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Die Vakanz dauert an: Bardoschule in Fulda ist seit Sommer ohne Rektor

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Von: Andreas Ungermann

Fulda: Seit Sommer 2021 ist die Leitungsstelle an der Bardoschule unbesetzt.
Seit Sommer 2021 ist die Leitungsstelle an der Bardoschule unbesetzt. © Sophie Brosch

Seit der Leiter der Bardoschule in Fulda, Mike Strelka, im Sommer 2021 in den Ruhestand gegangen ist, führt Konrektor Matthias Hansche die Grund-, Haupt- und Realschule. Eine Neubesetzung steht aus. Nun werden Befürchtungen laut, es könnte lange dauern. 

Fulda - Wie geht es weiter mit der Leitung der Bardoschule in Fulda? Diese Frage stellt sich eine Lehrkraft an der Grund-, Haupt- und Realschule, die sich an die Redaktion gewandt hat, aber anonym bleiben möchte. Demnach sei für das Personal bislang keine Lösung in Sicht, was passieren solle, wenn der kommissarische Leiter und Konrektor, Matthias Hansche, im Sommer sein Sabbatjahr antritt.

Das Kollegium sei – wenn auch nicht offiziell – darüber informiert worden, dass eine Bewerbung auf die Stelle des Schulleiters eingegangen sei. „Es haben auch entsprechende Gespräche stattgefunden, die Nachfolge wurde aber nicht angetreten“, heißt es in dem Schreiben an die Redaktion. (Lesen Sie hier: Massiver Lehrermangel in Hessen - So ist die Situation im Kreis Fulda)

Fulda: Bardoschule weiter ohne Rektor - zwei Ausschreibungen

Diese Information will das Hessische Kultusministerium auf Anfrage nicht bestätigen. Allerdings geht aus der Antwort hervor, dass die Schulleitungsstelle im vergangenen Jahr zweimal ausgeschrieben war: vom 6. Oktober bis 7. November sowie vom 23. Dezember bis 19. Januar. Weiter heißt es aus Wiesbaden: „Wir bitten um Verständnis, dass das Hessische Kultusministerium zum aktuellen Verfahrensstand aus stellenbesetzungsrechtlichen Gründen nichts sagen kann.“

Auf weitere Nachfrage erklärt das Kultusministerium lediglich, für die zweifache Ausschreibung kämen verschiedene Gründe in Frage. Allerdings bestätigt der Ministeriumssprecher, dass für die Stelle durchaus Bewerbungen eingegangen seien. In Besetzungsverfahren für Schulleiterstellen ist diese Verschwiegenheit häufig geübte Praxis, weil Bewerber nicht selten auf entsprechende Positionen klagen.

Das Ministerium habe das Ziel – sofern keine rechtlichen Schritte von gegebenenfalls unterlegenen Bewerberinnen oder Bewerbern angestrebt werden – eine Nachbesetzung so bald wie möglich zu realisieren. In Wiesbaden ist man optimistisch, dass dies im laufenden Verfahren gelingen könne, erklärt der Ministeriumssprecher.

An der Bardoschule in Fulda fehlt der Rektor - Keine Lösung in Sicht

Zum generellen Verfahren erläutert er: „In allen Fällen, in denen die Vakanz einer Stelle nicht vermieden werden kann, wird durch organisatorische Maßnahmen, wie zum Beispiel die Beauftragung einer anderen Person mit der kommissarischen Wahrnehmung der Funktion, der schulische Betrieb sichergestellt. Bei Schulleiterinnen und Schulleitern erfolgt die Vakanzvertretung durch die stellvertretende Schulleitung, die gewählte Abwesenheitsvertretung, ein damit beauftragtes anderes Schulleitungsmitglied oder die Leiterin beziehungsweise den Leiter einer benachbarten Schule.“

Die Auswahl von Schulleiterinnen und Schulleitern erfolge im Rahmen der Bestenauslese auf Grundlage des Erlasses über „Ausschreibungs- und Auswahlverfahren zur Besetzung von Stellen“ vom 24. November 2017. Ab Positionen der Besoldungsgruppe A 15 liegt die Zuständigkeit im Hessischen Kultusministerium – nicht mehr beim Staatlichen Schulamt. „Die einzelnen Beteiligungs- und Abstimmungsprozesse eines Besetzungsverfahrens nach Ablauf der Ausschreibungsfrist bauen aufeinander auf und können somit nicht parallel in Angriff genommen werden“, erklärt der Ministeriumssprecher.

Die Versuche, den kommissarischen Schulleiter der Bardoschule am Freitag telefonisch für eine Stellungnahme zur Nachbesetzung zu erreichen, blieben erfolglos.

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