Sollte es zu einer Evakuierung am Rauschenberg kommen, wären laut der Gemeinde Petersberg entsprechende Maßnahmen für die 6000 betroffenen Bürger getroffen.
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Sollte es zu einer Evakuierung am Rauschenberg kommen, wären laut der Gemeinde Petersberg entsprechende Maßnahmen für die 6000 betroffenen Bürger getroffen. (Symbolbild)

Anwohner und Firmen betroffen

Bombensuche am Rauschenberg: 6000 Bürger könnten evakuiert werden - Gemeinde trifft Vorkehrungen

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
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Rund um den Rauschenberg laufen die Vorbereitungen für eine mögliche Evakuierung. Doch ob es überhaupt zu einer Räumung umliegender Gebiete kommt, ist derzeit noch unklar. Falls ja, wären rund 6000 Bürger und zahlreiche Firmen in Petersberg und Fulda betroffen.

Petersberg - Seit Anfang des Jahres suchen Experten am Rauschenberg nach Kampfmittelresten aus dem Zweiten Weltkrieg. Bis Mitte Juli wurden in einer Tiefe von bis zu anderthalb Metern mithilfe von Sonden rund 1,5 Tonnen Sprengmittelreste gefunden, berichtet Sebastian Kircher, Pressesprecher der Gemeinde Petersberg. Unter den Funden waren etwa Phosphorbomben, Granatpatronen, eine Bazooka und vieles mehr. (Lesen Sie hier: Bombensuche am Rauschenberg - Räumdienst untersucht ab 9. August tiefer liegende Bomben)

Bisher konnten die Funde entweder vor Ort entschärft oder gefahrlos abtransportiert werden. Doch jetzt untersuchen Experten der Firma Tauber aus Münster auch tiefere Erdschichten mit schwerem Gerät und fahren auch mit Baggern in das Waldgebiet. Möglich, dass jetzt auch größere Teile auftauchen. „Insbesondere mögliche Fliegerbomben, wie sie etwa im Rhein-Main-Gebiet immer wieder gefunden werden, bereiten uns Sorgen“, sagt Kircher.

Fulda: Bombensuche am Rauschenberg - 6000 Bürger von Evakuierung betroffen

Bei einem solchen Fund würde ein Evakuierungskonzept greifen. Rund 3500 Haushalte der Gemeinde Petersberg sowie 2375 Bürger und 104 Firmen, Einrichtungen, Schulen und Kitas in der Stadt Fulda wurden dieser Tage angeschrieben, um sich schon mal auf eine Räumung vorzubereiten. „Das heißt aber nicht, dass bei einem Fund alle auf einmal evakuiert werden müssen“, betont Kircher. Wo geräumt wird, sei abhängig davon, wo eine Bombe gefunden wird.

Möglich also, dass nur zwei Straßenzüge geräumt werden, und möglich ist ebenso, dass gar nichts passiert. „Wir können nicht sagen, wie wahrscheinlich es ist, dass es zu einer Evakuierung kommt“, so der Sprecher der Gemeinde. Vor der jetzigen Sondierung sei der Rauschenberg noch nie auf Kampfmittel untersucht worden, deshalb weiß niemand, was sich unter der Erde befindet. Klar ist: Das Gebiet am und rund um den Rauschenberg war allein im Jahr 1945 mindestens 32-mal das Ziel von Luftangriffen. (Lesen Sie auch: Mehr als 900 Kilogramm Bombenreste und Munition am Rauschenberg gefunden)

Video: Bombenfund in Ottensen: Tausende Anwohner müssen ihre Wohnungen verlassen

Falls es bei der Sondierung zum Worst-Case-Szenario kommt, dann werden Betreuungsstellen eingerichtet: für die Petersberger im Gemeindezentrum Künzell, für die Fuldaer Bürger und Bürgerinnen in der Ferdinand-Braun-Schule. Dort werden nicht nur Getränke und Essen für die Menschen bereitgehalten, sondern auch Coronatests und einen medizinischen Betreuungsservice. Gewährleistet ist auch, dass kranke und ältere Mitbürger einen Krankentransport zu den beiden Stellen erhalten. Falls die Kampfmittel nicht an einem Tag entschärft werden können, dann gibt es auch Möglichkeiten zur Übernachtung. (Lesen Sie hier: Junge Männer finden Granate in der Fulda)

Die Experten von der Kampfmittelräumung werden zunächst bis Anfang September sondieren – und danach aus Naturschutzgründen eine Pause einlegen. Im Herbst soll es dann wieder weiter gehen. „Wir hoffen, dass die Sondierung bis Ende November abgeschlossen werden kann“, so Kircher.

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