Die Thalaubachbrücke ist marode und wird ab Frühjahr abgebrochen und neu gebaut.
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Die Thalaubachbrücke ist marode und wird ab Frühjahr abgebrochen und neu gebaut.

Sanierung auf 48 Kilometern

Drei Dutzend Baustellen in den nächsten Monaten: Autofahrer im Kreis Fulda brauchen Geduld

Drei Dutzend Baustellen listet Hessen Mobil für die kommenden Monate im Maßnahmenkatalog für den Landkreis Fulda auf. Die meisten dieser Arbeiten machen laut einer Präsentation der Straßenbaubehörde Vollsperrungen notwendig. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Fahrbahnerneuerungen – darunter gut die Hälfte in Ortsdurchfahrten.

Fulda - Als „Bundesmaßnahmen“ stehen im Kreis Fulda gleich drei Projekte im Brückenbau auf der Agenda. Die Brücken bei Döllbach, Götzenhof und Langenschwarz sind marode beziehungsweise aufgrund der gestiegenen Verkehrsbelastungen heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen – und werden daher neu errichtet.

Fulda: Autofahrer brauchen Geduld - Drei Dutzend Baustellen in den kommenden Monaten

Im Blickpunkt steht insbesondere die Thalaubachbrücke, die im Jahr 1968 gebaut worden war und 312 Meter lang ist. In den vergangenen Jahren waren hier bereits Notmaßnahmen zur Stabilisierung erforderlich. Im Frühjahr starten nun die ersten Baumaßnahmen. Erst wenn der Neubau steht, wird die bestehende Brücke abgerissen und eine zweite errichtet. Für Neubau und Abbruch sind 88 Millionen Euro vorgesehen. Nördlich der Thalaubachbrücke entsteht zudem an der A7 im Bereich Rothemann die neue Anschlussstelle Gersfeld; hier soll um das Jahr 2025 Baubeginn sein.

Die 326 Meter lange und bis zu 27 Meter hohe Talbrücke Langenschwarz wurde 1967 errichtet. Bereits im Jahr 2019 hatten die Arbeiten begonnen, sie sollen Ende des kommenden Jahres beendet werden, erklärt Hessen-Mobil. Kosten in Höhe von 41 Millionen Euro sind veranschlagt. Während der Arbeiten wurde eine sogenannte 4-0-Verkehrsführung eingerichtet: Während auf einem Teilbauwerk gebaut wird, führen alle vier Fahrspuren in beiden Richtungen auf dem anderen Bauwerk entlang.

Der Neubau der Talbrücke bei Götzenhof geht auch im Jahr 2021 weiter. Hessen Mobil hatte im vergangenen Jahr damit begonnen, die 118 Meter lange Spannbeton-Hohlkasten-Brücke aus dem Jahr 1964 abzubrechen. Auch hier wird jeweils zunächst ein Teilbauwerk abgerissen und der Verkehr in dieser Zeit auf der anderen Seite konzentriert. 2023 soll die Maßnahme beendet sein. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt 18,5 Millionen Euro.

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In Fulda wird die Bundesstraße 254 zwischen dem Westring und dem Anschluss an die B27 einschließlich des Bronnzeller Kreisels auf einer Länge von 2,7 Kilometer seit Sommer 2020 erneuert und umgestaltet. Unter anderem wird die Frankfurter Straße auf drei Fahrstreifen ausgebaut. Begonnen wurde zunächst mit dem Abschnitt zwischen Kreisel und Kohlhäuser Straße, seitdem wird der Verkehr stadteinwärts über die Keltenstraße umgeleitet. Für Ende 2022 wird das Ende der Arbeiten angepeilt.

Gebaut wird in diesem Jahr auch auf der B27 zwischen Hünfeld-Nord und Hünfeld-Süd. In Fahrtrichtung Fulda wird auf einer Länge von 3,3 Kilometern die Fahrbahnoberfläche erneuert.

Baustellen auf Landesstraßen sorgen für Vollsperrungen im Kreis Fulda

Noch innerhalb dieses Jahres sollen im Wesentlichen die geplanten Straßensanierungen, die von Hessen Mobil als Landesmaßnahmen geführt werden, erledigt sein. Lediglich zwei Projekte sind auf einen Zeitraum bis Herbst des kommenden Jahres angesetzt. Dabei handelt es sich zum einen um die Erneuerung der Fahrbahnoberfläche in der Ortsdurchfahrt von Armenhof. Gemeinsam mit der Gemeinde Dipperz soll diese auf einer Streckenlänge von etwa 950 Metern erfolgen. Hier ist ab Sommer mit einer Vollsperrung zu rechnen. Andererseits ist ab dem Herbst dieses Jahres bis zum Herbst 2022 die Erneuerung der Fahrbahnoberfläche an der Landesstraße 3141 in Großenlüder in Richtung Uffhausen geplant. Auch hier müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf eine Vollsperrung einstellen, wenn die Arbeiten auf einer Strecke von 1,5 Kilometern anstehen.

Nachdem nach einem ersten Bauabschnitt die L3206 zwischen Neuhof und Giesel zunächst wieder freigegeben war, ist der Ortsteil ab diesem Monat nicht erreichbar. Auf einer Länge von anderthalb Kilometern wird die Straße durch den Gieseler Forst weiter ausgebaut. Die Arbeiten sollen laut Hessen Mobil bis zum Sommer andauern. Einen ähnlichen Zeithorizont setzt die Straßenbaubehörde für sechs weitere Fahrbahnerneuerungen an, die ebenfalls Vollsperrungen notwendig machen. Betroffen sind die Landesstraßen zwischen Hosenfeld und Kleinlüder, zwischen Langenschwarz und Hechelmannskirchen, die L3174 bei Schwarzbach, der Abschnitt zwischen dem Kreisel und dem Abzweig zur K69 in Mittelkalbach sowie die L3293 zwischen Gotthards und Schwarzbach samt der Ortsdurchfahrt in Gotthards.

Voraussichtlich von Frühjahr bis Herbst dieses Jahres – steht der Ausbau der Landesstraße von Steinau bis zur B27 an. Diese soll auf einer Streckenlänge von 900 Metern erfolgen. Hier ist eine Vollsperrung ebenso notwendig wie an der L3377 bei Friesenhausen. Dort nutzt Hessen Mobil die Sommerferien, um die Unterführung der Bachführung der Wanne zu erneuern. Keine Verkehrsbeeinträchtigung benennt Hessen Mobil hingegen für ein weiteres Projekt: Parallel zur Landesstraße 2304 plant die Gemeinde Kalbach einen Radweg zwischen den beiden Ortsteilen Heubach und Uttrichshausen.

Baustellen im Kreis Fulda: Ortsdurchfahrt Großenlüder wird wohl bis Frühling 2022 saniert

Insgesamt 21 Straßenbauprojekte als Kreismaßnahmen stehen in den kommenden Monaten an. Für das Frühjahr kündigt Hessen Mobil die Erneuerung der Fahrbahnoberfläche der Kreisstraße 115 und der Bundesstraße 254 an. Betroffen ist auch die Ortsdurchfahrt von Großenlüder, die auf einer Baulänge von 1,2 Kilometern voraussichtlich bis Frühling kommenden Jahres saniert werden soll. Wie bei den 20 weiteren Vorhaben im Kreis werden sich die Verkehrsteilnehmer auf eine Vollsperrung einstellen müssen.

Während das Gros der Bauprojekte ab Sommer angegangen werden soll, stehen zuvor der Ausbau der Ortsdurchfahrten und der Strecke zwischen Magdlos und Berishof und die Erneuerung der Fahrbahnoberfläche zwischen der JVA und der Bundespolizei in Hünfeld auf dem Plan. Ferner sind für die nähere Zukunft die Erneuerung der Fahrbahn an der Kreisstraße 149 in Steinbach und auf der Strecke zwischen Eiterfeld und Reckrod samt der Ortsdurchfahrt Reckrod angekündigt. Außerdem macht die Erneuerung der Unterführung der Lütter in Weyhers von Frühling bis Herbst eine Vollsperrung notwendig. Der Blick in die Projektübersicht verrät darüber hinaus, dass in Kürze mit dem Abschluss von Bauarbeiten und damit verbunden mit der Aufhebung von Vollsperrungen im Kreisgebiet zu rechnen sein wird. Dies gilt für die Ortsdurchfahrt in Kirchhasel, an der die Fahrbahn seit Oktober vergangenen Jahres erneuert wurde, sowie für die Ortsdurchfahrt in Wölf, wo die Arbeiten einen Monat zuvor begonnen hatten. Zeitgleich war vor einem guten halben Jahr der Ausbau der Ortsdurchfahrt Simmershausen begonnen worden, der noch bis zum Herbst dieses Jahres andauern wird.

Auf weitere Bauarbeiten werden sich die Verkehrsteilnehmer ab einstellen müssen. Über einen längeren Zeitraum wird sich darunter der Ausbau der Strecke zwischen Kerzell und Ziegel erstrecken. Bis zum Herbst 2022 soll hier zudem eine neue Amphibienschutzanlage entstehen. Konkreter benennt die Behörde den Beginn der Arbeiten am Westring bei Johannesberg, diese sollen im Mai starten und im Juli abgeschlossen sein. (Andreas Ungermann und Sabrina Mehler)

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