Mehrere Autofahrer stellten sich dem Audi-Fahrer auf der B27 entgegen.
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Mehrere Autofahrer stellten sich dem Audi-Fahrer auf der B27 entgegen.

Polizei ermittelt

Audi-Fahrer wendet nach Unfall im Stau auf der B27 - So entschlossen reagieren andere Autofahrer darauf

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
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Krasser Vorfall im Stau nach einem Porsche-Unfall auf der zweispurigen Bundesstraße 27 zwischen Eichenzell und Fulda. Ein Audi-Fahrer wendete. Mit der entschlossenen Reaktion einiger anderer Autofahrer hatte er aber wohl nicht gerechnet.

Update vom 11. Oktober, 9.45 Uhr: Bereits kurz nachdem die Fuldaer Zeitung am Samstag online über das verbotene Wendemanöver im Stau auf der B27 bei Eichenzell berichtet hatte, hat die Polizei in Fulda bereits Ermittlungen aufgenommen. Sie befragte unter anderem Zeugen.

Diese hatten Aufnahmen von der krassen Aktion in der Rettungsgasse am Samstagmorgen auf der Bundesstraße gemacht. Nach Angaben der Beamten wird wohl gegen den Audi-Fahrer in Bezug auf eine Ordnungswidrigkeit ermittelt. Zunächst hatte ein Polizeisprecher erklärt, dass geprüft werde, ob eine Verkehrsstraftat vorliegt.

Audi-Fahrer will im Stau wenden – Polizei ermittelt wegen Ordnungswidrigkeit

Erstmeldung vom 10. Oktober: Eichenzell - Der Unfall auf der B27 bei Fulda an sich war relativ unspektakulär. Eine 40 Jahre alte Frau, die einen Opel Astra steuerte, war am Samstagmorgen gegen 9.45 Uhr mit ihrem Wagen auf einen Porsche Panamera aufgefahren. Die schwarze im Landkreis Bad Kissingen zugelassene Oberklasse-Kombilimousine hatte verkehrsbedingt abbremsen müssen.

Audi-Fahrer will im Stau wenden – so couragiert regieren andere Autofahrer

Sowohl der Porsche-Fahrer (58) als auch die 40-Jährige und zwei sich im Astra befindliche kleine Kinder im Alter von zwei und fünf Jahren wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, aber wohl zum Glück nur leicht verletzt. Ein Sprecher der Polizei in Fulda schätzte den Sachschaden auf 48.000 Euro. 40.000 Euro davon entfallen auf den Porsche.

Bei dem Unfall auf der B27 entstand ein Gesamtsachschaden in Höhe von 48.000 Euro.

Aufgrund des Unfalls und der Vollsperrung der Bundesstraße entstand auf der B27 in Fahrrichtung nach Fulda ein langer Rückstau. Alle Fahrzeuge bildeten vorbildlich eine Rettungsgasse auf der Bundesstraße. Nach etwa zehn bis 15 Minuten Wartezeit im Stau scherte jedoch plötzlich ein Audi A6 aus der Kolonne der rechts und links wartenden Autos aus und wendete.

Der Audi-Fahrer befuhr die Rettungsgasse B27 verbotenerweise in entgegengesetzter Fahrtrichtung in Richtung Eichenzell. Mit der couragierten Reaktion einiger anderer Autofahrer hatte der Mann aber dann wohl nicht gerechnet. Sechs andere wartende Autofahrer stiegen aus ihren Fahrzeugen aus und stellten sich dem Audi-Fahrer in den Weg.

„Einige Autofahrer sind auf den Audi-Fahrer los und haben ihn am Weiterfahren gehindert“, erzählte ein Augenzeuge der Fuldaer Zeitung. Nach längeren Diskussionen gab der Audi-Fahrer schließlich sein verbotenes Vorhaben auf, die Rettungsgasse zu befahren – und das auch noch entgegen der Fahrtrichtung.

Der Mann fuhr sein Auto schließlich zurück in die Lücke der wartenden Fahrzeuge. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Fulda erklärte auf Nachfrage der Fuldaer Zeitung, dass die Polizei prüfen werden, ob der Audi-Fahrer eine Verkehrsstraftat begangen habe. Das Wenden auf einer solchen Bundesstraße sei fast so zu ahnden, wie das Wenden auf einer Autobahn.

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