Das Schild der Agentur für Arbeit ist zu sehen
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Die Agentur für Arbeit verzeichnet eine deutliche Frühjahrsbelebung. Nur eine Entwicklung bereitet Sorgen.

Frühjahrsbelebung

Zahl der Arbeitslosen in der Region sinkt deutlich - eine Entwicklung bereitet jedoch Sorge

  • Eike Zenner
    VonEike Zenner
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Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist zurückgegangen. Grund sind nach Angaben der Agentur für Arbeit in Fulda die Frühjahrsbelebung und die Corona-Lockerungen.

Fulda - Zum Ende des Monats Juni sind im Landkreis Fulda 3770 Personen arbeitslos gemeldet. Dies sind 5,6 Prozent Arbeitslose weniger als im Mai und 18,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,0 Prozent (Vormonat: 3,2 Prozent; Vorjahr: 3,7 Prozent). Das ist bei weitem die niedrigste Quote in Hessen.

Als Grund für die positive Entwicklung sieht die Agentur für Arbeit die Frühjahrsbelebung und die Corona-Lockerungen. Im Landkreis Fulda profitierten „erfreulicherweise nahezu alle Personengruppen, insbesondere jüngere Menschen“, erklärt Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Die Zahl der Personen unter 25 Jahren, die keinen Job haben, sank binnen Jahresfrist um 38,3 Prozent auf 364.

Fulda: Zahl der Arbeitslosen geht im Juni weiter zurück

Bei älteren Arbeitslosen ist die Situation etwas anders: Im Juni waren 1272 Über-50-Jährige auf Beschäftigungssuche - „nur“ 74 weniger als im Juni des Vorjahres. Sorgen bereitet dem Agenturleiter weiterhin der während der Pandemie gestiegene Anteil der Langzeitarbeitslosen „28,5 Prozent aller im Landkreis arbeitslos gemeldeten Personen sind seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung“, erklärt die Agentur in einer Pressenotiz. Vor zwei Jahren hatte der Anteil 21 Prozent betragen.

Positiv: Die verbesserte Konjunktursituation wirkt sich sowohl auf den Bereich der Agentur für Arbeit, wo die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um 27,7 Prozent auf 1800 sank, als auch auf den Bereich der Grundsicherung aus. Die Zahl der beim Kreisjobcenter registrierten Arbeitslosen ging binnen eines Jahres um 8,6 Prozent auf 1970 zurück.

Arbeitsmarkt im Kreis Fulda: Die Jüngeren profitieren

Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Fulda konnte im Juni 546 Stellen akquirieren. Das waren 171 mehr als im Mai und 241 mehr als im Vorjahresmonat. Derzeit liegen der Arbeitsagentur insgesamt 2107 Stellen zur Besetzung vor. „Auch wenn die Corona-Pandemie noch nicht bewältigt ist, so nimmt die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend Fahrt auf“, kommentiert Waldemar Dombrowski die positive Entwicklung. (Lesen Sie hier: Nicht ohne Lehrstelle in die Ferien: Unternehmen und Verbände im Kreis Fulda werben für Ausbildung)

Zum Thema Kurzarbeit: Die Arbeitsagentur hat im Landkreis Fulda im Juni 13 Anzeigen von Betrieben auf Kurzarbeit registriert. Seit Mitte März vergangenen Jahres haben insgesamt 3659 Betriebe für 58.825 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Da die konkrete Beantragung und Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes nachträglich erfolgen, können erst mit einigen Monaten Verzögerung Aussagen zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit getroffen werden.

Video: Arbeitsmarkt - Stimmung so gut wie nie

In der Region haben im Dezember vergangenen Jahres 10.488 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen. Das waren 545 mehr als im Monat zuvor und 11 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Fulda. „Damit erfüllt die Kurzarbeit ihre Funktion als Beschäftigungssicherungsinstrument in schwerer Krise“, stellt Waldemar Dombrowski fest. Erste Hochrechnungen weisen auf einen weiteren Anstieg für den Januar hin.

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