aber mit genauso viel Enthusiasmus sind in diesem Jahr auch die Sternsinger in Edelzell unterwegs. Pfarrer Andreas Frisch von der Pfarrei Christkönig Edelzell-Engelhelms hatte bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass die Pfarrei zu groß für die Anzahl der Sternsinger sei, um weiterhin beide Gemeinden zu besuchen. Daher habe man sich dazu entschieden, sich abzuwechseln – 2019 war Engelhelms an der Reihe, in diesem Jahr nun Edelzell. Bei den Gemeindemitgliedern sei die Regelung verständnisvoll aufgenommen worden. In diesem Jahr werden drei Gruppen in der Pfarrei unterwegs sein.

Der Gemeindewechsel ist aber nicht die einzige Besonderheit in Edelzell-Engelhelms: Während die große Aussendungsfeier des Bistums am Dreikönigstag am Montag stattfindet, ist es in der Pfarrei Tradition, dass die Sternsinger am Samstag davor – also heute – losziehen. Das hat auch einen praktischen Grund, erklärt Frisch: „An diesem Samstag sind tagsüber mehr Leute zu Hause.“

Erwachsene als Sternsinger

In der Fuldaer Innenstadt werden nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene als Sternsinger unterwegs sein. Sie ziehen am Samstagabend, 11. Januar, bereits im vierten Jahr durch Restaurants und Kneipen. „Dort wird dann gesungen, der Segen gesprochen und um Spenden gebeten“, sagt Stadtpfarrer Stefan Buß. Eine Konkurrenz zu den „kleinen“ Sternsingern seien die Erwachsenen nicht, betont er: „Wir wollen die Tradition des Häuser-Segnens erhalten. Wir gehen aber nur dorthin, wo Kinder normalerweise nicht hinkommen.“

Buß berichtet von einer guten Resonanz darauf: „Man kommt mit Menschen ins Gespräch, auf die man in der Kirche nicht treffen würde – genau das ist Sinn der Aktion.“

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