Fotos: Ralph Leupolt

Friedensgottesdienst der Karnevalisten: Hunderte Narren in der Stadtpfarrkirche (mit Video)

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Es ist mit Sicherheit einer der Höhepunkte der Foaset-Zeit: der Friedensgottesdienst der Karnevalisten in der Fuldaer Stadtpfarrkirche. Stadtpfarrer Stefan Buß fand in seiner wie gewohnt gereimten Predigt humorige Worte. Die Predigt können Sie hier nachlesen.

Nachfolgend lesen Sie die gereimte Predigt von Stadtpfarrer Buß im Wortlaut:

„Wir ihr es gewohnt seid, bin ich auf die Kanzel gestiegen,

hier oben habe ich auch meine Narrenkappe liegen.

Ich wechsle sie schnell, dann bin ich bereit,

zu halten die Fastnachtspredigt heut wieder gereimt.

So beginnen wir jetzt mit viel Freud und Lob und damit nicht zu klein,

wir rufen Halleluja und Föllsch Foll hinein.

Foaset ist’s, ihr kennt das schon,

heut‘ spricht zu euch ins Mikrofon,

der Prediger den Text in Reimen,

die Botschaft so kann bei euch keimen

und ihr, berührt von Gottes Wort;

gestärkt mit Schwung geht von hier fort.

An Fasnacht woll‘n die Menschen lachen,

schunkeln, tanzen, Faxen machen.

Und sicherlich nicht ohne Grund,

heißt’s lachen, das ist sehr gesund.

Zufrieden ist, wer lachen kann,

selbst wenn so manches dann und wann

mir schwierig, hart, als Last kommt vor

es trägt sich leichter mit Humor.

Ihr Tollitäten ich grüß euch alle hier, die ihr seid gekommen nach St. Blasius,

ihr habt niedergelegt vor dem Altar Kopfbedeckung und Insignien, wie es seit einigen Jahren ist so Usus.

Es soll deutlich werden: ihr tretet zurück in die zweite Reihe,

nur einer ist jetzt Tollität, der Herr Jesus Christ, bekennen gemeinsam Priester und Laie

Die schönste Sternenstadt in Deutschland das ist Foll.

Und wir haben jetzt auch einen Sternenprinz, ist das nicht toll?

Prinz Harald, dir sei ein herzliches Willkommen gesagt,

du bist in diesen Wochen wirklich überall gefragt.

Du führst seit kurzem nicht nur Gruppen als Gästeführer durch unser tolles Foll,

nun führst du auch die Fuldaer Narrenschar seit dem 11.11. und das ganz toll.

In Eichenzell durfte ich dich sogar taufen,

da sollten wir wirklich mal einen richtig drauf - trinken.

Dein Stern ging einst auf in der Stadtpfarrei,

du warst schon bei Winfried Reith als Messdiener dabei.

Und heute bist du gern hierher gekommen

und hast als Sternenprinz in der ersten Reihe Platz genommen.

Auch deine Mannschaft, vor allem Jochen und Ralph, seid alle gegrüßt!

Allen voran aber Prinzenmariechen Luca, isse nicht süß?

Luca wir haben dich alle so gern,

du leuchtest heute hier als hellester Stern.

Harald, dass du in Hünfeld geboren bist, dafür kannst du ja nichts, das konntest du ja nicht vermeiden,

deshalb sollst du dafür auch nichts erleiden.

Denn nicht nur die Sterne liegen dir zu Füßen,

alle Narren von Foll, alle Rand- und Bundesstaaten wollen dich grüßen!

Alle folgen dir und gehen bis Aschermittwoch mit,

wir gehen den „Walk of Foaset“, das ist der Hit.

Auch mit einer Sternenwarte kann ich dir dienen, sie liegt nicht im Fernen,

wir ersteigen die Türmerwohnung und halten dort Ausschau nach den Sternen.

So grüßt die Sternenstadt ihren Sternenprinz mit einem Föllsch Foll hinein,

wir freuen uns alle und bitten um Frieden und lassen Gott in unser Herz herein

Ich grüße auch alle anderen Tollitäten aus Nah und Fern,

auch von Petersberg, Künzell und Oberrode seid ihr gekommen,

um euch besser zu sehen, hab ich auch die Kanzel erklommen.

Wenn Petersberg und Künzell schon sind heute hier, das ist in de Reih,

für die Großstadt Foll müsste jetzt nur noch Eichenzell dabei.

Ich zitiere den Prinzen:

1 Sternenglanz, Narrenfreude und Gottes Lob, steh‘n an erster Stelle heute.

Ihr strahlt in euren schönen Roben, heller als die Sterne droben,

weshalb die Stadtpfarrkirche ich erkläre heut zum hellsten Stern der Stratosphäre.

Ein besonderer Gruß aber gilt Sven und Biggi mit Herz und Seele, unserem Brunnenpaar.

Auch ihr seid heute mit von der Partie und das ist doch klar.

Was klagten die Leute noch vor Jahren in der Stadt:

Dom und Stadtpfarrei zusammen, die Idee setzen wir Schachmatt.

Doch es funktioniert und das sag ich euch allen, hier drinnen und draußen vor dem Tor,

auch das Brunnenpaar macht es euch vor:

Die Vogels mitten aus der Stadt von der Florengasse,

und die Frickes vom Dom, die passen zusamme, ist das nicht Klasse?

Der Zusammenhalt der Foaset-Vereine in Foll, die ist wirklich schee,

ihr entführt nicht nur gemeinsam Bier, wie von vielen in Hilders geseeh.

Jeder von euch feiert Foaset zwar auf seine eigene Art,

aber nur gemeinsam seid ihr doch besonders stark!

Das ist euch wichtig und steht über allen Dingen,

deshalb könnt ihr dann so wunderbar Frohsinn und Freude zu den Menschen bringen.

So seid auch ihr ein Stern, der vielen Menschen den Weg erhellt,

und heute betet ihr gemeinsam hier um Frieden in der Welt.

Euch allen sagen wir ein großes Dankeschön,

seid gewiss, der liebe Gott hat das schon mit Wohlwollen gesehn!

Fulda ist eine schöne Stadt,

weil man hier auch viel zu sehen hat.

Wunderschön ist unser Weihnachtsmarkt und landesweit bekannt,

da kommen viele Menschen von überall hergerannt.

Laufen sie dann über die Plätze ihre Route,

stehen sie unwillkürlich vor der größten Bude.

Da ist die Stadtpfarrkirche an diesem Ort,

sie lädt ein zu Besinnung, zu Stille und einem aufbauenden Wort.

Jeden Tag fast eintausend Kerzen werden da angezündet,

und an der Gedenkwand so manches Danke, Bitte und Flehen in einer Öffnung mündet.

Wir dürfen in diesem Jahr einen Geburtstag feiern voll Freud,

die Innenstadtpfarrei wird 5 Jahre, ihr Leut.

Stadtpfarrei, Dom, St. Joseph und Hl. Geist sind dabei,

sie bilden St. Simplicius, Faustinus und Beatrix, das ist in de Reih.

Liturgie, Gemeinschaft, Citypastoral und auch Willkommenskultur

steht bei uns obenan,

die Liebe Gottes den Menschen zu künden nur unser Dienst sein kann.

Unsere Gemeindereferentin Larissa Herr,

hat seit kurzem der Dienste mehr.

Sie übernimmt Beerdigungen und hatte auch den Mut,

sie macht das mit Bravour und für alle Leute sehr gut.

Sie tut viele Jahre ältere Menschen begleiten,

so ist es nur stimmig, sie auch auf dem letzten Weg auf dem Friedhof zu begleiten.

Vor kurzem starb eine Oma, die Angehörigen schrien auf sehr laut,

Beerdigung durch die Gemeindereferentin - das ist out.

Die Oma dreht sich im Grabe rum, das wäre doch gelacht,

wenn das nicht, wies sich gehört, ein Pfarrer macht!

Was denkt ihr, ihr Leut, ist es denn mehr wert, wenn es macht ein geweihtes Haupt?

Man kommt auch mit Pfarrer nicht in den Himmel, wenn man vorher nicht im Leben glaubt.

Ihr Karnevalisten, das weiß ich, hört nicht gern vom Aschermittwoch,

doch lad ich euch ein zu kommen in der Woch.

Es gibt hier Aschenkreuz und das ist der Clou,

es ist eine kleine Feier mit Aschenkreuz to go!

So mancher Frommer mag das überhaupt nicht verstehen,

um Menschen zu erreichen muss man heute oft auch mal andere Wege gehen

Und die nächste Woche dann macht hier St. Blasius uns alle Ehre,

gegen Halskrankheiten und Leid an Seele und Leib sollte man dem Empfang sich nicht verwehren.

Und wer nicht kommen kann, muss nicht nach Rom,

bei uns gibt es dann auch Blasiussegen @home.

Im letzten Jahr fiel der ROMO aus, was für ein Schreck,

das hieb dem letzten Prinzen fast die Füße weg.

Wir ließen uns trotzdem das Feiern nicht ganz verderben,

ich hoffe, es bleibt in den Herzen Schöneres als nur Scherben.

Mit mir ruft heute deshalb die ganze Narrenschar aus,

lieber Herrgott, erbarme dich unser und lass am Rosenmontag die Sonne heraus!!!

Wir schwören dir, alle kommen auch nächsten Sonntag wieder

und singen zu deiner Ehre Hymnen und Lieder.

Aus der Bibel hörten wir heut Sternentexte,

Sterne verheißen uns das Allerbeste.

Ein heller Stern stand groß in Betlehem über dem Stall

Und verkündete den Friedensfürst auf dieser Erde und überall.

Der Stern strahlt durch die Nacht,

hat Kunde uns gebracht:

Der König ist geboren.

Wir sind nicht mehr verloren.

Geheimnis übergross:

Dort in Marias Schoss

liegt Gottes grosse Gnade.

Er führt auf neue Pfade.

Dem menschlichen Geschlecht

wird wieder Heil und Recht.

Nach Hass und Streit folgt Frieden –

von Gott der Welt beschieden.

Was uns der Bote bringt,

was tausendfach erklingt,

ist jene gute Kunde

von Gottes neuem Bunde.

Hier enden Neid und Zorn.

Gleich einem Samenkorn

fällt Gutes in die Erde,

damit das Neue werde.

Der Stern zieht seine Bahn,

verwandelt stolzen Wahn,

lässt arm und reich anbeten,

in Jesu Spuren treten.

Stern der Sehnsucht,

hoch am Himmel,

leuchte hell durch dunkle Nacht.

Bringe allen Menschen Hoffnung,

die dein sanftes Licht bewacht.

Weck die Hoffnung in den Herzen

Derer, die von Hass zerstört,

dass ein jeder von uns Menschen,

noch das Lied der Liebe hört.

Hass und Liebe sind die beiden

Pole der Unendlichkeit

und wir Menschen wandern alle,

durch die Zeit zur Ewigkeit.

Lass uns mit dem Herzen sehen,

unsern Weg durch Raum und Zeit,

lass uns nicht verloren gehen

in der kalten Dunkelheit.

Nur die Liebe kann verhindern,

dass wir für immer in der Unendlichkeit des Seins verloren gehen.

Was mag das Leben uns noch bringen?

Noch hört man uns überall Fastnachtslieder singen.

Doch dann auch nach den närrischen Tagen

Plagen auch manchmal Zukunftsfragen,

steht ungewiss man vor Kreuzwegen,

vergisst ein Manchmal auch den Segen,

der allzeit tief sich um uns breitet

und unserer Seele Dunkel weitet.

Wir brauchen keine Angst zu haben,

denn reichlich sind des Schöpfers Gaben.

Wir tragen alle seinen Namen.

So dürfen wir vertrauen. Amen.“

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