Fulda: In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen.
+
In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen.

Im Gemeindezentrum Künzell

Fuldaer AfD startet mit Kritik an EU und Regierung in den Bundestagswahlkampf

Die Fuldaer AfD ist am Samstagabend offiziell in ihren Wahlkampf der Bundestagswahl im Herbst gestartet. Im Gemeindezentrum Künzell schworen Spitzenkandidaten ihre Partei ein. Themen waren diesmal nicht die Migrationspolitik, sondern Kritik unter anderem an Medien, den Regierungsparteien und der EU-Politik.

Künzell - Das EU-Parlament sei eine „echte Mogelpackung“ und „Art Theater“, sagte Pierre Lamely, Kreisgeschäftsführer der AfD in Fulda und Kandidat auf Platz 8 der hessischen AfD-Liste, vor rund 60 Zuschauern. Die Politik der EU mit „planwirtschaftliche Planung“ des Windradausbaus, die „Enteignung der Autofahrer“ zeige Parallelen zur DDR-Wirtschaft. Zudem forderte er, dass Deutschland nicht „Zahlmeister“ der EU bleiben dürfe; es müsse sich von „den Fesseln der EU befreien“. Die Wahl im September sollten Wähler „als Abrechnung“ nutzen. Die Moderatorin der rund zweieinhalbstündigen Wahlkampfveranstaltung, AfD-Europaabgeordnete und stellvertretende Kreisgeschäftsführerin Christine Anderson, wetterte gar, die Organe der EU würden die freiheitlich-demokratische Grundordnung abschaffen wollen.

Joana Cotar, AfD-Bundestagsabgeordnete und auf Platz 2 auf der AfD-Landesliste in Hessen, sagte, viele Menschen fühlten sich bevormundet und nicht gehört und würden zu Unrecht in eine Ecke gestellt, wenn sie etwa gegen die Corona-Politik demonstrierten. Der „multikulturelle Fanatismus müsse aufhören; das Land, dessen Kanzlerin sich mehr um die Welt kümmere statt um die Bürger, sei auf einem selbstzerstörerischen Kurs“, so Cotar. Als „einziges Korrektiv“ im Bundestag brauche es die AfD, die für eine soziale Marktwirtschaft statt Umverteilung stehe, für Wohlstand, Freiheit und gelebte Tradition. Mit Blick auf die EU wünsche sie sich eine „EU der Vaterländer“. (Lesen Sie hier: Bundestagswahl 2021 rückt näher: Welches Thema wird den Wahlkampf bestimmen?)

Fulda: AfD startet mit Kritik an EU und Regierung in den Bundestagswahlkampf

Kritik an der Afghanistanpolitik der Bundesregierung, den deutschen Strompreisen, die die höchsten in ganz Europa seien, an der hohen Belastung für Steuerzahler, dem niedrigen Rentenniveau und an der „GEZ-Zwangsgebühr“ übte Martin Hohmann, Bundestagskandidat, früherer Neuhofer Bürgermeister und hessischer Spitzenkandidat auf Platz 8. Er hatte in seiner Rede die Kanzlerin als verantwortliche ausgemacht, die das Land schwäche. Die Energiewende sei „Größenwahn rot-grüner Art“. Die AfD sei die einzige Partei, die für normal christliche Werte“ steht, so Hohmann.

AfD in Fulda startet mit Kritik an EU und Regierung in den Bundestagswahlkampf

Fulda: In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen.
In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen. © Norman Zellmer
Fulda: In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen.
In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen. © Norman Zellmer
Fulda: In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen.
In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen. © Norman Zellmer
Fulda: In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen.
In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen. © Norman Zellmer
Fulda: In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen.
In Künzell hat der Wahlkampfauftakt der AfD zur Bundestagswahl begonnen. © Norman Zellmer

Die Berliner AfD-Spitzenkandidatin Beatrix von Storch, unterstrich, dass ihre Partei Debatten im Bundestag „zu allen wesentlichen Themen“ wiederbelebt habe und rund 1000 Anträge eingebracht habe, über die jedoch kaum berichtet werde. Die AfD sei in den zurückliegenden vier Jahren „der rosa Elefant im Raum“ gewesen, über den nicht gesprochen werde, der aber „Grenzen für die anderen“ Parteien gesetzt habe. Von Storch kündigte an, nach der Bundestagswahl „jeden Millimeter“, den die CDU weiter nach links rücke, zu besetzen. Man werde sich in den kommenden Jahren darauf vorbereiten, dass eine Regierung nach einem möglichen Scheitern eines grün-schwarzes Bündnisses „nicht mehr an der AfD vorbeikommt“ und diese beteiligt werde. Man wolle und brauche einen Wechsel. Zeitgleich hatte am Samstag auf dem Uniplatz in Fulda eine Demonstration gegen den AfD-Wahlkampfauftakt statt gefunden. (nz)

Das könnte Sie auch interessieren