Bei der Inbetriebnahme der neuen Beleuchtung Anfang Dezember waren Planer Uwe Knappschneider (von links), Stadtbaurat Daniel Schreiner, Matthias Borschel vom städtischen Gebäudemanagement und Unternehmer Johannes Burkhart an die Stadtpfarrkirche gekommen.
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Bei der Inbetriebnahme der neuen Beleuchtung Anfang Dezember waren Planer Uwe Knappschneider (von links), Stadtbaurat Daniel Schreiner, Matthias Borschel vom städtischen Gebäudemanagement und Unternehmer Johannes Burkhart an die Stadtpfarrkirche gekommen.

Sternenstadt

„Weniger Licht ist mehr“ - Neues Beleuchtungskonzept in der Fuldaer Innenstadt

Wer derzeit nach Einbruch der Dunkelheit in der Fuldaer Innenstadt unterwegs ist, der hat es möglicherweise bemerkt: Seit Anfang des Monats hat sich die Beleuchtung markanter historischer Bauten verändert. 

Fulda - Dafür wurde ein neue Beleuchtungskonzept erarbeitet und umgesetzt. Es gehorcht nach Mitteilung der Magistratspressestelle dem Motto „Weniger Licht ist mehr“ und will den Erfordernissen der „Sternenstadt Fulda“ Rechnung tragen. Der Fokus der neuen Beleuchtung liegt auf Friedrichstraße, Unterm Heilig Kreuz, Marktstraße und Borgiasplatz.

Die erste Idee zum neuen Konzept entstand vor gut zehn Jahren im Zusammenhang mit dem Handlungskonzept für das Fördergebiet „Aktive Kernbereiche“, heißt es vonseiten der Stadt. Auf Initiative der Interessengemeinschaften in der Friedrich- und Marktstraße sowie in Abstimmung mit der Stadtverwaltung sollten beide Straßenräume durch zusätzliche Beleuchtungsakzentuierung einzelner Gebäude, deren Teile oder Kanten aufgewertet werden. Unter Einbeziehung des eines Wuppertaler Fachbüros wurden in der Folge mehrere Vorschläge erarbeitet und im Februar 2017 erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

„Weniger Licht ist mehr“: Neue Beleuchtung in der Fuldaer Innenstadt

Die Ausgangssituation: In den Geschäftsstraßen gab es grundsätzlich (zu) viel oder blendendes Licht auf der Schaufensterebene während die stadtbildprägenden Bauten unzureichend oder gar nicht beleuchtet waren. Ein Beispiel war das Kanzlerpalais Unterm Heilig Kreuz. Mit dem Beleuchtungskonzept sollten vor allem zwei Ziele erreicht werden: Einerseits soll die Stadt durch bessere Beleuchtung nachts attraktiver werden, auf der anderen Seite sollten die Vorgaben, die sich aus den Voraussetzungen und Auflagen für die erste deutsche „Sternenstadt“ ergeben, eingehalten werden: Der Himmel über einer Stadt soll also nicht mit Licht „verschmutzt“ werden.

Im ersten Bauabschnitt des Projekts wurde Anfang Dezember die neue Beleuchtung in der Friedrichstraße, am Platz Unterm Heilig Kreuz und am Borgiasplatz/Ecke Altes Rathaus in Betrieb genommen. Statt die Stadtpfarrkirche wie bisher mit energieintensiven großen Strahlern von wenigen Standpunkten von gegenüber aus zu beleuchten, werden das Kirchengebäude und die Türme nun aus verschiedenen Richtungen mit sogenannter LED-Gobo-Technik plastisch in Szene gesetzt. Der Ausdruck „Gobo“ bezeichnet in der Licht- und Beleuchtungstechnik eine Maske, die vor einen Scheinwerfer oder Projektor gesetzt wird, um dem Lichtkegel eine bestimmte Form zu verleihen.

Der Effekt: Nur der Bereich, der beleuchtet werden sollen soll, bekommt Licht, Streuverluste, die den Nachthimmel aufhellen, werden vermieden. Die Gobo-Masken können bei der Beleuchtung einer Hausfassade auch dafür sorgen, dass passgenau die Fenster ausgespart werden. Bewohner eines historischen Hauses werden so nicht geblendet. Zu erleben ist dies jetzt etwa am historischen Mollenhauer-Haus.

Daniel Schreiner: „Ganz neue Dimension der städtischen Beleuchtung“

Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) zeigte sich bei einem Ortstermin zur Inbetriebnahme der Beleuchtung mit Projektkoordinator Christoph Schmidt sowie Vertretern des Planungsbüros und beteiligter Firmen begeistert von den technischen Möglichkeiten und der Umsetzung: „Markante Punkte wie die Stadtpfarrkirche werden künftig nachts aus der Nähe wie auch aus der Ferne plastisch zu erleben sein – das ist eine ganz neue Dimension der städtischen Beleuchtung.“

Die Stadt will die Beleuchtung der öffentlichen Gebäude in einem weiteren Bauabschnitt prüfen, ergänzen oder erneuern, der derzeit geplant und 2021 ausgeführt werden soll. Der Schwerpunkt soll in der Marktstraße und auf dem Buttermarkt liegen. Für die Erneuerung und Ergänzung der Beleuchtungseinrichtungen und Leitungen hatte der Magistrat für den ersten Bauabschnitt 225 000 Euro bereitgestellt. Beide Bauabschnitte werden über das Stadtentwicklungs-Programm „Aktive Kerne“ zu zwei Dritteln von Bund und Land gefördert. (nz)

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