In unterschiedliche Unternehmen und Berufe reinschnuppern, potenzielle Arbeitgeber kennenlernen - dafür ist die Bildungsmesse in Fulda da. Wegen Corona findet sie in diesem Jahr - anders als hier 2019 - digital statt. (Archivfoto)
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In unterschiedliche Unternehmen und Berufe reinschnuppern, potenzielle Arbeitgeber kennenlernen - dafür ist die Bildungsmesse in Fulda da. Wegen Corona findet sie in diesem Jahr - anders als hier 2019 - digital statt. (Archivfoto)

Kraftakt wurde bewältigt

Bildungsmesse in Fulda: Schon 2000 Schüler angemeldet - Umstellung auf digitales Format wegen Corona

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Eine Bildungsmesse lebt von zwei Elementen: Von der Vielfalt und der großen Zahl an Firmen und Bewerbern und von der Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens. Beides wird es bei der Messe am Freitag und Samstag geben – digital.

Fulda - Seit Jahren ist die Bildungsmesse in Fulda eine feste Größe. Mehr als zehntausend junge Menschen kommen an zwei Tagen ins Kongresszentrum Esperanto, mehr als 150 Unternehmen präsentieren sich. Anfang/Mitte November 2020 entschieden die Organisatoren: Wegen der Corona-Pandemie kann die Bildungsmesse in ihrer klassischen Form 2021 nicht stattfinden.

Allerdings: Es zeichnete sich bald ab, dass die Zahl der jungen Leute, die sich für eine Lehrstelle im Herbst 2021 bewerben, stark zurückgeht. „Diese beunruhigende Entwicklung gab den Ausschlag dafür, dass wir gesagt haben: Wir müssen etwas tun. Wir müssen einen Weg finden, einen Ersatz für die klassische Bildungsmesse zu finden“, berichtet Ulrich Nesemann vom Fachdienst Kommunaler Arbeitsmarkt, der als OloV-Regionalkoordinator die Projektleitung verantwortet.

Fulda: Bildungsmesse findet wegen Corona digital statt - Umstellung war Kraftakt

Als Element der Zusammenarbeit von Bildungsbüro und Fachdienst Kommunaler Arbeitsmarkt im Landratsamt bestand schon eine Arbeitsgruppe, die sich mit Berufsorientierung befasste. Hier entstand die Idee: Die Messe findet digital statt.

Nach ersten Recherchen, der Sammlung von Ideen und Wünschen und einem Kontakt zur Agentur „Vision You“ kam die Arbeitsgruppe am 3. Dezember mit Vertretern von IHK, Kreishandwerkerschaft, Region und Stadt Fulda zusammen. Alle Partner kündigten ihre Mitarbeit an. Die Institutionen, die im OloV-Netzwerk vertreten sind (siehe Infokasten), bildeten eine Arbeitsgruppe, die sich ab Mitte Januar einmal pro Woche traf. Anfang Februar wurde der Messetermin 23. und 24. April festgezurrt. (Lesen Sie hier: Michael Konow ist seit Beginn der Corona-Pandemie Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda)

Die Macher

Ein ganzes Team aus unterschiedlichen Organisatoren hat die digitale Bildungsmesse vorbereitet.

Die Initiatoren beim Landkreis Fulda sind Ulrich Nesemann und Florian Hütsch (Fachdienst Kommunaler Arbeitsmarkt), Matthias Feuerstein und Julian Heins (Bildungsbüro) sowie Stefan Will (Volkshochschule).

Die OLoV – Arbeitsgruppe besteht aus: Gabriele Leipold (Kreishandwerkerschaft), Melanie Schäfer (Industrie- und Handelskammer), Anni Bindewald (Stadt Fulda), Matthias Henkel (Agentur für Arbeit), Matthias Hansen (Staatliches Schulamt), Christian Vey und Julian Bolz (Region Fulda, Anja Rossmann (Landkreis Arbeitscoach) und Felix Kerber (Landkreis Sozialbetreuer an der Richard-Müller-Schule).

OloV steht für: „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf“. Die Kurzform mit vier Buchstaben ist mittlerweile zu einer „Marke“ geworden.

Mitte Februar begann die Öffentlichkeitsarbeit. Rasch kamen die ersten Anmeldungen. Parallel wurde das Programm für die Messe erarbeitet, Unternehmen, Schulen und Jugendliche wurden angesprochen, die Plattform brauchte Inhalte und die Messe eine Struktur. Mitte März hatten sich 130 Firmen angemeldet. Bei der Auftaktveranstaltung am 25. März wurde die Plattform bildungsorientierung-fulda.de vorgestellt.

Bildungsmesse in Fulda: Schulen wurden im Vorfeld intensiv eingebunden

„Wir haben uns dann in anderen Regionen umgehört: Was kam bei den jungen Leuten an? Wie organisiert man eine digitale Messe?“, berichtet Nesemann. Aus Baden-Württemberg kam etwa die Empfehlung, auf eine große Bühne zu verzichten – die Fuldaer Messe arbeitet mit drei kleineren Bühnen, auf denen parallel unterschiedliche Themen behandelt werden – und die Schüler besonders anzusprechen, damit viele Schulabgänger teilnehmen – und die Schüler vorbereitet zu der digitalen Messe kommen.

Bildungsmesse

Schulabgänger, die eine Lehrstelle suchen, und Firmen, die Lehrstellen anbieten, kommen bei der digitalen Bildungsmesse morgen und übermorgen, Freitag und Samstag, zusammen. Start am Freitag ist um 8 Uhr, am Samstag um 10 Uhr.

Die Messe wurde vom Landkreis Fulda initiiert und organisiert. Wer interessiert ist, kann sich jetzt schon kostenlos unter berufsorientierung-fulda.de anmelden und einige Informationsangebote nutzen.

Bei der Messe werden viele Vorträge gehalten. Eine Übersicht gibt es auf der Internetseite der Bildungsmesse. Das Programm veröffentlicht unsere Zeitung am Donnerstag, 22. April, auf den Sonderseiten zur Bildungsmesse.

„Wir haben deshalb die Schulen sehr intensiv eingebunden. Hier soll der Messebesuch vorbereitet werden. Ideal ist es, wenn man sich vorher einen Fahrplan macht: Was will ich sehen? Welche Branchen interessieren mich besonders? Welche Unternehmen will ich kontaktieren?“, erklärt Nesemann.

Mehr als 2000 Schüler haben sich bereits für die digitale Bildungsmesse in Fulda angemeldet

Je näher die Messe rückte, desto intensiver wurde die Arbeit. Mittlerweile sind 160 Unternehmen angemeldet. „160 Firmen haben 160 Fragen – mindestens“, berichtet Nesemann. An einer Zoom-Konferenz in dieser Woche nahmen mehr als 100 Unternehmen teil. „Auch die fast 100 Akteure der Messe und das eigene Personal mussten ständig eingebunden werden“, berichtet Nesemann. „Eine digitale Messe ist für uns alle Neuland. Etwas Neuartiges zu organisieren – und das unter hohem Zeitdruck, das ist eine Herausforderung“, sagt Nesemann. Aber er habe ein starkes Team lobt der Messe-Cheforganisator: „Die Mitarbeiter leisten Phänomenales. Jeder brachte seine Stärken ein. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Jetzt müssen nur noch die jungen Leute kommen. Das Programm ist so vielfältig, dass sogar ein Auftritt von Ex-Nationalspieler Sebastian Kehl gut hineinpasst.

Bis Mittwochnachmittag hatten sich bereits mehr als 2000 junge Menschen angemeldet. Die Vorträge und Präsentationen der beiden Messetage werden aufgezeichnet. Sie bleiben später abrufbar. Die Chats, die Schulabgänger mit Firmen führen, werden nicht aufgezeichnet. (Lesen Sie hier: So bereiten sich junge Menschen auf die digitale Bildungsmesse vor)

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