Die Feuerwehr konnte den Brand im September schnell genug löschen, sodass niemand verletzt wurde.
+
Die Feuerwehr konnte den Brand im September schnell genug löschen, sodass niemand verletzt wurde.

Autobrand in Uffhausen

Brandbeschleuniger entdeckt: Staatsanwaltschaft bestätigt Anschlag auf Politikerin Karin Bettinger

  • Leon Weiser
    VonLeon Weiser
    schließen

Nach dem Brand des Autos der Kommunalpolitikerin Karin Bettinger aus Uffhausen ist sich die Staatsanwaltschaft sicher, dass es sich dabei um Brandstiftung handelt. Der oder die Täter sind jedoch weiterhin unbekannt.

Uffhausen - „Es konnte nachgewiesen werden, dass Brandbeschleuniger eingesetzt wurde.“ Das erklärt Dr. Christine Seban, Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Fulda auf Nachfrage unserer Zeitung. Dadurch könne sie einen technischen Defekt am Auto definitiv ausschließen. Hinweise zu möglichen Tätern oder einer Tätergruppierung hätten sich allerdings bislang nicht ergeben. Das Verfahren werde daher weiter gegen Unbekannt geführt.

Im September dieses Jahres musste Kommunalpolitikerin Karin Bettinger (UBL) mitansehen, wie ihr Auto in der Nacht plötzlich in Flammen stand. Dabei wurde niemand verletzt. Allerdings war der Staatsschutz vor Ort, weil ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden konnte.

Fulda: Anschlag auf Kommunalpolitikerin - Brandbeschleuniger gefunden

Noch heute denke sie an den Tag zurück. „Ich zucke noch immer zusammen, wenn nachts der Bewegungsmelder angeht.“ Hintergrund ist, dass sie sich in der Tatnacht gewundert habe, wieso der Bewegungsmelder reagierte und das Licht lange brannte. „Und plötzlich veränderte es sich. Es war ein ganz anderes Licht – das war dann der Feuerschein“, sagte sie damals. In manchen Nächten bilde sie sich noch immer ein, dieses Licht erneut zu sehen.

Karin Bettinger wird sich auch nach dem gezielten Anschlag auf sie für den Naturschutz engagieren.

Unterstützung und Zuspruch bei der Bewältigung der Ereignisse erhalte sie von allen Seiten. Auch die Gemeinde Großenlüder steht hinter der Kommunalpolitikerin. „Es war ein feiger Anschlag auf ein Mitglied unserer kommunalpolitischen Familie“, erklärt Bürgermeister Florian Fritzsch (SPD). Er hebt mehrfach ihr ehrenamtliches Engagement – auch im Naturschutz – hervor, durch das die Gemeinde sehr viel Positives erreicht habe.

Dass bestätigt ist, dass es sich um einen Anschlag handelte, überraschte allerdings weder Bettinger noch Fritzsch. „Ich habe schon damit gerechnet. Es war auch unsere erste Vermutung, als wir das Auto gesehen haben“, meinte Bettinger. Auch Fritzsch war nicht von einem technischen Defekt am Auto ausgegangen.

Wer sind die Täter? Polizei und Staatsanwaltschaft suchen weiter nach Hinweise

Trotz der Vorkommnisse lasse sich die Kommunalpolitikerin und Umweltschützerin nicht einschüchtern. „Ich benötige in so einer Phase viel Standvermögen und das habe ich. Außerdem erhalte ich viel Unterstützung“, führt sie aus. Auch Fritzsch erlebt Bettinger gestärkt. Sie lasse sich nicht von den Tätern einschüchtern. „Ich bin beeindruckt und ergriffen von ihrer Einstellung.“

Wichtig sei nun sowohl für Fritzsch als auch für Bettinger, dass herausgefunden wird, wer der oder die Täter sind. „Ich wäre auf jeden Fall beruhigter, wenn die Täter gefasst würden. Aber es ist nicht so, dass ich mich nicht mehr nach draußen traue und hinter jedem Menschen einen möglichen Täter sehe“, erläutert sie. „Ich brauche aber aktuell noch meine Ruhephasen.“ Dennoch gehe sie ganz normal zur Arbeit und werde sich nicht von den Geschehnissen entmutigen lassen.

Während der Sitzung der Gemeindevertretung im September hatte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Marco Herbert (CDU), ähnliches geäußert: „Diese verachtenswerten, unerträglichen Einschüchterungsversuche dürfen und werden uns nicht davon abbringen, zum Wohle unserer Gemeinde zu arbeiten und zu streiten.“

Das könnte Sie auch interessieren