Der Frauenberg wird von Besuchern gut angenommen.
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Der Frauenberg wird von Besuchern gut angenommen.

Fuldaer berichten

Nach Kommerz-Kritik: Besucher nehmen Frauenberg nach Kooperation gut an

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Dietrich Märtens aus Eichenzell und Helga Riebel aus Fulda haben zum Frauenberg eine lange Verbindung. Nun heißt es, der Frauenberg sei kommerziell geworden, lediglich das Geschäft stehe im Mittelpunkt. Die beiden Fuldaer sehen das anders.

Fulda - Dietrich Märtens aus Eichenzell hat eine lange Verbindung zum Frauenberg in Fulda. „Ich bin der älteste noch lebende Ministrant“, erzählt der 86-Jährige und fügt hinzu: „Ich war am Frauenberg schon 1945 tätig.“ Und auch heute – 75 Jahre später – pflegt der Eichenzeller noch immer eine besondere Beziehung zu diesem Ort. „Wir sind immer schon Frauenberg-Gänger gewesen“, betont er.

Eine Veränderung seit der Kooperation zwischen den Franziskanern und antonius vor vier Jahren nimmt der 86-Jährige am Frauenberg durchaus wahr. Diese sei in seinen Augen allerdings nicht negativ behaftet. „Wir merken, dass am Frauenberg mehr Leben ist und das empfinden wir als schön und notwendig.“ Notwendig – so Märtens –, weil der Frauenberg schlicht zu Fulda gehöre. „Er ist mittendrin und ein ganz wichtiger Punkt. Dort gehört einfach Leben hin.“

Durch die Kooperation vor vier Jahren sei dies gelungen, sagt er. Der Frauenberg sei nun vor allem mehr im Bewusstsein der Bürger verankert. Einen großen Beitrag dazu habe das Café am Frauenberg geleistet.

Eichenzeller hat nach 75 Jahren immer noch besondere Beziehung zum Frauenberg

Einen gewissen Kommerz will der Eichenzeller nicht von der Hand weisen. Er erklärt aber auch:„Das ist ja auch gewollt.“ Negativ nehme er das nicht wahr – im Gegenteil: „Das Leben auf der Terrasse ist schön, uns tut das gut.“

Angenehm sei es für den 86-Jährigen außerdem, wenn er einen Franziskaner in seiner Ordenstracht über den Platz gehen sehe, der sich mit den Menschen dort unterhalte. „Das ist doch eine anstrebenswerte Verbundenheit“, bewertet Märtens.

An die Zeit vor der Kooperation erinnert sich der 86-Jährige noch gut: „Es war eigentlich eher ein stiller Ort.“ Man sei dort in den Gottesdienst gegangen und „das war es dann meistens auch“. Früher habe man „nicht einmal in den Garten gehen können.“Heute besuche Märtens den Frauenberg mit seiner Frau mehrmals wöchentlich – sonntags zum Gottesdienst und unter der Woche zum Kaffeetrinken und genießen.

Eine besondere Beobachtung hat der Eichenzeller außerdem gemacht: „Durch die Kooperation ziehe der Frauenberg nun auch mehr jüngere Menschen, Studenten sowie Familien mit Kindern an.„Man sitzt auf der Terrasse und genießt den Kaffee und den Ausblick und da wird geredet und gequatscht. Das ist einfach schön.“

Helga Riebel (82) zum Frauenberg: „Er gehört schon immer zu meinem Leben“

Die 82-jährige Fuldaerin Helga Riebel blickt ähnlich wie Dietrich Märtens auf die Entwicklungen am Frauenberg. Auch sie ist mit dem Fuldaer Hausberg schon lange verbunden. „Er gehört schon immer zu meinem Leben“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dass am Frauenberg der Kommerz Einzug gehalten habe, weist Riebel, die nach der Kooperation zwischen den Franziskanern und antonius am Frauenberg ausgeholfen habe, ab. „Zu Beginn wurden einige Stimmen laut, dass es am Frauenberg nun so sei wie am Kreuzberg. Das sehe ich nicht so.“ Gleichzeitig betont sie jedoch: „Man muss auch daran arbeiten, dass es nicht so wird.“

Riebel sei es ein persönliches Anliegen, dass die Atmosphäre rund um das Kloster erhalten bleibe. In ihren Augen schließe das jedoch eine gewisse Wirtschaftlichkeit, wie sie etwa durch das Café geschaffen werde, nicht aus, schließlich seien viele Klöster bereits geschlossen worden. Dass das in Fulda auch passiere, wolle man damit vermeiden, wie sie sagt.

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