Ein Hochhaus mit dem Logo der Bundesagentur für Arbeit aus der Froschperspektive fotografiert.
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Die Agentur für Arbeit meldet einen Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen. (Symbolbild)

Quote: 3,5 Prozent

Trotz Corona: Weniger Arbeitslose in der Region - In diesen „exotischen“ Berufen fehlen Fachkräfte

  • Eike Zenner
    vonEike Zenner
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Die Zahl der Arbeitslosen ist im April in der Region Fulda weiter zurückgegangen. Aktuell sind 4117 Menschen ohne Job. Das sind 287 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,3 Prozent (Vormonat: 3,5 Prozent; Vorjahr: 3,3 Prozent).

Fulda - Der Arbeitsmarkt im Kreis Fulda bleibt stabil. Trotz Corona sieht die Agentur für Arbeit eine Frühjahrsbelebung. Die Zahl der Arbeitslosen ist im April weiter gesunken. Von der positiven Entwicklung haben insbesondere jüngere Personen unter 25 Jahren und Männer profitiert.

Bei den Jüngeren sank die Zahl der Arbeitslosen um 9,5 Prozent auf jetzt 418. Die Zahl der arbeitslosen Männer ging um 8,8 Prozent auf 2323 zurück. „Zahlreiche Betriebe des Außenbereichs haben im vergangenen Monat ihre freigestellten Arbeitskräfte zurückgerufen, was vor allem den Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Männern erklärt“, erklärt Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Im März hatte die Zahl der Arbeitslosen noch bei 4404 gelegen.

Fulda: Trotz Corona geht die Zahl der Arbeitslosen in der Region im April weiter zurück

„Die Frühjahrsbelebung zeigt sich auch im weiter steigenden Kräftebedarf“, sagt der Agenturchef. Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Fulda konnte im vergangenen Monat 362 Stellen akquirieren. Das sind gut 50 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Bestand an offenen Stellen ist auf insgesamt 1886 angestiegen. Gesucht werden neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Corona-Testzentren auch Fachkräfte in vermeintlich „exotischen“ Berufen, wie etwa ein Geologe, ein Geomatiker oder ein Tierwirt in der Schweinemast.

Ein weiteres Anzeichen für eine Belebung des Marktes ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im April um 314 auf 2.081 gesunken (minus 13,1 Prozent). Beim Kreisjobcenter (Grundsicherung) war im April ein leichter Anstieg der Zahlen zu verzeichnen. Hier sind 2036 Personen arbeitslos gemeldet (plus 1,3 Prozent). (Lesen Sie hier: Stolz der Organisatoren auf digitale Bildungsmesse in Fulda wächst - Plattform soll weiter genutzt werden)

Dass die Corona-Krise gleichwohl deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt, zeigt sich laut Arbeitsagentur durch den deutlichen Anstieg bei langzeitarbeitslosen Menschen zeigen. Im April waren im Landkreis Fulda 1087 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos, 417 Personen mehr als im Vorjahr (plus 62,2 Prozent).

Fulda: In diesen „exotischen“ Berufen werden Fachkräfte gesucht

Zum Thema Kurzarbeit: Die Arbeitsagentur hat im Landkreis Fulda im April 120 Anzeigen von Betrieben auf Kurzarbeit registriert. Seit Mitte März vergangenen Jahres haben insgesamt 3555 Betriebe für 58.063 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Da die konkrete Beantragung und Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes nachträglich erfolgen, können erst mit einigen Monaten Verzögerung Aussagen zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit getroffen werden.

In der Region haben im Oktober vergangenen Jahres 9.114 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen. Das waren 9,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Fulda. „Damit erfüllt die Kurzarbeit ihre Funktion als Beschäftigungssicherungsinstrument in schwerer Krise“, stellt Waldemar Dombrowski fest. Erste Hochrechnungen weisen auf einen Anstieg für den November hin.

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