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Anwohner in Fulda ärgern sich über Partyvolk - Domplatz voller Pizzakartons und Plastikbecher

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
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Der Domplatz in Fulda hat sich an den vergangenen Wochenenden zum Treffpunkt und Partyplatz entwickelt. Die Geräuschkulisse und vor allem die Hinterlassenschaften – Scherben und Müll – sorgen für Unmut. Die Stadt Fulda prüft nun, wie die Situation entschärft werden kann.

Fulda - „Der Domplatz ist samstags und sonntags am Morgen fast weiß vor lauter Pizzakartons und Plastikbechern“, beklagt eine Frau aus Fulda, die häufiger in der Frühe durch den Schlosspark in Richtung Stadt geht, wie sie sagt. Vor allem an den vergangenen zwei Wochenenden sei das der Fall gewesen. Ein ähnliches, nicht ganz so gravierendes Bild habe sich ihr schon am Schlossplatz oder in der Fulda-Aue geboten. Es sei ja verständlich, dass junge Leute in Corona-Zeiten wieder ausgehen wollen. Jedoch sei nicht nachvollziehbar, dass Abfall einfach achtlos weggeworfen werde, auch wenn die aufgestellten Mülleimer zu klein seien.

Aus der Altstadt sind ähnliche Schilderungen zu hören. „Nicht nur an Wochenenden werden große Teile der Innenstadt Nacht für Nacht von Glasscherben, Plastikbechern, Essensresten und Erbrochenem übersät“, berichtet etwa Rechtsanwalt Karsten Aßmann. Problematisch seien auch die Abfälle nach dem nächtlichen Dönerverzehr.

Passanten berichten zudem von einem „Gemischtwarenladen“ in der Altstadt, in dem wochenends große Mengen Alkohol bis spät in die Nacht verkauft würden. Dessen Publikum erstrecke sich vom Buttermarkt bis zur Ecke Brauhausstraße.

Fulda: Anwohner ärgern sich über Partyvolk - Domplatz sei weiß vor lauter Müll

Das Treffen am Domplatz in Fulda an sich sieht die Stadt nicht als problematisch an. „Die Problematik entsteht, weil sich einige wenige nicht an die Regeln gesellschaftlichen Zusammenlebens halten und zum Beispiel ihren Müll einfach liegen lassen und die Nachbarschaft um die Nachtruhe bringen“, sagt Stadt-Pressesprecher Johannes Heller.

Gleichwohl prüfe die Verwaltung „in alle organisatorischen und rechtlichen Richtungen, um die Situation auf dem Domplatz wieder zu beruhigen“, antwortet Heller auf die Frage, ob die Stadt punktuelle Alkoholverbote oder Auflagen für Ausschank und Mitnahmegeschäft in Betracht ziehe. Der Domplatz habe sich seit wenigen Wochen „zum beliebtesten Treffpunkt für Personen entwickelt, die ihre Getränke mitbringen, sich dort nur an wenige Regeln halten müssen und ohne Blick auf die Uhr zusammen sein können – anders als etwa in der regulären Außengastronomie, wo strenge Regeln des Landes Hessen gelten“.

Das tut die Stadt

Zu den Maßnahmen der Stadt erläutert Pressesprecher Johannes Heller:

· Die Stadt hat mit dem Aufstellen von mehreren zusätzlichen 240-Liter-Müllbehältern am Domplatz reagiert. Allerdings ist festzustellen, dass die Mülleimer zum Teil halb leer bleiben, während sich in der Nähe der Müll türmt.

· Wir appellieren an die Vernunft und das Verantwortungsgefühl jener Menschen, die in den vergangenen Wochen den Domplatz als Ort zum Feiern entdeckt haben.

· Darüber hinaus wird derzeit eine Verstärkung der Reinigungsteams an Wochenenden geprüft.

· Ausdrücklich weist die Stadt auf das Böller-Verbot am Domplatz und die Gefahren von „China-Krachern“ hin: Dieses gilt nicht nur zum Jahreswechsel am Domplatz und in Teilen der Altstadt, sondern auch im Sommer.

Davon, dass sich größere Partys und Gewalteskalationen im öffentlichen Raum entwickeln könnten, ist laut Heller nicht auszugehen. Bisher sei es bei Ansammlungen verschiedener Personengruppen geblieben, die sich grundsätzlich friedlich auf dem Platz zusammenfänden. „Wir setzen darauf, dass dies so bleibt“, sagt Heller. Andernfalls werde das weitere Vorgehen eng mit der Landespolizei abgestimmt. Derzeit würden Möglichkeiten sondiert, die Sicherheit am Domplatz zu erhöhen und Beeinträchtigungen für Umwelt und Nachbarschaft zu minimieren.

Details dazu nennt der Stadtsprecher allerdings nicht. Bereits jetzt seien gemeinsame Streifen und Kontrollen von Polizei und städtischer Ordnungsbehörde Usus – auch aufgrund der geltenden Corona-Regeln. Diese sollen kontinuierlich weitergeführt und Ordnungswidrigkeiten sowie Straftaten konsequent geahndet werden. Die jüngsten Lockerungen hätten jedoch tatsächlich dazu geführt, „dass die Abstands- und Hygieneregeln offenbar nicht mehr von allen ernstgenommen werden“.

Jugendliche haben auf dem Fuldaer Domplatz gefeiert. Dabei hinterließen sie erneut Müll.

Diesen Eindruck bestätigt die Polizei nach gemeinsamen Kontrollen mit dem Ordnungsamt. Viele der in der Spitze 300 Personen auf dem Platz hätten sich einsichtig gezeigt. Neben Ermittlungsverfahren wegen des Zündens von Böllern, seien auch mehrere Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht worden, heißt es seitens der Polizei.

Rubriklistenbild: © Fuldamedia

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