Dr. Bischof Gerber hat an Karfreitag einen Gottesdienst im Dom gehalten.
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Bischof Gerber hat an Karfreitag einen Gottesdienst im Dom gehalten.

Schutzlose nicht aus Blick verlieren

Bischof Michael Gerber hält Gottesdienst im Fuldaer Dom an Karfreitag - „Dankbar für alle Engagierten“

  • Lea Marie Kläsener
    vonLea Marie Kläsener
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Im Gottesdienst zu Karfreitag im Fuldaer Dom lenkt Bischof Dr. Michael Gerber in seiner Predigt den Blick auf Schutzlose - und auf Engagierte.

Fulda - An Karfreitag hat Dr. Michael Gerber, Bischof im Bistum Fulda, im Dom einen Gottesdienst gehalten. In seiner Predigt sprach Gerber über Menschen, die „sehr bewusst ihre Freiheit und Gesundheit aufs Spiel setzen im Ringen um die Freiheit und Gesundheit vieler Menschen“. Dabei nahm er Bezug auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny oder auf die Demonstranten in Weißrussland.

Fulda: Bischof Gerber hält Gottesdienst im Dom - „Dankbar für alle Engagierten“ 

Gerber nannte dieses Engagement von Aktivisten „Passionswege heute“. Das seien „Wege der Leidenschaft und Wege des Leidens“. Der diesjährige Karfreitag, „in dem uns ein neuer Höhepunkt der Pandemie in Atem hält“, sei ein Anstoß, um inne zu halten. „Der Karfreitag im Jahr 2021 ist ein Auftrag, den Blick auf jene zu richten, deren Leben bedroht ist, weil sie zu ihrem Glauben stehen, weil sie sich für Freiheit und Gerechtigkeit in ihren Ländern einsetzen“, sagte Gerber. Und: „Lassen wir nicht zu, dass die Despoten dieser Welt die Corona-Pandemie und ihre Ablenkung ausnutzen.“ (Lesen Sie hier: Disput in der Kirche: Ist Segnung homosexueller Paare gegen Gottes Willen?)

Der Bischof fragte: „Haben wir dieser Zeit die besonders Schutzlosen im Blick? Schauen wir nur darauf, ob wir in unserem Land genügend Impfdosen haben? Oder sind wir wachsam, dass die ärmeren Länder berücksichtigt werden?“

Video: Kurz erklärt - Was ist der Karfreitag?

Dankbar sei er für die Engagierten in Altenheimen und Krankenhäusern, die der Gefahr ausgesetzt waren oder noch sind, sich selbst zu infizieren. „Mich bewegen nachhaltig Gespräche mit Pflegenden und Seelsorgern, die bei ihren Einsätzen selbst zu Patienten wurden“, erzählte der Geistliche und räumte ein: „Das nicht absehbare Ende der Pandemie wirkt zermürbend. Woher nehmen wir die Kraft für unseren Weg?“ Die Predigt schloss Gerber mit den Worten: „Der Strom Jesu möchte uns in Berührung bringen mit jener Quelle, die nie versiegt.“

In den Fürbitten beteten Bischof Gerber und die Gemeinde „für alle Menschen, die schwer erkrankt sind; für alle, die sich in Medizin und Pflege um kranke Menschen kümmern; für alle Forschenden, die Heilmittel suchen; für alle, die Entscheidungen treffen müssen und im Dienst für die Gesellschaft sind“. Und sie beteten für alle Verstorbenen.

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