Freuen sich über den Bonifatiusstieg in Fulda: Daniel Schreiner (von links), Ines Schulz, Heiko Wingenfeld, Bischof Michael Gerber, Elisabeth Schrimpf, Anna-Lena Trabert, Stefan Retter, Svenja Schroff.
+
Freuen sich über den Bonifatiusstieg (von links): Daniel Schreiner, Ines Schulz, Heiko Wingenfeld, Bischof Michael Gerber, Elisabeth Schrimpf, Anna-Lena Trabert, Stefan Retter, Svenja Schroff.

Elf Stationen

4,6 Kilometer langer Rundweg: Bonifatiusstieg verbindet Horas mit Frauenberg und Dom

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
    schließen

Auf 4,6 Kilometern Strecke und mit elf Stationen widmet sich der Bonifatiusstieg dem Leben des Heiligen sowie der Historie Fuldas. Am Montag wurde der Rundweg nun eingeweiht.

Fulda - Steinklötze, aus denen ein goldfarbener Bischofsstab ragt, daneben eine Platte mit einem Kreuzmosaik und eine Informationstafel – dem aufmerksamen Spaziergänger mögen diese Werke bereits aufgefallen sein. Sie sind Bestandteil des Bonifatiusstieges, eines 4,6 Kilometer langen Spazierpfades.

Dessen elf Stationen beginnen am Kloster Frauenberg und ziehen sich über Horas, weiter durch die Fulda-Aue über Tränke, und Barockviertel zurück zum Ausgangspunkt. 150.000 Euro hat die Stadt Fulda in das Projekt investiert – inklusive neuer Treppenanlage in Horas sowie der Kosten für Flyer und Werbung.

Die Idee dazu kam aus Horas, wo – so legt es der Name des Stadteils nahe – der heilige Bonifatius das Stundengebet, die Horen, verrichtet haben soll. „Vielleicht war das am dortigen Bonifatiusbrunnen“, sagt CDU-Stadtrat Stefan Grauel, der als Horaser zu den Ideengebern gehört. 

Fulda: Bonifatiusstieg vom Frauenberg bis zum Dom mit 11 Stationen

„Die Idee hinter dem Bonifatiusstieg ist einfach: Viele Touristen kommen wegen des Apostels der Deutschen nach Fulda. Ihr Weg führt sie an sein Grab im Dom oder zum Bonifatiusplatz. Das war es dann. Bonifatiuskirche, Bonifatiusstraße oder Bonifatiusbrunnen bleiben außen vor. Unser Ziel war es, Horas an die Innenstadt anzubinden“, sagt Grauel.

Mit der Landesgartenschau in zwei Jahren und dem für dieses Jahr geplanten Hessentag (die Stadt Fulda hat sich nun für den Hessentag 2026 beworben) sei nun ein günstiger Zeitpunkt gekommen, das Ansinnen umzusetzen.

„Der Bonifatiusstieg ist ein tolles Beispiel dafür, wie eine bürgerschaftliche Idee Eingang ins Stadtbild finden kann“, konstatiert Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) bei der Eröffnung. Auf dem Weg biete sich die Möglichkeit, Fuldaer Geschichte und Natur in Bewegung zu erleben. 

„Es ist bemerkenswert, wie sich die Ideengeber mit dem historischen, kulturellen und religiösen Erbe Fuldas auseinandergesetzt haben. Hier zeigt sich die enge Verbundenheit von Kirche und Stadt in der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft“, betont Wingenfeld und ruft dazu auf, sich auf den Weg zu machen – auch um die Vita des heiligen Bonifatius zu ergründen, der mit seinem europaweiten Wirken Grenzen überwunden habe. Dieses Wirken dürfe nicht in Vergessenheit geraten.

Konzept

4,6 Kilometer lang ist der Bonifatiusstieg mit seinen elf Stationen. Ein „Dreiklang“ aus einem Stein als Sitzgelegenheit samt Bischofsstab als Symbol für Bonifatius, einer Platte mit Mosaik-Kreuz und einer Informationstafel bildet jeweils eine Station. Die Tafel stellt Bezüge zur Stadthistorie und dem 675 in Südengland geborenen und 754 in Friesland gestorben Stadtheiligen her. Die Mosaikfarben variieren je nach Ort: blau in den Auen für das Wasser, grün auf dem Frauenberg, violett bei Kirchen. 

Die Stationen befinden sich an folgenden Orten:

· Kloster Frauenberg
· nahe des Kalvarienberges
· Rondell am Frauenberg
· Friedhof Horas (im Bau)
· Bonifatiuskirche
· Bonifatiusbrunnen
· Fulda-Aue (Marinekameradschaft und Kanu-Club)
· Tränke
· Fastnachtsbrunnen
· Bonifatiusdenkmal (wenn der Container der Tourist-Info abgebaut ist)
· Dom

tourismus-fulda.de

Fuldas Diözesanbischof Dr. Michael Gerber sieht in dem Stieg ebenfalls einen Verweis auf die spirituellen Wurzeln der Stadt. Dass die Einweihung gerade an Allerheiligen stattfinde, sei ein gutes Zeichen. „Der Weg erzählt uns, was Bonifatius für Fulda bedeutet“, stellt Gerber fest. 

Fuldas Bischof Gerber zieht Botschaft aus elf Stationen des Rundwegs

Aus den elf Stationen, deren Erklärtafeln von Stadtarchivar Dr. Thomas Heiler verfasst wurden, zieht der Bischof eine Botschaft: „Die Steinblöcke laden zum Verweilen ein, so wie Gläubige Kraft und Inspiration aus den Heiligen und der Gemeinschaft mit Menschen ziehen.“ Der Bischofsstab weise zudem auf die Verbindung von Himmel und Erde hin. Die Mosaikkreuze schließlich symbolisierten „die Vision vom Christentum, dass die Menschen mit all ihren Ecken und Kanten, ihren Prägungen ein großes Ganzes bilden.“

Es ist eine Interpretation, die Landschaftsarchitektin Ines Schulz (Kassel) gefällt und ihre Gedanken widerspiegelt. „Wir haben uns erst einmal die Gegend vom Frauenberg aus erschlossen und geschaut, wo interessante Punkte zu finden sind“, beschreibt sie die Konzeptarbeit. Und deren Ergebnis stößt bei Initiator Grauel auf Begeisterung. „Es gibt immer Diskrepanzen zwischen Idee und Umsetzung – auch hier, aber nur zum Positiven“, lobt der Horaser.

Das könnte Sie auch interessieren