In einem Haus in Buchenau wurde im Februar dieses Jahres ein 41-Jähriger erstochen. Ein 23-Jähriger ist deshalb wegen Totschlags angeklagt.
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In einem Haus in Buchenau wurde im Februar dieses Jahres ein 41-Jähriger erstochen. Ein 23-Jähriger ist deshalb wegen Totschlags angeklagt.

Bluttat in Buchenau

Vater der Ex-Freundin erstochen? 23-Jähriger wegen Totschlags vor Gericht

  • Hartmut Zimmermann
    VonHartmut Zimmermann
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Ein 23-Jähriger muss sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Fulda verantworten. Er ist angeklagt, am 15. Februar dieses Jahres in Buchenau den Vater seiner Ex-Freundin erstochen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor.

Buchenau/Fulda - Staatsanwalt Andreas Hellmich beschuldigt den 22-jährigen Mann, den mit ihm im selben Haus wohnenden Vater seiner früheren Lebensgefährtin „getötet zu haben, ohne ein Mörder zu sein“. Damit geht es um den Vorwurf des Totschlags.

In einem Fachwerkhaus im Kirchweg im Dorf Buchenau war es am Abend des 15. Februars zu der Bluttat gekommen. Das Opfer, so Hellmich, habe den 22-Jährigen in dessen Zimmer aufgesucht, um ihn wegen zurückliegender Vorfälle zur Rede zu stellen. Der Streitpunkt war das Verhältnis des Angeklagten zur damals 17-jährigen Tochter des Opfers. Diese habe sich am Tag vor der Tat von ihrem Freund, dem nun Angeklagten, getrennt, weil dieser gegen ihren Willen Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt habe.

Bluttat in Buchenau: Vater der Ex-Freundin erstochen? 23-Jähriger vor Gericht

Der 22-Jährige habe das Mädchen daraufhin verzweifelt gebeten, ihn mit einer Art Kampfmesser, der späteren Tatwaffe, zu töten. In dieser Situation, so Hellmich, habe die 17-Jährige, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt, ihren Vater ins Vertrauen gezogen. Der 41-Jährige habe seine Tochter und den 22-Jährigen angewiesen, sich bis auf Weiteres in verschiedenen Zimmern des Hauses aufzuhalten.

Am Abend des Folgetags habe er seiner Tochter angekündigt, dass er mit dem jungen Mann reden wolle. Vor diesem Gespräch habe der Angeklagte vier Flaschen Bier und etwa ein Drittel aus einer Flasche Likör getrunken, so der Staatsanwalt. Diese Unterredung eskalierte offenbar: Im Verlauf der handgreiflichen Auseinandersetzung habe der Angeklagte den 41-Jährigen mit zahlreichen Messerschnitten und -stichen in Arme, Oberkörper und Beine so schwer verletzt, dass dieser verblutet sei. Die Tochter des Opfers habe vergeblich versucht, die Blutungen an den schlimmsten Verletzungen zu stillen.

Angeklagter soll den Notruf abgesetzt haben

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war es der Angeklagte gewesen, der einen Notruf abgesetzt und so die Rettungskräfte alarmiert habe. Der 22-Jährige war noch am Abend der Tat vorläufig festgenommen worden und sitzt seitdem in der JVA Fulda in Untersuchungshaft. Beim Prozessauftakt teilte sein Rechtsanwalt, Bernhard Zahn (Aschaffenburg) mit, der Angeklagte werde sich im Verfahren nur zu seiner Person, aber nicht zu den Tatvorwürfen äußern. Von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht macht auch eine Pfarrerin Gebrauch, die als Zeugin geladen war, sagte der Vorsitzende Richter Josef Richter.

Dem in der Sache tätigen psychiatrischen Gutachter Dr. Helge Laubinger hat der Angeklagte mitgeteilt, dass er vor der Tat eine Muskatnuss gegessen habe. Zu den Auswirkungen – das Gewürz kann in höherer Dosierung Rauschzustände auslösen – soll auch ein Gutachter gehört werden, so der Vorsitzende Richter.

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