Der 42-jährige Angeklagte wird von Rechtsanwalt Knut Hillebrand (links) vertreten.
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Der 42-jährige Angeklagte wird von Rechtsanwalt Knut Hillebrand (links) vertreten.

Mutmaßliche Automatenknacker

Automatensprenger-Prozess in Fulda: Das Verlesen der Vorstrafen dauert 45 Minuten

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Eine gute Dreiviertelstunde dauert es, bis die Kammer am Landgericht Fulda die Vorstrafen der drei Angeklagten vorgelesen hat. Die Männer aus Ungarn werden beschuldigt, in Hofaschenbach, Mansbach und Uttrichshausen Automaten gesprengt zu haben. 

Fulda - Diebstahl, Betrug, schwerer Bankendiebstahl, Urkundenfälschung, Sachbeschädigung – aber auch unterlassene Hilfeleistung und Vergewaltigung: Die Vorstrafen – vor allem von zwei der drei Angeklagten – sind lang. Seit vergangener Woche müssen sich die Männer, 40, 42 und 45 Jahre alt, vor dem Landgericht Fulda verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, im Oktober 2017 in Hofaschenbach, im Dezember 2017 in Uttrichshausen und im Februar 2018 in Mansbach Automaten gesprengt zu haben. Für die Straftaten sollen sie aus Ungarn eingereist und sich mit mindestens drei weiteren Personen zu einer Bande zusammengeschlossen haben.

Mutmaßliche Automatenknacker vor dem Landgericht Fulda: Angeklagte schweigen

Während der 42-Jährige und der 45-Jährige schon beim Prozessauftakt in Fulda angekündigt hatten, keine Angaben zu machen, lässt der 40-jährige Angeklagte über seinen Frankfurter Anwalt Bernd Schuster erklären, dass er die Vorwürfe bestreitet. Ansonsten werde er sich nicht zur Sache und zu seinen persönlichen Verhältnissen äußern. Vor Gericht trägt er Brille und Hemd. Als Richter Dr. Jörg Weddig seine Vorstrafen vorliest, schreibt er mit. 2001, 2007, 2009, 2010 und 2011 – immer wieder wurde er wegen verschiedener Delikte in Ungarn und einmal auch in Österreich verurteilt. Neben Betrug, Einbruch und Diebstahl fällt vor allem die Straftat vom 30. Januar 2010 ins Auge, bei der er eine erpresserische Entführung, Freiheitsberaubung, Vergewaltigung und schwere Körperverletzung verübt haben soll. Hierfür bekam er eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten – was nicht die einzige Haftstrafe war, die der 40-Jährige in den letzten Jahren verbüßt hat.

Automatensprenger-Prozess in Fulda: Zwei der Angeklagten saßen bereits mehrere Jahre im Knast

Ähnlich sieht es bei dem 42-Jährigen aus, der ebenfalls immer wieder straffällig geworden ist. Er wurde 2008 vom Amtsgericht Rosenheim wegen schweren Bankendiebstahls verurteilt. Auch das ungarische Vorstrafenregister weist mehrere Eintragungen auf: Diebstahl, Urkundenfälschung, Sachbeschädigung, Gefährdung des Straßenverkehrs und unterlassene Hilfeleistung. Auch er saß bereits mehrere Jahre im Gefängnis.

Bei dem dritten Angeklagten gibt es – verglichen mit den beiden anderen – relativ wenige Eintragungen, lediglich eine wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls als Mitglied einer Bande am 7. Dezember 2012. Hierfür wurde er zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Der Prozess wird morgen um 9.30 Uhr fortgesetzt.

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