Die Besucher des antonius-Adventsmarktes genossen Musik und Punsch.
+
Die Besucher des antonius-Adventsmarktes genossen Musik und Punsch.

Nach Corona-Pause

Adventsmarkt lockt viele Besucher auf antonius-Campus in Fulda

  • Alina Komorek
    VonAlina Komorek
    schließen

Nach einem Jahr Corona-Pause fand am Samstag wieder ein Adventsmarkt auf dem Gelände von antonius in Fulda statt. Bei Musik und Punsch ging es vor allem darum, vor dem Winter noch einmal Austausch und Begegnung zu ermöglichen.

Fulda - Auf dem Campus von antonius in Fulda ist an diesem voradventlichen Samstag richtig viel los: Junge Familien, Mitarbeitende und Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung erkunden die Stände auf dem Campus hinter dem Backsteingebäude in Haimbach. Um die Feuertonnen herum stehen junge Menschen und lauschen Jan und Marie, die mit Gesang und Gitarre schließlich sogar dafür sorgen, dass ein junges Paar das Tanzbein schwingt.

Neben dem Holzhandwerk, das zur Mittagszeit schon ziemlich gut verkauft wurde, werden aus dem Hause antonius Würstchen, Kartoffelecken, Kaffee und Kuchen verkauft. Alles, was hier angeboten wird, wurde von den Menschen mit Behinderung hergestellt. Neben Adventskränzen sind auch feine Kupferarbeiten und Strohsterne dabei. Sogar die Verpackungen werden hier von Hand gefertigt: Ein Bewohner bemalt die Papiertüten ganz individuell für die Kundinnen und Kunden, die darin die soeben erworbenen Geschenke verpacken. (Lesen Sie auch: Fulda: Planung für Weihnachtsmarkt geht weiter - trotz Corona-Zahlen)

Fulda: Adventsmarkt bei antonius lockt viele Besucher an

Unter einem Pavillon ist der Bücherflohmarkt aufgebaut – die Einnahmen sollen in die antonius-Stiftung fließen, die davon ein Gewächshaus bauen will. Das Projekt trägt den Titel „Erwachsen“ – was laut Vorstandsmitglied Rainer Sippel symbolisch für die Stiftung steht: „Hier soll etwas erwachsen für Menschen mit Behinderung“, erklärt er. „Samen haben eine gewisse Energie, daraus wurzelt und erwächst etwas.“

Alles, was am antonius-Adventsmarkt angeboten wurde, wurde von den Menschen mit Behinderung hergestellt.

Sippel freut sich auch darüber, dass der Adventsmarkt wie ein richtiges Gruppenfest stattfinden kann – natürlich nur unter Corona-Regeln: Beim Einlass werden Impf-, Genesenen- oder Testnachweis gründlich mit Ausweis kontrolliert, auf Abstandsregeln und Maskenpflicht wird geachtet, und alle Stände und Aktionen finden draußen statt. „Wir sind froh über die Begegnung“, sagt Sippel und spricht damit wohl allen aus dem Herzen, die gerade bei einem Punsch ins Plaudern kommen oder sich über die Gewächshaus-Pläne unterhalten. „Corona hat für uns viel verändert, deshalb ist es umso wichtiger, jetzt raus zu kommen, Leute zu treffen und vor dem Winter noch einmal Kraft zu tanken.“ Er fügt noch hinzu: „Das ist uns viel wichtiger als der Umsatz oder der Glühwein.“

Vor allem die Kleinsten können hier noch einmal viel mitnehmen, bevor es in den Wintermonaten und mit den steigenden Corona-Zahlen wieder ruhiger wird: In der Mitte des Campus können sie über Hüpfeimer springen, Bälle werfen oder am Glücksrad drehen, und vor allem sind sie richtig ins Tanzen und Musizieren gekommen. Ein echter Köllscher Jong erklärt sogar den ganz Kleinen die Grundschritte im Freistil-Tanz: Von der Drehung bis zum Hände zum Himmel heben sind die Zwei- bis Sechsjährigen hochmotiviert bei der Sache – auch die Eltern scheuen sich nicht, ebenfalls das Tanzbein zu schwingen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema