Gestiegene Baustoffkosten
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Der Preis und die Nachfrage für Holz, Stahl und Dämmstoffe sind gestiegen. Das hat auch Auswirkungen auf öffentliche Bauprojekte. (Symbolbild)

Öffentliche Projekte

Hohe Baupreise und kaum Material: Auch Stadt und Landkreis Fulda müssen neu planen

Wie sehr sind öffentliche Bauvorhaben von Preiserhöhungen und Lieferengpässen betroffen? Stadt und Landkreis Fulda geben einen Einblick - unter anderem mit Blick auf den Schulbau.

Fulda - Die starke Nachfrage nach Holz, Stahl und Dämmstoffen auf den Weltmärkten treibt die Preise weiter nach oben. Entspannung ist kaum in Sicht – keine guten Nachrichten für Bauherren. Weil benötigtes Material nicht zu beschaffen ist, dauern viele Arbeiten länger oder müssen verschoben werden. Das wirkt sich auch auf öffentliche Bauvorhaben aus.

Die Pressestelle der Stadt Fulda teilt mit: „Im Bereich Tief- und Brückenbau musste die Stadt Fulda bisher bei keiner Maßnahme nachsteuern, weil die geschätzten oder berechneten Preise im Ergebnis der Ausschreibungen in keinem Fall signifikant überschritten wurden.“

Fulda: Behörden von hohen Baupreisen und Mangel an Material betroffen

Es habe allerdings zwischenzeitlich die Sorge bestanden, dass die Kosten für die Panoramabrücke über die Sickelser Straße möglicherweise steigen könnten, da hier in großem Umfang Stahl und Holz verbaut werden, die ja derzeit besonders von Preissteigerungen und Lieferengpässen betroffen sind. Hier habe die Stadt wohl ein Stück weit Glück gehabt, dass der Auftrag frühzeitig vergeben werden konnte und das beauftragte Unternehmen das Material noch zu alten Preisen ordern konnte.

„Das einzige, aber aktuell auch noch überschaubare Problem im Tiefbau sind die deutlich verlängerten Lieferfristen für Baumaterialien. Hier haben sich die Fristen teilweise um mehrere Wochen verlängert, was im Einzelfall tatsächlich zu verspätetem Baubeginn führen könnte“, heißt es weiter. Dieser Fall sei jedoch im Rahmen städtischer Tiefbaumaßnahmen noch nicht eingetreten.

Im Bereich des Hochbaus gebe es hingegen aufgrund von Lieferschwierigkeiten für bestimmte Materialien durchaus Verzögerungen auf den Baustellen. Eine weitere Folge der Situation sei, dass die Stadt auf manche Ausschreibungen nur wenige oder in Einzelfällen sogar gar keine Rückantwort von Firmen erhalte, sodass diese Ausschreibungen wiederholt werden müssten. Dies könne wiederum zeitliche Verzögerungen verursachen.

„Die Zurückhaltung der Unternehmen liegt einerseits an der hohen Auslastung im Baugewerbe, andererseits stellt die Abgabe eines verbindlichen Preisangebotes – gerade bei öffentlichen Aufträgen mit entsprechenden Bindefristen – in der gegenwärtigen Situation eine besondere Herausforderung für die Unternehmen dar“, erklärt die Stadt.

Stadt und Kreis Fulda geben Einblick: Diese Bauvorhaben werden sich verzögern

Ein grundsätzliches „Streichen“ oder den Entfall von Hochbau-Projekten habe es bisher nicht gegeben. Gleichwohl habe es zeitliche Verschiebungen der Starttermine oder Fertigstellungstermine bei einigen Bauvorhaben gegeben. „Die Stadt verfolgt den Kurs, die bewilligten Maßnahmen möglichst – wie im Haushalt beschlossen – durchzuführen oder zumindest zu beginnen. Bei einigen Vorhaben bedarf es jedoch einer Budgetanpassung aufgrund der gestiegenen Preise. Zudem haben einige Zusatzaufgaben im Zuge der Pandemie die Stadt in baulichen Belangen beschäftigt“, so die Stadt Fulda.

Der Landkreis Fulda teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit: „Die Erhöhung der Baustoffpreise zieht sich aktuell wie ein roter Faden durch alle Gewerke eines Bauvorhabens. Auch die Beschaffung von Einrichtungsgegenständen wie zum Beispiel Mobiliar und Tafeln ist hiervon betroffen. Bei einigen Gewerken weichen wir deshalb von unseren standardisierten Vorgaben bezüglich der Ausführung ab und suchen Alternativen mit den gleichen Voraussetzungen und Eigenschaften, beispielsweise bei Akustikdecken und der Auswahl der Deckenleuchten.“

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Weitere Lieferengpässe seien bei Heizkörpern und Innentüren festzustellen. Hier müsse mit mehreren Wochen Verzögerung gerechnet werden. Zudem seien die Preise für Heizkörper bereits dreimal in diesem Jahr angepasst worden. Auch bei digitalen Tafeln und Schränken gebe es aktuell Lieferengpässe.

Bei zwei Großprojekten des Landkreis Fulda sei der angedachte Bauzeitenplan aufgrund der fehlenden Materiallieferungen nicht einzuhalten. „Dies sind die Fassadenarbeiten an der Eduard-Stieler-Schule in Fulda. Hier verzögert sich die Lieferung der Metallfassade um etwa acht Wochen. Auch die Erweiterung der Liobaschule in Fulda verschiebt sich um fünf bis sechs Wochen wegen fehlendem Konstruktionsholz für den Ausbau des Dachstuhles. Es wird versucht, durch die Straffung des Bauzeitenplanes den Zeitverlust so gering wie möglich zu halten. Verschiebungen von Investitionen sind derzeit nicht geplant“, erklärt der Landkreis.

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