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Fünf Fragen zu den Corona-Tests: Was sie bringen und für wen sie sinnvoll sind

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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REGION - Aktuell halten Antikörpertests Einzug in Arztpraxen und Apotheken. Bislang wurde mit dem PCR-Test getestet. Doch was bringen sie, für wen sind sie sinnvoll und wer zahlt? Fünf Fragen zu den Corona-Tests.

Wie wird bisher getestet?

Standard ist der sogenannte PCR-Test. Dabei werden mit einem Stäbchen Abstriche aus Nase oder Rachen genommen, die man im Labor mit Hilfe spezieller Geräte auf Viren-Erbgut untersucht. Ein Nachweis von nicht mehr infektiösen neuartigen Coronaviren wäre nach Angaben des Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité auch über einen Stuhltest möglich.

Das sei aber noch nicht so etabliert, hatte er im Podcast beim NDR gesagt. Für einen PCR-Test zahlen die gesetzlichen Krankenkassen 59 Euro, teilte ein Sprecher des Spitzenverbands der Krankenkassen mit. Einen zugelassenen Antikörpertest gebe es derzeit noch nicht.

Wer wird getestet?

Das entscheiden Ärzte und Kliniken nach medizinischer Notwendigkeit. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat dafür eine Orientierungshilfe für Ärzte erstellt. Tests werden in der Regel nur veranlasst, wenn ein Verdacht auf eine Infektion besteht. Bei den rund 350 000 Tests pro Woche in Deutschland seien zur Zeit sieben bis acht Prozent positiv, hieß es vom RKI.

Was plant die Bundesregierung?

In Zusammenarbeit mit der Wissenschaft will sie herausfinden, wie hoch die Dunkelziffer der Infizierten in Deutschland sein könnte. Die Ergebnisse können dann bei den weiteren Entscheidungen herangezogen werden, welche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus weiter aufrecht erhalten werden müssen und welche nicht.

Geplant sind repräsentative Stichproben in der Bevölkerung. Antikörper können über Blutproben nachgewiesen werden. Das funktioniert bei Masern beispielsweise ein Leben lang. Kanzleramtsminister Helge Braun kündigte an, „eine große Serie von Menschen, die glauben, sie hätten nie etwas mit Corona zu tun gehabt“, auf freiwilliger Basis zu testen, sobald ein zuverlässiger Antikörpertest vorliege.

Was wird gerade in München getestet?

Tatsächlich wollen Münchner Forscher mit Tausenden Bluttests bei zufällig ausgewählten Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt der Dunkelziffer auf die Spur kommen. 3000 Haushalte sollen teilnehmen. In Bayern gibt es die meisten nachgewiesenen Erkrankungen – absolut und im Verhältnis zur Einwohnerzahl.

Professor Michael Hoelscher, Leiter der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München, sagte, Antikörpernachweise bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus seien momentan sehr schwierig, aber es gebe Methoden, die das möglich machten.

Dennoch müsse sich in den nächsten Monaten die Genauigkeit noch erhöhen. „Wir heben aus diesem Grund natürlich alle Proben auf und können, sobald es bessere Tests gibt, die gesammelten Proben noch einmal genauer untersuchen.“

Was ist das Problem mit Antikörpertests?

Es gibt nicht nur ein Coronavirus, sondern viele. Das Problem beim Antikörpernachweis für Sars-CoV-2 ist nach Angaben von Matthias Orth, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte (BDL), dass es eine sogenannte Kreuzreaktion geben kann. Es werden zwar Antikörper gegen Coronaviren festgestellt, aber es bleibt unklar, gegen welches Virus genau.

„Wenn Sie also jetzt zu mir kommen und wollen wissen, habe ich mit einer 100-prozentigen Sicherheit die Covid-19-Erkrankung schon gehabt, dann kann ich die Antwort nicht geben.“ Noch unbekannt sei momentan auch, wie lange Antikörper gegen Sars-CoV-2 im Blut nachweisbar seien und wie lange sie vor einer Neuerkrankung schützten. Dennoch seien Studien mit der Antikörperbestimmung epidemiologisch sehr wichtig, sagt Orth.

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