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Neues Baugebiet in Haimbach: Vermarktung der Grundstücke läuft an

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Von: Sabrina Mehler

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Die Bagger im Baugebiet in Haimbach-Ost rollen. Die Unternehmen Finger Wohnbau und BPD beginnen demnächst mit der Vermarktung ihrer Grundstücke. © Sabrina Mehler

Die Vorbereitungen für das neue Baugebiet in Haimbach-Ost kommen voran, und die Unternehmen starten in Kürze mit der Vermarktung ihrer Grundstücke. Insgesamt werden auf dem Areal rund 250 Wohneinheiten entstehen. Damit wird Haimbach zum größten Stadtteil Fuldas.

Fulda - Wer regelmäßig durch Haimbach fährt, der hat in den vergangenen Monaten längst bemerkt, was sich auf dem Gelände zwischen Münsterfeldpark und Fuchsstraße bewegt. Bagger und andere große Baumaschinen wühlen sich durchs Erdreich. Aufgeschüttete Kieshügel, ausgehobene Gräben und Rohre in allen Größen prägen das Bild. Seitdem die Stadt Fulda im Dezember vergangenen Jahres mit den Erschließungsarbeiten begonnen hat, ist einiges in Bewegung gekommen.

Fulda: Neues Baugebiet - Haimbach bald größter Stadtteil

Es ist eines der größten Wohnbauprojekte in der Region und so bedeutend, dass Haimbach in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach Edelzell als größten Stadtteil Fuldas ablösen wird. Das Neubaugebiet werde zu einer „Landmarke, die den Raum unglaublich prägen wird“, sagt Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) schon jetzt.

Die insgesamt rund 13 Hektar große Fläche teilen sich vier Investoren und Projektträger. Schon im Frühjahr des Jahres 2019 hatte die Weiße Stadt Fulda Projekt GmbH & Co. KG auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Möller an der Ecke Fuchs- und Merkurstraße begonnen, die „Haimbach Gärten“ zu errichten. Nun stehen weitere Unternehmen in den Startlöchern, um ihre Grundstücke zu vermarkten.

Das deutsch-niederländische Unternehmen BPD Bouwfonds Immobilienentwicklung plant im höheren Teil des Gebiets 50 Doppelhaushälften auf Grundstücken mit einer Größe zwischen 275 und 320 Quadratmetern. Das Projekt trägt den Namen „BonVie“ – laut Unternehmen eine Anspielung auf die Bonifatius-Route ist – den 185 Kilometer langen Wanderweg, der direkt am Grundstück vorbeiführt. Die Vorbereitungen laufen, der Vertriebsstart des ersten Bauabschnitts ist laut Unternehmen im Spätsommer geplant.

Finger Wohnbau – ein Tochterunternehmen der Frankfurter FingerHaus-Gruppe, einer der größten Hersteller von Häusern in Holzfertigbauweise – sieht aktuell circa 32 Einfamilienhäuser, 22 Reihenhäuser und 16 Doppelhaushälften vor. In den kommenden Wochen soll für Interessenten ein Musterhaus aufgestellt werden.

Der Stadt Fulda gehören ebenfalls mehrere Teilflächen in dem Gebiet, darunter das ehemalige Areal der DHL. Die Grundstücke sollen ab kommendem Jahr angeboten werden; eine Fläche im oberen Teil des Baugebiets sei zudem für sozialen Wohnungsbau vorgesehen, erklärt Stadtbaurat Schreiner. Ursprünglich hatte die Stadt weitere Flächen erwerben wollen, die sich im Besitz der Telekom befanden, war vor knapp zwei Jahren aber im Bieterverfahren unterlegen.

Das Wohngebiet wird ein Gewinn für Fulda werden.

Stadtbaurat Daniel Schreiner

Voraussichtlich im nordwestlichen Bereich soll ein Kindergarten gebaut werden: „Hier müssen wir aber auf die Bedarfslage reagieren und schauen, wie viele Familien in das Quartier ziehen“, sagt Schreiner. Zudem werde die Stadt einen Quartiersplatz gestalten, der nicht nur den direkten Anwohnern, sondern der gesamten Bevölkerung als Ruhepol dienen soll, ergänzt Daniel Schlesinger vom Stadtplanungsamt.

Verkehrlich wird das Neubaugebiet über einen Kreisverkehr am Ortseingang in der Merkurstraße angeschlossen. Befürchtungen von Haimbacher Bürgern, dass das Fahrzeugaufkommen zunehmen könnte, tritt Schreiner entgegen: Er nehme diese Sorgen ernst, sei aber davon überzeugt, dass die Anlieger über den Kreisel direkt ins Baugebiet abbiegen. Zudem werde der Verkehr in der Ortsdurchfahrt infolge des Kreisels voraussichtlich verlangsamt – ein positiver Aspekt.

Stadt baut Kreisel am Ortseingang von Haimbach

Nach vorläufigen, noch groben Schätzungen wird die Stadt laut Bauleiter Thomas Geistlinger in den Endausbau der Straßen und Verkehrsflächen rund vier Millionen Euro investieren. 90 Prozent dieser Summe fließen über die Erschließungsbeiträge wieder zurück. Geistlinger rechnet damit, dass die Erschließungsarbeiten im September kommenden Jahres abgeschlossen sein werden. (Lesen Sie hier: „Historischer Markstein“: Fulda hat erstmals mehr als 70.000 Einwohner)

Am Ende werde, davon zeigt sich Schreiner überzeugt, ein ästhetisches und vor allem nachhaltiges Baugebiet entstehen – mit grünen Flachdächern und vielen Straßenbäumen, die für Abkühlung sorgen sollen. Wie schnell die Häuser und Grundstücke – gerade in einer Zeit exorbitanter Preissteigerungen – verkauft werden, vermag Schreiner nicht abzuschätzen: „Ob wir das Baugebiet in einem Rutsch vollkriegen, werden wir sehen.“ Klar ist für ihn jedoch: „Das Wohngebiet wird ein Gewinn für Fulda werden.“

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