Im Gebüsch an der Buseckstraße/Ecke Künzeller Straße wird jede Menge Müll entsorgt.
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Im Gebüsch an der Buseckstraße/Ecke Künzeller Straße wird jede Menge Müll entsorgt.

Kondome, Pampers, Essensreste

„New York ist sauberer als Fulda“: Leser beschwert sich über Schmuddelecken

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Müll in den Städten ist immer wieder ein Thema – so auch in Fulda. Leser William Burdumy ist der Meinung, unsere Stadt vermülle zunehmend. Außerdem gebe es in der Von-Schildeck-Straße, in der er wohne, Probleme mit der Straßenreinigung. 

Fulda - Unordnung und Müll beobachte William Burdumy, der seit sechs Jahren in Fulda lebt, bereits seit einiger Zeit in Fulda. Er selbst wohnt in der Von-Schildeck-Straße und beklagt vor allem das Gebüsch in der Buseckstraße. Dort habe er schon alles mögliche gefunden: „Kondome, Pampers, Essensreste und jede Menge abgenutzte Masken.“

Zwar werde durch den Lockdown weniger Müll entsorgt. Verschwunden er dennoch nicht. Vor allem die Innenstadt bereite ihm Sorge – etwa die Mittelstraße. „Mir wird übel, wenn ich das sehe“, sagt er und verweist auf zahlreiche Imbissbuden und mangelnde Mülleimer. Er ist sicher: „Als Ratte kann man sich in Fulda wunderbar ernähren.“ Der 68-Jährige, der ursprünglich aus den USA kommt, vergleicht Fulda mit der Metropole New York: „Dort ist es zehnmal sauberer als Fulda.“ An die Stadt habe sich der 68-Jährige schon des Öfteren gewandt – jedoch ohne Erfolg. „Die Stadt kümmert sich einfach nicht“, sagt er. (Lesen Sie hier: Leserin beschwert sich über Zustand am ZOB in Fulda)

Undordnung und mangelnde Mülleimer in der Fuldaer Innenstadt

Den Grund für die Vermüllung sieht er darin, dass keine Familien mehr in der Innenstadt lebten – vielmehr seien es junge Menschen und Studierende. Keinesfalls wolle er das Problem jedoch verallgemeinern, macht er deutlich. „Von 1000 Menschen muss nur einer unordentlich sein“, betont er und fügt hinzu: „Es hängt nicht an allen, sondern an einzelnen, denen es einfach egal ist.“

Von der Stadt würde sich der 68-Jährige entweder größere oder weitere Mülleimer wünschen. Außerdem halte er es für unbedingt notwendig, dass mehr Kontrollgänge gemacht werden.

Ein zweites Problem spricht der 68-Jährige ebenso an: In der Straße, in der er wohne, werde die Straßenreinigung seitens der Stadt vernachlässigt. „Der Bordstein ist mit Laub bedeckt. Irgendwann wird es hart und lässt sich nicht mehr entfernen.“ Die Reinigung komme außerdem immer spät morgens, also wenn Autos die Straße zugeparkt hätten. Das Reinigungsfahrzeug komme dann nicht mehr an die relevanten Stellen heran. „Diese Maschinen sind ein Witz“, macht er seinem Ärger Luft. „Nur ein großer Besen ist hier effektiv.“ Er erwarte nicht zwingend, dass die Reinigungskräfte wesentlich früher kommen, macht aber den Vorschlag, ein Schild mit der Aufschrift „Achtung, Reinigung! Bitte nicht parken“ für zwei Stunden aufzustellen. Auch das habe er der Stadt Fulda bereits einige Male wohl vergeblich vorgeschlagen.

Von der Stadt würde sich der 68-Jährige entweder größere oder weitere Mülleimer wünschen.

Vorschläge des Lesers zum Müllproblem in Fulda: So reagiert die Stadt Fulda

„Wann der richtige Zeitpunkt für eine maschinelle Reinigung ist, ist hinsichtlich der Parksituation schwer kalkulierbar“, sagt Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda. Außerdem gebe es noch eine Menge weiterer Aspekte, die bei der Planung der Reinigung in den Straßen zu berücksichtigen seien – etwa der Berufs- und Schulverkehr, Gottesdienst-Zeiten, Markttreiben, Müllabfuhrtermine, Nachtruhe-Zeiten, die Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Personal. „Der Einsatz von Maschinen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollte im Interesse des Steuerzahlers überdies möglichst effektiv organisiert sein“, betont er.

Die Stadt Fulda weise außerdem regelmäßig auf die Straßenreinigungspflicht der Hauseigentümer hin. Die Satzung über die Straßenreinigung und den Winterdienst der Stadt Fulda verpflichte alle Anlieger zur Reinigung auf öffentlichen (Geh)-Wegen, Straßen und Plätzen entlang ihrer Grundstücksgrenzen.

Leser: Stadtverwaltung vernachlässigt außerhalb der von der Touristen frequentierten Orte in Fulda

Verschmutzungen seien Burdumy außerdem in der Florengasse, im Franzosenwäldchen und am Mittleren Friedhof aufgefallen. „Ich finde es schade, dass unsere schöne Stadt, außerhalb der von den Touristen frequentierten Orte, von der Stadtverwaltung so vernachlässigt wird.“ Als touristischen Ort sehe er etwa den Dom. „Dort ist es nicht schmutzig, weil dort überwiegend Touristen hinkommen.“

Heller sieht die Müll-Situation in Fulda etwas anders:„Aus Sicht der Stadt Fulda ist im Bereich der Buseckstraße kein überhöhtes Müllaufkommen festzustellen.“ Die Reinigung etwa am Parkplatz Franzosenwäldchen werde einmal in der Woche gereinigt. Die Reinigung der Wege innerhalb der Parkanlagen – etwa des Mittleren Friedhofs sowie des Ferdinand-Braun-Parks – erfolge in einem vierwöchigem Turnus. Die Stadt habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass die Reinigungsintervalle sinnvoll und ausreichend sind. Er sagt aber dennoch: „Sollten dem Stadtservice außergewöhnliche Verschmutzungen oder Müllmengen gemeldet werden, rücken die Reinigungsteams auch zusätzlich zu den Turnusterminen aus.

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