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Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda steigt im Juni an - Flucht macht sich bemerkbar

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Arbeitsagentur
Die Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda hat im Juni einen Anstieg der Arbeitslosenquote im Kreis Fulda registriert. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosenquote ist in der Region Fulda im Juni um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Das liegt laut Arbeitsagentur auch daran, dass seit Juni Geflüchtete aus der Ukraine in der Statistik erfasst werden.

Fulda - Zum Ende des Monats lag die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Fulda mit 3452 Personen um 291 höher als im Mai. Das ist eine Zunahme von 9,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote beziffert die Arbeitsagentur mit 2,8 Prozent (Vormonat: 2,5 Prozent). Im Juni vor einem Jahr lag die Quote bei 3,0 Prozent.

Fulda: Arbeitslosigkeit steigt im Juni an - Flucht macht sich bemerkbar

„Die Auswirkungen der Fluchtmigration aus der Ukraine auf den deutschen Arbeitsmarkt bilden sich im Juni in den Daten der Statistik ab“, stellt Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, fest. Seit dem 1. Juni erhalten Geflüchtete aus der Ukraine (bei Bedürftigkeit) Leistungen nach Hartz IV und werden somit in der Arbeitslosenstatistik erfasst. (Lesen Sie auch: Im Grillrestaurant Kneshecke arbeitet ein aus der Ukraine geflohener Koch)

Die Arbeitslosigkeit ist demzufolge im Juni im Bereich des kommunalen Jobcenters des Landkreises Fulda um 306 Personen gestiegen. Im Bereich der Arbeitsagentur sank die Zahl der Arbeitslosen hingegen um 15. „Diese Sonderentwicklung spiegelt sich auch im Anstieg der Zahl der arbeitslosen Frauen und Menschen ohne deutschen Pass wider und erklärt den Zugang von Arbeitslosen aus sonstigen Gründen“, erläutert Dombrowski. Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist im Juni um 216 auf insgesamt 1626 gestiegen. Bei den Ausländern nahm die Arbeitslosigkeit im Juni um 308 Personen auf 1214 zu (34 Prozent).

Auch bei den unter 25-Jährigen ist ein Anstieg zu verzeichnen – um 55 Personen auf 349 Arbeitslose. „Hierbei handelt es sich auch um Menschen aus der Ukraine. Zum anderen lassen erste Meldungen von Absolventinnen und Absolventen, die nach abgeschlossener Berufsausbildung nicht gleich in eine Beschäftigung übernommen werden konnten, die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren ansteigen“, erklärt der Agenturleiter.

Zwar zeigt sich der Arbeitsmarkt trotz des Krieges in der Ukraine und dessen Folgen bislang relativ stabil, jedoch fällt auf, dass die Zahl der Personen, die ihre Arbeitslosigkeit im Juni wegen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden konnten, mit 263 Beschäftigungslosen deutlich niedriger als im Vorjahresmonat ist – damals waren es 342. Zugleich ging die Nachfrage nach Arbeitskräften im Juni gegenüber dem Vorjahr zurück.

„Sehr viel Bewegung“ auf dem Ausbildungsmarkt - Mehr als 1000 offene Stellen

Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber der Region Fulda meldeten im Juni 348 Stellen, was einem Minus von 36 Prozent entspricht. Gleichwohl ist der Bestand an Stellen mit 2023 als solide zu bewerten. Gesucht werden unter anderem Verkäufer, Medizinische Fachangestellte, Metallbauer oder auch Orthopädieschuhmacher, berichtet die Arbeitsagentur.

„Sehr viel Bewegung“ sieht Dombrowski auf dem Ausbildungsmarkt: „Derzeit stehen noch rund 1020 offene Ausbildungsstellen in den verschiedensten Berufen zur Verfügung. Hier bieten sich Chancen für Jugendliche und junge Erwachsene mit den unterschiedlichsten Interessen und Neigungen.“ Darüber hinaus gibt es zahlreiche Angebote von dualen Studiengängen von heimischen Unternehmen. Es gelte schnell zu handeln, rät der Agenturchef und empfiehlt einen persönlichen Termin bei der Berufsberatung zu vereinbaren – Telefonnummer (0800) 4555500. (au, lio)

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